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Stand: 07.02.2019

Aal, der neue Goldfisch der Artenschmuggler

Glasaale © Ines Wiehle / iStock / Getty Images
Glasaale © Ines Wiehle / iStock / Getty Images

Einen Fang der besonderen Art machten Zöllner in dieser Woche im hessischen Liederbach: Sie hoben einen Ring von Glasaal-Schmugglern aus. Dabei gingen ihnen drei Verdächtige und 210.000 Glasaale in Netz. Die Männer wanderten ins Gefängnis, die jungen Aale wurden im Rhein ausgesetzt.

Der illegale Handel mit Aalen wird immer häufiger zu einem lukrativen Deal. Für ein Kilogramm Glasaale werden in Asien Preise von bis zu 5.000 Euro pro Kilogramm aufgerufen. Dort werden die jungen Tiere entweder direkt verspeist oder in Fischfarmen gemästet.

Für die Fische ist die Entwicklung mehr als bedrohlich. Der Europäische Aal (Anguilla anguilla) wurde auf der Internationalen Roten Liste bereits als „vom Aussterben bedroht" eingestuft. Durch die Aufnahme in den Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens soll er vor übermäßigem Handel geschützt werden. Der Export von in der EU wildgefangenen Europäischen Aalen in Drittstaaten außerhalb der EU ist verboten.

Die massive Überfischung hinterlässt besonders tiefe Spuren, weil die Tiere nur einmal im Leben Nachkommen zeugen. Erwachsene Fische schwimmen durch Flüsse und Meere zurück ins Sargasso-Meer weit vor der Mittelamerikanischen Atlantikküste. Hier laichen die Weibchen, lassen ihre Eier befruchten und sterben. Die nächste Generation schwimmt dann auch mit Hilfe des Golfstroms vor allem an die europäischen Küsten und wandert viele Flüsse hinauf, bevor sie sich nach einigen Jahren auf ihre letzte Reise zurück in Richtung Bermuda-Dreieck machen.

Streberwissen: Aale haben eine extrem gute Nase. Die schlangenartigen Fische können Gerüche in minimalen Konzentrationen wahrnehmen und z.B. selbst einen Tropfen Parfum im Bodensee „erschnüffeln“.

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