Der Leuchsenbach ist ein rund elf Kilometer langer südöstlicher Zufluss des Mains in Oberfranken. Er ist Teil des Flusswasserkörpers „linksseitige Zuflüsse des Mains“, dessen ökologischer Zustand insgesamt als „unbefriedigend“ eingestuft wurde. Der Grund: es gibt zu wenig Lebensräume für Fische. Dies ist vor allem auf die zahlreichen nicht durchgängigen Barrieren zurückzuführen. Der Leuchsenbach bildet dabei keine Ausnahme, auch hier behindern künstliche Einbauten die ökologische Durchgängigkeit. Dabei böte der Leuchsenbach an einigen Stellen viel Potential für eine Renaturierung, denn er wurde gerade außerorts kaum begradigt.

Lebensraum für strömungsliebende Arten

Ursprünglich beherbergte der Leuchsenbach viele kalk- und strömungsliebende Wirbellose, wie bestimmte Steinfliegen, Köcherfliegenlarven und Kriebelmücken. Auch Bachforelle, Groppe und Elritze brauchen die Strömung. Daneben kommen auch Schmerlen und Gründlinge vor. Im Priorisierungskonzept „Fischbiologische Durchgängigkeit in Bayern“ des Bayerischen Landesamts für Umwelt wurden die fischfaunistisch besonders bedeutsamen Gewässer festgelegt. Hierzu zählt der obere Main, in den der Leuchsenbach mündet. Da die Seitengewässer eine wichtige Funktion im Durchgängigkeits- bzw. Vernetzungskonzept haben, ist hier eine gute Anbindung und ökologische Gestaltung wichtig. Vorhandene fragmentierte Elritzenbestände sollten wieder miteinander verbunden werden.

Luftbild des Leuchsenbachs © WWF
Luftbild des Leuchsenbachs © Carolin Lang-Groß

Rückbau für mehr Durchgängigkeit

Die ehemalige Saugstelle soll entfernt werden
Die ehemalige Saugstelle soll entfernt werden © Jan Ebert

Zwischen Mistelfeld und Lichtenfels fließt der Leuchsenbach recht naturnah mäandrierend in der Talaue zwischen Wiesen und weiteren landwirtschaftlich genutzten Flächen. Der Bachlauf wird von Galerieauwaldresten begleitet. Jedoch stört ein unpassierbares Querbauwerk diese fast zwei Kilometer ungehindert freifließenden Bach. Auf Höhe des Aussiedlerhofs Söhnleinsberg ist er durch eine selbst gebaute Anstauung blockiert. Vor Jahrzehnten wurde die Staustufe vom Bewohner des Hofes im Auftrag der Freiwilligen Feuerwehr Mistelfeld errichtet, um eine Saugstelle zur Löschwasserentnahme zu schaffen. Der Hofbewohner ist vor einiger Zeit gestorben; die Saugstelle wird nun nicht mehr für den Hof gebraucht.

Bei einem Ortsgespräch im November 2025 wurde vereinbart, dass die in die Jahre gekommene Saugstelle nicht mehr von der Feuerwehr Mistelfeld genutzt wird, da durch den Daueraufstau eine starke Verschlammung entstanden ist. Die Instandhaltung der Saugstelle wäre sehr aufwändig, weshalb entschieden wurde, die Saugstelle aufzugeben und das Wehr entsprechend rückzubauen. Da das Verursacherprinzip gilt und der Erbauer der Staustufe bekannt, aber verstorben ist, ist der Rückbau leider nicht förderfähig über die Richtlinie für Zuwendungen wasserwirtschaftlicher Vorhaben. Erfreulicherweise unterstützt der WWF Deutschland den Landschaftspflegeverband Landkreis Lichtenfels bei der Umsetzung der Maßnahme, die im Herbst 2026 erfolgen wird. Durch das Entfernen der Staustufe kann laut zugehörigem Umsetzungskonzept ein Strahlursprung realisiert werden.

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