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Stand: 31.01.2018

Recycling – vom Geisternetz zum Kunststoff-Pellet

Im Projektverlauf hat sich herausgestellt, dass die Vorbereitung von Geisternetzen für ein mögliches Recycling aufwändig ist. In einem ersten Schritt müssen die Netze und Taue in Handarbeit nach Materialarten getrennt und Metallteile und Bleileinen entfernt werden. In einer Waschanlage müssen im nächsten Schritt der Sand und organische Stoffe ausgewaschen werden. Erst dann kann das Material daraufhin geprüft werden, ob es sich für die Produktion von Pellets eignet. Ist das Material rein genug, kann es zu Nylon oder Polyethylen Granulat eingeschmolzen und als Recyclat zurück in den Rohstoffkreislauf eingebracht werden.

 

Von diesem Prozess konnten wir uns für ausrangierte Fischernetze bei einer dänischen Recycling-Firma bereits überzeugen. Der Weg für die Geisternetze ist jedoch noch weit: Der feine Sand der Ostsee verfängt sich in den geflochtenen Fasern und ist nur schwer wieder zu entfernen. Die Mischung aus Müll und Netzteilen, die der WWF in den allermeisten Fällen vom Ostseegrund fischt, ist kaum in sortenreines Material zu trennen. Hier haben wir noch einen weiten Weg vor uns, bis Geisternetze den Weg zurück in den Rohstoffkreislauf finden.

Dickere Taue und Schleppnetze werden aus Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE) hergestellt. Zu  Pellets eingeschmolzen können daraus wiederum neue Produkte hergestellt werden, zum Beispiel Alltagsgegenständen wie Einkaufskisten. 

Netze sind ein Rohstoff von morgen

Mit Unterstützung des Partners Tönsmeier Entsorgungswirtschaft GmbH werden industrielle Recyclingwege erprobt. Die Schwierigkeiten, die beim Recycling des mit Sand, Bleileinen und anderen Verunreinigungen versetzten Netzmaterials auftreten, werden in einer Doktorarbeit in Kooperation mit der University of Bath in England erforscht. Dabei werden auch technisch aufwändige Behandlungsverfahren der Netze, bei denen aus Plastik Rohöl oder Energiegas gewonnen werden könnten, untersucht. Bei der technischen Umsetzung der Recyclingversuche unterstützt uns auch die Vecoplan AG.

Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Geisternetzen

Die Ergebnisse fließen in den Erfahrungsbericht für MARELITT Baltic ein, um Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Geisternetzen zur Verfügung zu stellen. Diese Handlungsempfehlungen werden auch in die Politik eingebracht, unter anderem durch die Teilnahme am Runden Tisch Meeresmüll in Deutschland und durch Präsentationen bei HELCOM (Helsinki-Konvention) durch den MARELITT Partner WWF Polen.

   
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