Ziel des Naturschutzgroßprojekts Krautsand ist es, das Potenzial der Region zu nutzen und tidebeeinflusste, ästuartypische Lebensräume zu schaffen. Die Maßnahmen, mit denen der hohe ökologische Wert der Region gefördert und erhalten werden soll, sind vielfältig. Das Projekt gliedert sich deshalb in mehrere Phasen.

In Phase I (geplant 3 Jahre) wird ein Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL) erstellt. In diesem werden auf Basis naturschutz- und wasserwirtschaftlicher Erhebungen und sozioökonomischer Rahmenbedingungen Maßnahmen entwickelt und lokalisiert.

In Phase II (geplant 10 Jahre) werden die Maßnahmen umgesetzt und dafür Grundstücke über den Projektpartner, die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe, angekauft. In einer projektbegleitenden Arbeitsgruppe, zu der wichtige lokale Akteur:innen eingeladen sind, werden die Zwischenergebnisse und geplanten Maßnahmen vorgestellt und diskutiert. Sie können nur mit Zustimmung der zuständigen Behörden, Verbände und betroffenen Flächeneigentümer:innen umgesetzt werden.

Pflege- und Entwicklungsplan

Landschaftsbild Asselersand © Claudi Nir / WWF Deutschland
Landschaftsbild Asselersand © Claudi Nir / WWF Deutschland

In Phase I werden fachlich valide und transparent Maßnahmen entwickelt und ein Pflege- und Entwicklungsplan erstellt. In die Erstellung eines solchen Planes fließen umfangreiche Bestandserhebungen von Flora und Fauna ein: Fische, Rundmäuler und Makrozoobenthos in den Gewässern sowie Amphibien, Libellen, Tagfalter und Widderchen, Heuschrecken, Fledermäuse, Pflanzen und Biotoptypen. Diese sind die Basis für die Erfassung von Beeinträchtigungen, Gefährdungen, Konflikten und die Bewertung der Schutzwürdigkeit des Planungsraums.

Es wird ein Leitbild für den Planungsraum entwickelt und mit dem heutigen Zustand verglichen. Für die defizitären Abweichungen vom Leitbild müssen die Ursachen ermittelt werden. Unter Berücksichtigung dieser Ergebnisse und der Ergebnisse eines „Wasserbaulichen Vorplanungskonzeptes“ sowie einer „Sozioökonomischen Studie“ werden Entwicklungsziele definiert. Abschließend werden dann die Maßnahmen identifiziert, mit denen das Zielkonzept umgesetzt werden kann.

Die Aufstellung des Pflege- und Entwicklungsplans lässt sich in folgende Meilensteine einteilen:

Was? Wann?
Beauftragung des PEPL Februar 2021
Beauftragung des „Wasserbaulichen Vorplanungskonzepts“ Februar 2021
Beauftragung der „Sozioökonomischen Studie“ Januar 2021
Ergebnisse der Erfassung, Vermessung und Beschreibung des Gewässersystems Sommer 2021
Entwicklung des Leitbildes Herbst 2022
Aufbau eines 3D-hydromorphologischen Modells Sommer 2021
Festlegung der Szenarien, die hydromorphologisch untersucht werden sollen Sommer 2021
Ergebnisse der naturkundlichen Bestandserfassungen Januar 2022
Defizit- und Ursachenanalyse hinsichtlich der ökologischen Situation Frühjahr 2022
Entwicklung der Zielkonzeption Frühjahr 2022
Finale Ergebnisse der „Sozioökonomischen Studie“ März 2022
Ergebnisse der hydromorphologischen Auswirkungen der untersuchten Szenarien Frühjahr/Sommer 2022
Entwicklung von Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele Frühjahr/Sommer 2023
Fertigstellung PEPL Sommer 2023

 

Die Hydromorphologie eines Gewässers beschreibt die aktuell bestehende Beschaffenheit eines Gewässers und dessen Fließverhalten.

Was bedeutet hydromorphologisch?

Wie laufen die Projektphasen ab?

Während der einzelnen Projektphasen wechseln sich Abschnitte der Bewertung und Planung mehrfach ab. Der Bestandsaufnahme vor Ort folgt eine erste Phase der Aus- und Bewertung, die Bestandsanalyse. Aufgabe der Bestandsanalyse ist es, Grundlagen für die Konkretisierung der Zielvorstellungen des Naturschutzes zu schaffen.

Diese realisierbaren und umsetzbaren Zielvorstellungen sind der Maßstab für die zweite Phase der Bewertung: Hier wird der tatsächliche Zustand des Planungsraums (Ist) mit dem angestrebten Zustand verglichen (Soll).

In einer Ursachenanalyse werden die Gründe für Differenzen zwischen Ist und Soll ermittelt. Aus dem Ist-Soll-Vergleich und der Ursachenanalyse lassen sich Wege aufzeigen, die zu einer Verwirklichung der Zielvorstellungen führen. Es werden Maßnahmen abgeleitet, die das Naturschutzgroßprojekt zu einem „Leuchtturm-Vorhaben“ für den Schutz von tidebeeinflussten Flussmündungen machen.

In Phase II soll dann der Pflege- und Entwicklungsplan umgesetzt werden.

  • Ästuartypsiche Lebensräume in der Wischhafener Süderelbe © Claudi Nir WWF 1 Das Naturschutzgroßprojekt Krautsand

    Der WWF Deutschland will gemeinsam mit er NABU-Stiftung die Lebens­räume an der Tideelbe im Land­kreis Stade in Niedersachsen nachhaltig schützen und neue schaffen. Weiterlesen ...