Die Population der Afrikanischen Savannenelefanten in KAZA ist mit schätzungsweise 220.000 Tieren die größte verbliebene Population auf dem afrikanischen Kontinent. Und dennoch wurde die Art kürzlich von der IUCN als gefährdet eingestuft. Um die Elefanten und ihren Lebensraum effektiv schützen zu können, ist es enorm wichtig, herauszufinden, wie viele Tiere tatsächlich in dem mit Abstand größten terrestrischen Schutzgebiets-Netzwerk der Erde leben. Erstmals soll nun eine koordinierte, grenzübergreifende Erhebung aus der Luft Aufschluss darüber geben, wie es um die Afrikanischen Elefanten in KAZA steht.

Die Elefantenpopulation in Kavango-Zambesi ist die größte, zusammenhängende Elefantenpopulation der Welt, sie macht mehr als 50 Prozent der verbleibenden Savannenelefanten (Loxodonta Africana) in Afrika aus. Die IUCN hat die Art kürzlich als gefährdet eingestuft, vermerkt aber auch, dass die Bestände der Savannenelefanten in KAZA im Gegensatz zum Rest des Kontinents stabil sind oder sogar wachsen – ein deutlicher Hinweis für den Erfolg der Schutzbemühungen in der KAZA-Region.

Trotz der immensen Bedeutung dieser Elefantenpopulation gab es bisher keine koordinierten Pläne zum Schutz der Elefanten zwischen den fünf Mitgliedsländern KAZAs: Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe. In der Folge gab es nicht genügend Informationen darüber, wie verbreitet die Population in dem riesigen Gebiet ist, und wie die Tiere dort wandern. Der Grund: Bisher wurden die Elefantenpopulationen in KAZA von den einzelnen Ländern unabhängig voneinander gezählt, Methoden und Zeitpunkt der Bestandserhebungen waren nicht aufeinander abgestimmt.

Im Juli 2022 wird sich das ändern, dann werden in einem koordinierten, grenzübergreifenden Projekt vier Monate lang Elefanten aus der Luft gezählt.

Zählen für bessere Schutzmaßnahmen

Um die Elefanten besser schützen zu können – besonders angesichts der nach wie vor anhaltenden Wilderei-Problematik – einigten sich die Länder auf diese umfassende Bestandserhebung. Denn nur wenn klar ist, wie viele Tiere es tatsächlich gibt, können grenzüberschreitende Schutzmaßnahmen entwickelt werden – es braucht Vergleichsdaten, um die Naturschutzarbeit und das Management der Schutzgebiete verfolgen und bewerten zu können.

Und nicht nur das, die Schätzungen werden auch Ergebnisse für andere große Arten in KAZA liefern. Und auch Elefanten-Kadaver werden gezählt – Daten, die für die Anti-Wilderei-Arbeit enorm wichtig sind.

Darüber hinaus könnten durch die Erhebung Gebiete identifiziert werden, in denen Lebensraum verloren geht oder Elefanten und Menschen um Ressourcen konkurrieren. So können künftig bessere Landnutzungspläne entwickelt werden und Mensch-Wildtier-Konflikte verhindert werden, denn in dem etwa 520.000 Quadratkilometer großen Gebiet leben nicht nur schätzungsweise 220.000 Elefanten, sondern auch etwa zwei Millionen Menschen.

Die Ergebnisse werden den Grundstein bilden für den langfristigen Schutz und das Management der größten grenzüberschreitenden Elefantenpopulation Afrikas.

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