Naturschutzgroßprojekt Krautsand
Im Süßwasserbereich der Tideelbe, an der Grenze zur Brackwasserzone, liegt die Elbinsel Krautsand, die nach der Sturmflut 1976 eingedeicht wurde. Ihre besonderen Ökosysteme haben eine nationale Bedeutung für den Erhalt der Artenvielfalt in Deutschland. Der WWF schützt gemeinsam mit der NABU-Stiftung diese Lebensräume an der Tideelbe nachhaltig - und erschafft neue.
Zurück zu einem Naturparadies
Der Mensch hat den Lebensraum Tideelbe massiv verändert. Durch Eindeichungen gingen 90 Prozent der Überflutungsflächen verloren. Die Nutzung des Grünlands wurde intensiviert, Elbnebenarme wurden abgetrennt, die Fahrrinne immer wieder vertieft. Starker Wellenschlag schädigt die Watt-, Röhricht- und Auwaldflächen am Hauptstrom. Flachwassergebiete und Nebenelben wie die Wischhafener Süderelbe verschlicken. Und der Süßwasserbereich versalzt immer mehr. Viele ästuartypische Tiere und Pflanzen sind bereits stark gefährdet.
Nun wird Krautsand mit seinen Gewässern in ein echtes Naturparadies zurückverwandelt, der Einfluss von Ebbe und Flut wiederhergestellt und vergrößert. So bekommen Fische, Kleinkrebse, Vögel und Insekten, aber auch seltene Pflanzen wieder bessere Lebensbedingungen.
Unter dem Motto „Gemeinsam die Vielfalt der Tideelbe schützen“ wird das Projekt den einzigartigen Naturraum beleben und auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Der Bund und das Land Niedersachsen fördern die Umsetzung der Renaturierung zusammen mit fast 14 Millionen Euro. Im nächsten Schritt werden nun die benötigten Flächen durch die NABU-Stiftung gekauft und für die Umsetzung der Maßnahmen durch den WWF aufgestockt.
„Wir freuen uns sehr, dass wir auf Krautsand jetzt mit der Umsetzung der geplanten Maßnahmen beginnen können. Mit der Renaturierung von tidebeeinflussten Lebensräumen leisten wir auch einen wichtigen Beitrag zur Wiederherstellung bedrohter Küstenökosysteme.“
Kathrin Samson, Vorständin Naturschutz beim WWF Deutschland
Laufzeit:
Projekt I 2020 - 2023 (Erstellung des Pflege- und Entwicklungsplans, kurz PEPL)
- Erfolgreich abgeschlossen durch die Inkraftsetzung des PEPL durch die Fördermittelgeber und die Naturschutzbehörde am 24.01.2024.
Projekt II 2026 – 2034 (Umsetzungsphase):
- Start der Umsetzungsphase war am 01.06.2026
Projektgebiet: 2.805 Hektar, Insel Krautsand, ausgenommen die Ortschaft Krautsand; weitgehend ausgewiesen als Natura2000-Gebiet gemäß der EU-Vogelschutz- und Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie.
Was wir umsetzen wollen: Wasserbaulichen Maßnahmen wie die Revitalisierung von Wischhafener Süderelbe und Ruthenstrom, Schaffung von zwei Grünland-Wasserlandschaften, die auch bei Ebbe nicht trockenfallen. Die Entwicklung von Uferlebensräumen auf erworbenen Flächen, Entwicklung von artenreichem Grünland aus Weiden und Äckern, die Umwandlung von Pappelforsten in naturnahe Auen- und Marschenwälder und die Neuentwicklung tidebeeinflusster Weichholzauwälder.
Lebensräume: überwiegend Grünland von ehemaligen Prielen und Gräben durchzogen, Nebenarme der Tideelbe, ästuartypische Lebensräume wie vegetationsfreie Wattflächen, Süß- und Brackwasserröhrichte sowie Fragmente von tidebeeinflussten Auwäldern.
Geschütze Arten: Finte, Fluss- und Meerneunaugen, Schlammpeitzger, Rohrdommel, Kiebitz, Uferschnepfe Rotschenkel, Großer Brachvogel, Wasserfledermaus, Sumpfdotterblume, Seefrosch, Grüne Mosaikjungfer (44 Arten Rote Liste bundesweit; 75 Arten Rote Liste Niedersachen, 30 Arten europaweit geschützt.) Und der Schierlings-Wasserfenchel, ein Doldenblütler, gedeiht nirgends sonst auf der Welt.
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Ästuarschutz an Elbe und Ems -
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Tier- und Pflanzenarten im Elbeästuar
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Tideelbe – Fluss trifft Meer
Weitere Informationen und Downloads
- Pflege- und Entwicklungsplan Naturschutzgroßprojekt Krautsand
- Flyer zum Naturschutzgroßprojekt Krautsand
- chance.natur – Bundesförderung Naturschutz
- NABU Stiftung Nationales Naturerbe
- Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz
- Niedersächsisches Umweltministerium
- Bundesumweltministeriums (BMU)