Das WWA München baut im Rahmen des Projekts alle 20 Barrieren in seiner Zuständigkeit sukzessive so um, dass sie durchgängig sind. Die 15 Wasserkraftbetreibenden müssten das gleiche tun, um den guten ökologischen Zustand der Isen herzustellen, und zwar aus einer Kraft. Sprich sie müssten die Planungen und Umsetzung beauftragen und selbst finanzieren. Laut einer Vorgabe aus dem Jahr 2019 kann der Bayerische Staat, also die Wasserwirtschaftsämter, die Betreiber aber ausnahmsweise unterstützen, wenn diese freiwillig kooperieren und wenn eine umfassende Renaturierung angestrebt wird, nicht nur die bloße Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtung. Von dieser Vorgabe hat nur bisher noch kein Amt Gebrauch gemacht. Mit FREIFLISEN startet also ein Pilotvorhaben des WWA München in Kooperation mit dem WWF Deutschland. Während die Fachbehörde bei der Planung und Umsetzung unterstützen will, bringt der WWF noch eine finanzielle Förderung mit ein.
Die Isen ist ein linker Zufluss des Inns im Südosten Oberbayerns mit einer Länge von rund 80 Kilometern. Im Landkreis Mühldorf ans Licht getreten, durchfließt das Isenwasser zunächst im Landkreis Erding die Gemeinden Isen, Lengdorf und Dorfen, um dann wieder durch den Landkreis Mühldorf zu fließen und schließlich im Landkreis Altötting in den Inn zu münden. Zusammen mit dem Wasserwirtschaftsamt (WWA) München will der WWF Deutschland einen ca. 30 Kilometer langen Abschnitt der Isen im Landkreis Erding wieder komplett durchgängig gestalten. Auf dem Abschnitt finden sich rund 20 Sohlbauwerke (in Zuständigkeit des WWA), sowie 15 private Kleinwasserkraftanlagen (die in Zusammenhang mit 30 Wehren stehen).
Bayernweit einzigartiges Pilotprojekt
Im Frühjahr 2025 wurden alle 15 Kleinwasserkraftbetreibende kontaktiert und das attraktive Paket vorgestellt, zunächst bei einem Informationsabend, dann bei zusätzlichen Vor-Ort-Terminen an der Isen. Mittlerweile ist klar: Fünf Betreiber machen mit – sie wollen ihre Anlagen aufgeben und zurückbauen und ebnen so den Weg für ein Stück frei fließende Isen. 2026 beginnen die umfangreichen Umsetzungsplanungen, die Rückbauten selber erfolgen dann erst 2027 oder 2028.
Das FREIFLISEN-Projekt wird durch einen zweiteiligen Dokumentarfilm begleitet. Der erste Teil wurde im Herbst 2025 fertiggestellt; er wurde im Februar bei einer öffentlichen Abendveranstaltung in Dorfen erstmals öffentlich gezeigt. Zudem wurde im Projekt eine Kooperation mit der Jugendblaskapelle Isen aufgebaut, die bei öffentlichen Events auftritt, aber an Aktionstagen auch an die Isen geht, um das Gewässer vor der Haustür näher kennenzulernen.
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