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Stand: 17.08.2018

Tideelbe – Fluss trifft Meer

Kutter auf der Elbmündung © Karl-Ulrich Stocksieker / WWF
Kutter auf der Elbmündung © Karl-Ulrich Stocksieker / WWF

Auf Salzwiesen brüten Watt- und Wasservögel, in den Flachwasserzonen laichen seltene Fischarten und im Gezeitenbereich gedeiht der Schierlings-Wasserfenchel, ein Doldenblütler, der nur hier vorkommt: an der Tideelbe. Den nachhaltigen Schutz dieses selten gewordenen Habitats soll nun ein gemeinsames Vorhaben des WWF und der Stiftung Lebensraum Elbe (SLE) sicherstellen. Vor den Toren Hamburgs auf den ehemaligen Elbinseln von Krautsand soll eine 145 Hektar große, von Kulturfläche dominierte Fläche langfristig wieder der Natur überlassen werden. Ein Naturschutzprojekt zur Renaturierung von Ästuaren in dieser Größenordnung: das gab es in Deutschland noch nie!

Ästuare, also der Flut ausgesetzten Flussmündungen, zählen heute zu den vom Aussterben bedrohten Lebensräumen. Die Tideelbe als größtes Ästuar Deutschlands und eines der größten Ästuarien Europas fällt daher gesamtstaatliche Bedeutung zu. Brackwasserzonen finden sich hier genauso wie Süßwasserbereiche, Marschland genauso wie Deiche, Dünen und Röhrichte. Ob Wasser oder Land, das Projektgebiet bietet wertvollen Lebensraum für heimische Flora und Fauna.

Bedrohte Arten an der Tideelbe

Rohrweihe © W. Schlechtweg
Rohrweihe © W. Schlechtweg

So besonders das Ökosystem der Tideelbe, so besonders auch ihre Bewohner. 40 Arten der gesamtdeutschen und 111 Arten der niedersächsischen Roten Liste bedrohter Arten konnten bisher innerhalb der Projektregion nachgewiesen werden. Unter Wasser finden sich die durch die europäische Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (FFH) geschützten Rapfen aus der Karpfenfamilie und Schnäpel aus der Familie der Lachsartigen. Meer- und Flussneunaugen verleihen dem Gebiet fossilen Charakter. An Land präsentieren sich die Tideelbe-Bewohner nicht minder schützenswert. Die Süßgrasart Elbe-Schmiele sowie der Schierling-Wasserfenchel, eine endemische Wasser- und Sumpfpflanzenart, gedeihen weltweit nur an den Ufern der Unterelbe. Hunderte von Zugvögelarten besuchen im Winter und Frühjahr die Salzwiesen, unter ihnen Brachvogel, Rohrweihe, Graugans und Säbelschnäbler.

Bedrohungen und WWF Arbeit vor Ort

Containerschiff an der Elbmündung © Karl-Ulrich Stocksieker
Containerschiff an der Elbmündung © Karl-Ulrich Stocksieker

Jahrhundertelange Bewirtschaftung wandelte die  gesamte Unterelbe in ein von unnatürlich harten Grenzen zwischen Land und Wasser geprägtes Gebiet. Die Folgen? Verheerend: Dämme und Deiche zähmen die natürliche Dynamik der ästuartypischen Überschwemmungsgebiete, Nähr- und Schadstoffe aus der Unterelbe rauben den aquatischen Tierarten regelrecht die Luft, der gestörte Sedimenthaushalt und schließlich Verschlickung bedrohen sauerstoffhaltige Flachwassergebiete. Heute gefährdet zudem der Hochseeschiffsverkehr den wertvollen Lebensraum in und an der Unterelbe. Starker widernatürlicher Wellenschlag beeinträchtigt die Watt-, Röhricht- und Auwaldflächen.

Gemeinsam mit Partnern wollen wir hier Flächen aufkaufen, um diese Flächen renaturieren zu können. Ihre Spende versetzt uns in die Lage, das größte Vorhaben zur Renaturierung von Ästuaren in Deutschland Wirklichkeit werden zu lassen.

   
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