Auf dem Kilimandscharo ist vergangenen Sonntag ein Feuer ausgebrochen, welches sich mittlerweile zu einem Großbrand entwickelt hat. Betroffen ist ein rund 50 Quadratkilometer großes bewaldetes Gebiet auf der Ostseite des Berges.

Das Feuer auf Afrikas höchstem Gipfel brach laut Nationalparkverwaltung auf einem Rastplatz in 3.700 Metern Höhe aus. Die Ursache wurde bereits ermittelt: Bergsteiger hatten ihr Lagerfeuer, welches sie für das Zubereiten einer Mahlzeit anzündeten, nicht gelöscht. Der Rastplatz liegt auf einer Berg-Wanderroute über Mandara und Horombo, die jährlich etwa 50.000 Touristen nutzen.

Komplexe Brandbekämpfung

Helfer versuchen ein Feuer auf dem Kilimandscharo in Tansania auszutreten © imago images / Xinhua

Die Löscharbeiten auf dem 5.895 Meter hohen Berg gestalten sich äußerst schwierig. Herausfordernd sind vor allem die enorme Trockenheit, hohe Temperaturen und starke Winde, durch die sich das Feuer immer weiter ausdehnt. Außerdem fehlt es an ausreichender Ausrüstung um die Brandherde einzudämmen.

Bisher wurden keine Wildtiere als betroffen gemeldet. Doch es wird befürchtet, dass sich das Verbreitungsgebiet der dort lebenden Arten drastisch reduzieren wird.

Der WWF unterstützt die Brandbekämpfungsarbeiten zusammen mit der UNO, weiteren Naturschutzorganisationen, Reiseleitern und den umliegenden Gemeinden. Mehr als 500 Freiwillige arbeiten zudem mit der Regierung zusammen, um das Feuer zu löschen.

Globale Bedeutung des Kilimandscharo-Bergwald-Ökosystems

Der Kilimandscharo-Nationalpark (KINAPA) wurde 1983 von der UNESCO zum Weltkulturerbe und 2013 schließlich zum Naturwunder Afrikas erklärt. Er erstreckt sich über eine Fläche von etwa 1.712 Kilometern und liegt im nördlichen Teil Tansanias, an der Grenze zu Kenia.

Das Gebiet rund um den Kilimandscharo ist sehr artenreich und beherbergt 2.500 Pflanzen- sowie 140 Säugetierarten.

WWF Deutschland

Brände am Kilimandscharo

Helfer auf dem Weg zu den Feuern am Kilimandscharo © imago images / Xinhua

Waldbrände sind im Kilimandscharo-Nationalpark leider keine Seltenheit und treten fast jährlich, während der Trockenzeit zwischen Mai und Oktober, auf. Wissenschaftler wie Prof. Andreas Hemp von der Universität Bayreuth, der das Gebiet seit 30 Jahren erforscht, verzeichnen dabei eine ständige Zunahme der Feuer –- verursacht durch zunehmenden Druck durch den Menschen und die Auswirkungen des Klimawandels. Die meisten Brände konnten in der Vergangenheit immer eingedämmt werden – die zerstörte Vegetationsdecke wächst in den besonders betroffenen Heideflächen während der Regenzeit wieder nach, doch die Waldgrenze ist bereits um 800 m gesunken. Nach Angaben der Behörden ist das aktuelle Feuer eines der größten, welches jemals gesichtet wurde.

Spende für den Klimaschutz

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