Die Baunach ist ein Zufluss des Mains nördlich von Bamberg. Sie ist als potentielles Aalgewässer als Fischvorranggewässer eingestuft, jedoch verhindern mehrere Barrieren die Wanderung des Langdistanzwanderers. Der WWF mach den Anfang und entnimmt in Kooperation mit dem WWA Kronach ein nicht mehr genutztes Wehr.

Leucherhofwehr-Rückbau schafft 6km freien Baunach

Leucherhofwehr Baunach © WWF
Leucherhofwehr Baunach © WWF

Durch eine Kooperation des WWF Deutschland und des Wasserwirtschaftsamtes Kronach kann im August 2021 das „Leucherhofwehr“ an der Baunach zurückgebaut werden. Damit werden ca. 6 km frei fließende Gewässerstrecke in dem potentiellen Aalgewässer gewonnen. Es verbleibt dann nur noch ein nicht durchgängiges Wehr, das die Wanderung von Fischen von der Baunach in den Main verhindert.

Landwirtschaft und die Wasserstauung beeinträchtigen die Baunach

Die Baunach windet sich über 54 km von ihrer Quelle im Fränkischen Schichtstufenland bis zu ihrer Mündung in den Obermain nördlich von Bamberg. Trotz der teils intensiven landwirtschaftlichen Nutzung der Flächen im Einzugsgebiet konnten hier viele wertvolle Biotope erhalten werden und in den fünf ausgewiesenen Natura-2000-Gebieten finden sich seltene Arten wie etwa der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous), ein Schmetterling der auf extensive Wiesenflächen mit dem Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) als wichtigem Nahrungsspender und Brutplatz angewiesen ist. In der Baunach selbst kommen weitere seltene Tiere wie die Bachmuschel (Unio crassus) und schützenswerte Kleinfische wie die Bachschmerle (Barbatula barbatula) und der Schneider (Alburnoides bipunctatus) vor. Trotz ihres teils unverbauten Verlaufs ist die Baunach durch Einträge von Feinsedimenten und Pflanzenschutzmitteln aus den umliegenden Äckern und Wiesen beeinträchtigt sowie durch sogenannte Querbauwerke, die den Flusslauf unterbrechen. Vor allem Wehre zur Wasserkraftnutzung und Bewässerung der Wiesen finden sich im Abstand von wenigen Kilometern. Sie stauen das Wasser auf, wodurch sich Nährstoffe ablagern und sich das Gewässer unnatürlich stark erwärmt. Vor allem aber sperren sie die Fische, Amphibien und Insektenlarven in kleinen Teilstücken der Baunach ein, wie ein Käfig einen Vogel. So können die Fische nicht mehr zu ihren Laichhabitaten wandern aber auch ungünstige Habitate nicht mehr verlassen, um in geeignete Bereiche zu wandern.

Zusätzliche freie Flusskilometer

6 km

Maßnahmenträger

WWF Deutschland und WWA Kronach

Gewässertyp

Typ 6_K: Feinmaterialreiche, karbonatische Mittelgebirgsbäche des Keupers

WRRL Bewertung Ökologischer Zustand

unbefriedigend

WRRL Teilbewertung Makrophyten/Phytobenthos

unbefriedigend

WRRL Teilbewertung Makrozoobenthos

mäßig

WRRL Teilbewertung Fische

mäßig

Rückbau des Leucherhofwehrs durch Spendenaktion

Wiesenbewässerungswehr Baunach © WWF
Wiesenbewässerungswehr Baunach © WWF

Das „Leucherhofwehr“ ist ein altes Wiesenbewässerungswehr das, knapp unterhalb der Mündung der Baunach in den Main gelegen, für Wassertiere, die flussaufwärts wandern möchten, eine unüberwindbare Barriere darstellt. Der ursprüngliche Besitzer des Wehres war eine Wässer- und Wiesengenossenschaft. Ihr fällt eigentlich die Aufgabe zu das Wehr durchgängig zu gestalten bzw. es zurückzubauen, nachdem es nicht mehr genutzt wird. Die Genossenschaft hat sich jedoch mittlerweile aufgelöst, niemand fühlte sich verantwortlich für das funktionslose Wehr im Fluss. Erst durch eine Spendenaktion des WWF Deutschland wurden die Mittel bereit gestellt, mit Hilfe derer das WWA Kronach den Rückbau angehen konnte.

Der Rückbau in der Baunach kommt den Fischen zugute

Durch den Rückbau werden 6 km frei fließende Flussstrecke erzeugt. Da in der Baunach potentiell auch der Aal vorkommt, ist der Fluss Fischvorranggewässer, das heißt, hier sollten alle Barrieren vorrangig durchgängig gestaltet oder entfernt werden. Welche Erfolge der Rückbau für die schon jetzt häufigen Fischarten wie den Schneider und die Bachschmerle bringt wird ein Monitoring in Kooperation mit der Fischereifachberatung Oberfranken zeigen.

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