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Stand: 02.03.2018

Zerstörung der Wälder im Kaukasus

An der Nahtstelle zwischen Europa und Asien liegt eine der 25 biologisch reichsten Regionen der Erde. Grund genug für den WWF, trotz politischer Konflikte im Kaukasus beharrliche Aufbauarbeit im Naturschutz zu betreiben – von dem auch die Menschen profitieren. Armut und die Energiekrise zu Anfang der 1990er Jahre haben vor allem in den abgelegenen, ländlichen Regionen tiefe Narben in den artenreichen Naturwäldern hinterlassen. Fossile Energieträger wie Erdöl und Gas waren in dieser Zeit für einen großen Teil der Bevölkerung kaum noch bezahlbar. Der lokale Energiebedarf zum Heizen und Kochen musste daher zusehends mit Brennholz aus den umliegenden Wäldern gedeckt werden.

Abholzung bedroht Urwälder im Kaukasus © Aurel Heidelberg / WWF
Abholzung bedroht Urwälder im Kaukasus © Aurel Heidelberg / WWF

Da sie zusätzlich stark als Viehweide für Schafe, Ziegen und Rinder genutzt wurden, konnten die Wälder sich kaum noch verjüngen und blieben auf immer größeren Flächen dauerhaft geschädigt. Manche Gebiete wurden gar völlig entwaldet. Besonders in den Bergregionen kamen mit dem Schwinden der Wälder ganze Hänge ins Rutschen. Überschwemmungen nahmen dramatische Ausmaße an, gefährdeten die Dörfer und spülten fruchtbare Böden ins Tal.

Neue Wälder für den Kaukasus

Ein wesentlicher Eckpfeiler der WWF-Naturschutzarbeit zum Schutz der artenreichen Waldökosysteme ist daher neben der Einrichtung von Waldschutzgebieten die Förderung und politische Verankerung der naturnahen Waldwirtschaft.

Schützenswerte Wälder © Aurel Heidelberg / WWF
Schützenswerte Wälder © Aurel Heidelberg / WWF

In Armenien, Aserbaidschan und Georgien hat der WWF zwischen 2008 und 2014 mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums (BMU), des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ), der KfW-Bankengruppe und der Europäischen Union bereits über 4500 Hektar artenreiche und bedrohte Flussauen- und Bergmischwälder durch Aussaaten und Pflanzungen heimischer Baumarten in einen nahezu natürlichen Zustand zurückgebracht.

 

Weil Wälder bereits durch Raubbau stark geschädigt wurden, führt der WWF naturnahe Waldbaupraktiken ein, damit sie sich regenerieren können. Die Wälder stehen unter Schutz oder sollen in Zukunft nachhaltig bewirtschaftet werden. Das heißt: Die Menschen gewinnen Brennholz, ohne dem Wald zu schaden, produzieren Honig, sammeln Pilze, Nüsse oder Beeren und führen Touristen durch ihre Region.

 

Waldlehrpfade sollen zur Umweltbildung beitragen. Bei all dem unterstützt sie der WWF. Denn die Gemeinden sollen auf Dauer von ihren Wäldern profitieren. Deshalb werden auch regionale Baumschulen dabei unterstützt, ein breites Spektrum heimischer Baumarten wie Eichen, Linden, Buchen und viele andere in Zukunft für weitere Aufforstungen anzubieten. Dazu werden Mitarbeiter der staatlichen Forstverwaltungen geschult. 

Die Bevölkerung mit einbeziehen

Bevölkerung mit einbeziehen © Aurel Heidelberg / WWF
Bevölkerung mit einbeziehen © Aurel Heidelberg / WWF

"Die Einbeziehung der Bevölkerung, insbesondere der Landbevölkerung in den Gemeinden, in denen sich die Aufforstungsflächen befinden, ist essentiell wichtig, um die Nachhaltigkeit der wiederbewaldeten Flächen sicherzustellen", betont Aurel Heidelberg vom WWF Deutschland. "Diese wiederbewaldeten Flächen sollen in der Zukunft von den Gemeinden durchaus auch nachhaltig für die Brennholznutzung genutzt werden, um somit zusätzlich den Holzbedarf decken zu können."

 

Wo noch möglich, wird der Wald sich selbst überlassen, auf dass er sich natürlich verjüngt. All diese Flächen werden umzäunt, damit das Nutzvieh davon abgehalten wird, die frisch gepflanzten Setzlinge und keimenden Baumsprösslinge abzufressen. Die Umwandlung von Kiefern-Monokulturen und degradierten Flächen in naturnahe Mischwälder hilft auch dabei, die Wälder widerstandsfähiger gegen die Einflüsse des Klimawandels zu machen. Außerdem wird durch den Waldnachwuchs den heimischen, zum Teil einzigartigenTier- und Pflanzenarten ihr ursprünglicher Lebensraum zurückgegeben. Bereits voneinander getrennte Lebensräume können durch die Wiederaufforstung durch sogenannte grüne Korridore gezielt wieder miteinander verbunden werden.

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