Diese Entwicklungen spiegeln die unterschiedlichen Zustände der Lebensräume sowie den variierenden Grad menschlicher Störungen wider. Das Verschwinden der Colobus-Affen aus Tiwi und der Zusammenbruch der Population in Kaya Ukunda deuten auf eine gravierende Verschlechterung der Lebensräume hin und lassen auf ein mögliches lokales Aussterben schließen. Ein gemischtes, aber besorgniserregendes Bild zeigt sich in Kaya Diani: Zwar ist die Population hier von 22 auf 42 Tiere angewachsen, gleichzeitig ist der Wald weiterhin stark durch Holzeinschlag und Brennholzgewinnung belastet. Der Anstieg ist daher nicht als vollständige Erholung zu werten, sondern als Fortbestand unter anhaltendem Druck.
Der Diani-Wald bleibt die wichtigste Hochburg der Art in der Region. Hier ist der Bestand von 370 auf 499 Tiere gestiegen. Dieser positive Trend ist jedoch mit Vorsicht zu betrachten, da auch dieses Waldgebiet zunehmend durch kommerzielle Erschließung und Wohnbauprojekte unter Druck gerät. Der Diani-Wald fungiert somit weiterhin als zentrales Rückzugsgebiet, ist jedoch wachsenden Bedrohungen ausgesetzt.
Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass Colobus-Affen vor allem in wenigen verbliebenen, vergleichsweise intakten Waldrefugien überleben, während Populationen in stärker gestörten und fragmentierten Lebensräumen zurückgehen. Die Daten unterstreichen die dringende Notwendigkeit, den Schutz der Lebensräume zu verstärken, degradierte Flächen zu renaturieren, die Vernetzung der Wälder zu verbessern und Landnutzungsänderungen im gesamten Diani-Kwale-Waldsystem besser zu steuern.