Die Einzugsgebiete des Ungwasi zählen zu den wichtigsten Wasserscheiden der Region Kilimandscharo-Amboseli-Tsavo. Der Fluss, gespeist von Wasser, das von den Hängen des Kilimandscharo talwärts fließt, ist für viele Menschen in der Region eine unverzichtbare Lebensader: Er versorgt die Bevölkerung mit Wasser, sichert zentrale Ökosystemleistungen und trägt zur wirtschaftlichen Entwicklung hier in Tansania bei, aber auch jenseits der Grenze in Kenia.
Wasser, Wald und Wandel am Kilimandscharo
Wasser ist Leben. Im Einzugsgebiet des Flusses Ungwasi, in der Amboseli-Kilimandscharo-Ökoregion, setzt sich der WWF gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften dafür ein, diese kostbare Ressource zu bewahren. Denn wo Wasser verschwindet, geraten ganze Ökosysteme ins Wanken – und mit ihnen die Zukunft der Menschen. Eine starke Stimme für den Schutz des Wassers ist Lucy Masenge. Mit Leidenschaft setzt sie sich für Umweltschutz und eine nachhaltige Wasserwirtschaft ein – für eine lebenswerte Zukunft.
Lucy Masenge macht anderen Mut. Sie ist ein Vorbild – besonders für Frauen in ihrer Gemeinde. Sie ermutigt sie, sich aktiv an Umweltschutz- und Entwicklungsmaßnahmen zu beteiligen und zeigt: Frauen sind eine tragende Säule beim Schutz natürlicher Ressourcen und beim Aufbau widerstandsfähiger Gemeinschaften. Und dieser Einsatz ist überlebenswichtig, denn menschliche Eingriffe und die Klimakrise bringen Ökosysteme und damit die Lebensgrundlagen der Menschen in Gefahr.
Lebensader Fluss
Doch diese Lebensader droht zu versiegen. Menschliche Eingriffe und die Klimakrise haben den natürlichen Wasserlauf stark verändert: Aus einem einstmals ganzjährig fließenden Gewässer ist ein saisonaler Fluss geworden. Die Folgen sind gravierend: Wasser wird knapp, Waldbrände sowie Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren nehmen zu.
Diese Konflikte entstehen, weil Menschen auf der Suche nach Wasser und Nahrung immer weiter in Wälder und Schutzgebiete vordringen. Die Situation wird durch fehlende nachhaltige Ressourcenbewirtschaftung verschärft: Die Nutzung übersteigt längst die Tragfähigkeit des Ökosystems und gefährdet damit die Lebensgrundlagen der gesamten Region.
Gemeinsam für sauberes Wasser und intakte Natur
Doch es gibt Hoffnung. Gemeinsam mit Partnerorganisationen und Gemeinden vor Ort arbeitet der WWF daran, diesen Kreislauf zu durchbrechen. In 23 Dörfern im Einzugsgebiet des Ungwasi entstehen gemeindebasierte Wassernutzerverbände (Water User Associations, WUA), die Verantwortung übernehmen – für ihr Wasser, ihre Umwelt und ihre Zukunft.
Diese Verbände bringen die von den Wassereinzugsgebieten abhängigen Menschen zusammen und befähigen sie, eine aktive Rolle beim Schutz der Wasserquellen und der umliegenden Ökosysteme zu übernehmen. Sie organisieren eine gerechte Wasserverteilung, vermitteln bei Konflikten und kümmern sich um die Instandhaltung der Infrastruktur.
Gleichzeitig bringen sie die Natur zurück: So wurde unter anderem eine Baumschule eingerichtet, in der Setzlinge für Aufforstungs- und Renaturierungsmaßnahmen herangezogen werden. Entlang der Flussläufe werden Ufer bepflanzt und renaturiert. So werden die Wassereinzugsgebiete gesichert und das Ökosystem Schritt für Schritt regeneriert.
Das übergeordnete Ziel: Die Wasserquellen im Kilimandscharo-Amboseli-Ökosystem schützen und wiederherstellen, geschädigte Landschaften renaturieren und den Druck auf Wälder und Schutzgebiete verringern. Denn wenn Gemeinden vor Ort Zugang zu sauberem Wasser haben, müssen sie nicht länger in Wälder und Schutzgebiete vordringen, um Wasser zu holen oder Holz zu gewinnen. Unterstützt wird dieses Engagement durch das BMZ-Projekt „Unganisha“.
Lucy Masenge: Eine Stimme für Wandel
Mitten in diesem Wandel steht Lucy Masenge aus Mkuu im Bezirk Rombo. Sie ist aktives Mitglied der Ungwasi Water Users Association – und weit mehr als das. Als Verfechterin positiver Veränderungen ist sie durch ihr Engagement und ihre Führungsstärke zu einer der wichtigsten Stimmen für Umweltschutz und nachhaltige Wasserwirtschaft in ihrer Gemeinde geworden.
Eine zentrale Rolle spielt Lucy Masenge beim Betrieb einer Baumschule, die Setzlinge für Baumpflanzungen und Renaturierungsmaßnahmen im Einzugsgebiet des Ungwasi liefert. Sie mobilisiert Gemeindemitglieder, sich zu engagieren und rund um Wasserquellen Bäume zu pflanzen, um degradierte Flächen wiederherzustellen. Jeder gepflanzte Baum ist ein Schritt hin zu gesünderen Böden, die mehr Wasser speichern können und zu einem ökologischen Gleichgewicht – entscheidend für eine verlässliche Wasserversorgung heute und in Zukunft.
Lucy Masenges Geschichte zeigt, was möglich ist, wenn Menschen Verantwortung übernehmen und gemeinsam handeln. Sie macht deutlich, dass Wandel möglich ist. Durch Initiativen wie das BMZ-Projekt „Unganisha“ werden Frauen wie sie befähigt, Naturschutzmaßnahmen aktiv mitzugestalten und Wasserressourcen sowie natürliche Ökosysteme zum Wohle aller langfristig zu schützen. Aus Einzelnen werden starke Gemeinschaften – und aus Engagement wächst Veränderung.
Ihre Spende hilft
Gemeinsam können wir in Unganisha noch mehr bewegen. Unterstützen Sie den WWF dabei, Wasserquellen zu schützen, Lebensräume zu erhalten und Menschen wie Lucy Masenge zu stärken. Jeder Beitrag hilft, die Natur am Kilimandscharo zu bewahren – und damit die Lebensgrundlagen von Mensch und Tier langfristig zu sichern.
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Kenia und Tansania