WWF Deutschland

https://www.wwf.de/


Content Section

Stand: 02.03.2018

Ausweitung von Naturschutzgebieten

Über 5600 Meter hoch ragen die Gipfel des großen Kaukasusgebirges zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer. Aus unzähligen Gletschern stürzen eiskalte Gebirgsflüsse in feuchtwarme Wälder der Tieflagen. Bergmischwälder bedecken die Hänge des Hohen und Kleinen Kaukasusgebirges, üppig feucht dampfen die Regenwälder an der östlichen Schwarzmeerküste. Kräftige Winde fegen über die trockenen Steppen Aserbaidschans und die baumfreien Bergwiesen des südlichen kaukasischen Hochlands.

Die hohen Gipfel des Kaukasus © Aurel Heidelberg / WWF
Die hohen Gipfel des Kaukasus © Aurel Heidelberg / WWF

Mit den unterschiedlichen Landschaftstypen ist der Kaukasus eine Ökoregion der Superlative. Entsprechend groß ist die Artenvielfalt. Im Kaukasus leben noch Wölfe, Braunbären, Wisente und Luchse, die in Mitteleuropa seit ihrer Ausrottung erst in letzter Zeit allmählich wieder heimisch werden. Weltweit einzigartig ist der Kaukasus-Leopard – genauso wie die Bezoarziege, der West- und der Ostkaukasische Tur sowie das Gmelin’s Mufflon.

Einzigartige Artenvielfalt

Große Artenvielfalt - auch bei den Pflanzen © Aurel Heidelberg / WWF
Große Artenvielfalt - auch bei den Pflanzen © Aurel Heidelberg / WWF

Abertausende Zugvögel wie Kraniche, Pelikane, Wildenten und Gänse rasten im Herbst und Frühling auf ihrem Weg in die Winter- und Sommerquartiere in den nahrungsreichen Flussauen, Feuchtwiesen und Mooren, um die notwendigen Energiereserven für ihre lange Reise zwischen Eurasien und Afrika aufzufüllen.

 

Saubere Flüsse ohne Dämme oder Staustufen sind auch für die sieben Störarten wichtig, damit sie erfolgreich aus dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer in die Flüsse aufsteigen und dort laichen können.

 

Von 7000 bislang erfassten (Gefäß-)Pflanzen im Kaukasus wachsen über 1700 Arten ausschließlich dort, sind also endemisch. Nirgendwo sonst in den gemäßigten Zonen der Erde gibt es eine vergleichbar hohe Zahl. Auch vertraute Strauch- und Baumarten, die in unseren Gärten wachsen, stammen aus dem Kaukasus, wie zum Beispiel einige Rhododendrenarten. Der Großteil des Saatguts für die Nordmanntanne – unseren beliebten Weihnachtsbaum – stammt aus dem Kaukasus.

Sechs Millionen Hektar Naturschutzgebiete

Naturschutzgebiete sind ein wichtiger Eckpfeiler zum Erhalt der Biodiversität im Kaukasus. Deshalb engagiert sich der WWF seit Anfang der 1990er Jahre für die Ausweisung, Erweiterung und Vernetzung neuer Schutzgebiete. In den vergangenen Jahren wurde im Kaukasus eine Fläche von mehr als einer Million Hektar als Schutzgebiete neu ausgewiesen oder bereits bestehende vergrößert, viele davon mit direkter Beteiligung und Unterstützung des WWF. Damit erhöht sich die gesamte geschützte Fläche im Kaukasus auf rund sechs Millionen Hektar – ein Gebiet von der Größe Nordrhein-Westfalens und Mecklenburg-Vorpommerns zusammen. Dies sind fast zehn Prozent der Gesamtfläche der Ökoregion. 

Bergwälder im Kaukasus © Aurel Heidelberg WWF
Bergwälder im Kaukasus © Aurel Heidelberg WWF

Der Weg zur nachhaltigen Nutzung des Landes

Alle Schutzgebietsausweisungen, die mit WWF-Hilfe umgesetzt werden, finden in enger Abstimmung mit der Regierung und lokalen Bevölkerung statt. Um die Menschen vor Ort für den Naturschutz zu sensibilisieren und ihnen langfristige Einkommensquellen zu schaffen, unterstützt sie der WWF beim Aufbau eines naturnahen Tourismus, bei der nachhaltigen Nutzung von Wald und Bergwiesen sowie der Vermarktung lokaler Produkte, wie z.B. Honig, Nüssen oder Trockenfrüchten.

Der Caucasus Nature Fund (CNF)

Um die nachhaltige Finanzierung von Schutzgebieten in Armenien, Aserbaidschan und Georgien sicherzustellen, hat sich der WWF 2007 gemeinsam mit Partnern wie Conservation International und der KfW-Bankengruppe an der Gründung des Caucasus Nature Fund (CNF) beteiligt.

 

Der CNF soll dazu beitragen, das Schutzgebietsmanagement zu verbessern, um sot den Schutzgebietszielen wie Biodiversitätsschutz aber auch Erholungs- und Bildungsaufgaben für Besucher, nachzukommen. Dafür können den ausgewählten Schutzgebieten bis zu 50 Prozent ihrer notwendigen Verwaltungskosten aus diesem Fonds zur Verfügung gestellt werden, der andere Teil muss von den national zuständigen Behörden getragen werden.

 

Die Aufgaben von Schutzgebieten sind vielschichtig. In erster Linie sollen sie die Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten langfristig vor menschlichen Einflüssen schützen und ihren natürlichen Reichtum bewahren. Sie sind somit Refugien, Rückzugsgebiete für die vielen heimischen Arten des Kaukasus, die zum Teil ausschließlich hier vorkommen (Endemiten). Darüber hinaus wurden einige Schutzgebiete aufgrund ihrer internationalen Bedeutung als Rastgebiete für Zugvogelarten ausgewiesen (RAMSAR).

Sanften und nachhaltigen Tourismus fördern

Die atemberaubende Landschaft des Kaukasus lockt Touristen. © Aurel Heidelberg / WWF
Die atemberaubende Landschaft des Kaukasus lockt Touristen.  © Aurel Heidelberg / WWF

Die atemberaubende Wildnis im Kaukasus gewinnt aber auch zunehmend an Attraktivität für den Tourismus, sowohl für die lokale Bevölkerung als auch für internationale Touristen. Um diese Bedürfnisse zu bedienen, fördert der WWF einen sanften, schonenden und gelenkten Tourismus, der die Naturschutzziele nicht beeinträchtigt.

 

Ein wichtiger Randeffekt dieser Bestrebungen ist die Schaffung neuer Einkommensquellen für die Bevölkerung in einer strukturschwachen Region. Zusätzlich leisten Schutzgebiete mit ihrer Infrastruktur (zum Beispiel Informationszentren, Vogelbeobachtungstürme, ausgewiesene Picknick und Campingplätze in den Nationalparken), Wanderwegen einen wichtigen Beitrag zur Umwelterziehung und Sensibilisierung der Bevölkerung für die Belange des Naturschutzes.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Artenvielfalt
bewahren
Artenvielfalt
bewahren