Kenias Küstenregenwälder zählen zu den artenreichsten Ökosystemen in ganz Ostafrika. Seit Anfang des Jahres arbeitet der WWF Kenia mit Unterstützung der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) daran, die Wälder im County Kwale in Kenia wiederaufzuforsten. Dabei setzen alle Beteiligten auf die Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen, wie der Gogoni-Gruppe. Zwei der Gründungsmitglieder berichten von ihren Beweggründen.

Die Früchte des Waldschutzes ernten

Akazie © Martin Harvey / WWF
Akazie © Martin Harvey / WWF

„Naturschutz zahlt sich aus. Aber es braucht Geduld, harte Arbeit und Engagement“, sagt Samuel Benzi Karisa, Gründungsmitglied der Gogoni Waldschutz-Gruppe. "Ich liebe es, die Umwelt zu schützen. Bäume verhindern die Bodenerosion, sie ziehen Niederschläge an und haben für uns einen direkten wirtschaftlichen Wert. Unser Lebensunterhalt hängt vom Wald ab“, so Samuel. 

„In den vergangenen Jahren war es schwer für uns, Abnehmer für unsere Setzlinge zu finden. Doch Anfang des Jahres hat sich das Blatt für uns gewendet: im Rahmen des Wiederaufforstungsprogramms des WWF, erhielten wir eine Anfrage nach 3.500 Baumsetzlingen, die für die Wiederaufforstung des Gogoni-Waldgebietes verwendet werden sollten“, so Samuel. „Der Zeitpunkt war perfekt: Wir hatten alle reifen Setzlinge, die das Projekt angefordert hatte und konnten endlich die Früchte unserer Arbeit ernten.“

„Ich möchte etwas an Mutter Natur zurückgeben, deshalb wende ich mein Wissen zum Waldschutz an, um meine Gemeinschaft und mein Leben zu verändern. Ich möchte alle ermutigen, sich aktiv an Baumpflanzaktivitäten zu beteiligen. Es ist ohne Zweifel mühsam, aber mit Geduld sind die Früchte süß.“ 

Die Frau, die den Gogoni-Wald nie aufgegeben hat

„Zweimal pro Woche besuche ich unsere Baumschule in Gogoni, für die ich seit 22 Jahren arbeite“, erzählt Mbuche Martin Nyamawe, Gründungsmitglied der Gogoni Waldschutz-Gruppe. „Ich bin dankbar für das Wissen, das ich in meiner Zeit dort gewonnen habe. Es ist für mich von unschätzbarem Wert.“ Mbuche hat viel gelernt: über Pflanzen der Region, über die Bedeutung des Waldes und wie sie sich mit der Arbeit für den Wald ihren Lebensunterhalt verdienen kann. 

„Ich bin Witwe und arbeitslos, für meine Kinder zu sorgen ist hart. Bisher war es schwer, mit den Setzlingen Geld zu verdienen. Doch seit diesem Jahr ist alles anders: Wir konnten zum ersten Mal mehr als 3.000 Baumsetzlinge auf einmal verkaufen. Einen Teil des Geldes investieren wir in unsere Arbeit in der Baumschule, einen anderen haben wir unter den Mitgliedern aufgeteilt. Ich kann nun das Schulgeld für meine Kinder bezahlen; einer meiner Söhne kann ab dem nächsten Jahr sogar eine Hochschule besuchen“, freut sich Mbuche. 

„Es gibt keinen Zweifel daran wie wertvoll Bäume sind. Sie liefern uns essbare, gesunde Früchte. Sie reinigen die Atemluft und verhindern Bodenerosion. Ich werde mich bemühen, so viele Bäume wie möglich zu pflanzen und die Botschaft an meine Kinder weiterzugeben“, so Mbuche.

Hintergrund

Die Projektregion liegt im County Kwale an der Südküste Kenias. Die Wälder in Kwale bedecken schätzungsweise 103.000 Hektar, 8.200 Hektar davon sind Mangroven. Die Mangrovenwälder sind extrem wichtig als Kinderstube und Lebensraum zahlreicher Fischarten und schaffen so auch die Lebensgrundlage für die lokalen Fischergemeinden. Zudem schützen sie die Küste Kenias vor den Auswirkungen des Klimawandels. 

Die Küstenwälder sind wichtige Wasserspeicher und -filter, Sauerstoffquellen und schützen vor Bodenerosion. Die Wälder weisen eine hohe Artendichte pro Hektar auf, viele davon sind endemisch, kommen also nur in genau dieser Region vor. Aus den Wäldern bezieht die lokale Bevölkerung überlebenswichtige Ressourcen, wie Brennholz, Baumaterialien, medizinische Pflanzen und Nahrung. Die Wälder dienen außerdem als Klimarefugium. 

Ziel des Projekts "Public-private-people Partnerschaften zum Schutz der Biodiversität bedrohter kenianischer Küstenwälder im Kontext großer Investitionsvorhaben" ist der Schutz und die Wiederherstellung wichtiger Wald- und Mangrovenökosysteme in Kwale County. Sechs Monate nach Projektstart sind bereits 35.000 einheimische Bäume gepflanzt worden, die eine Fläche von 206 Hektar abdecken. Am Ende des Projektes sollen insgesamt 7.000 Hektar Wald (davon 2.000 Hektar Mangroven) wiederaufgeforstet sein. Die Ökosysteme sollen durch Integration von Umwelt- und Sozialstandards vor den Auswirkungen großer Investitionsvorhaben geschützt werden. Zudem arbeitet das Projekt eng mit dem Privatsektor zusammen, um Energie- und Wassereffizienz von Betrieben zu fördern und natürlich Ressourcen zu schonen. 

Das Projekt ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) fördert die Initiative aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.

 

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