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Stand: 02.04.2020

Notruf aus Namibia - Corona-Krise bedroht Schutzgebiete

Ein dramatischer Notruf erreicht uns in diesen Tagen von Chris Weaver, Direktor des WWF Namibia: Das Corona-Virus erreicht nun auch den afrikanischen Kontinent und droht, sich zu einer sozialen und ökologischen Katastrophe in den ländlichen Gebieten Namibias auszuweiten. Tausende Menschen, die im Naturschutz und Tourismus arbeiten, werden ihre Jobs verlieren und in existenzielle Not geraten. Und anders als in Deutschland können sie nicht mit staatlichen Sofortmaßnahmen oder Hilfsprogrammen in Milliardenhöhe rechnen.

Dorf im Kwandu-Gemeindeschutzgebiet in Namibia © Folke Wulf / WWF
Dorf im Kwandu-Gemeindeschutzgebiet in Namibia © Folke Wulf / WWF

Ganz konkret stehen in den lokalen Gemeinden die Arbeitsplätze und Existenzgrundlagen von 640 Gemeindewildhüter:innen, 300 Mitarbeiter:innen und 1.175 Tourismus-Angestellten in den Gemeindeschutz- und WWF-Projektgebieten auf dem Spiel. In der Folge ist zu befürchten, dass viele Menschen versuchen werden, sich und ihre Familien mit Wilderei und illegalem Wildtierhandel über Wasser zu halten. Die Not der Menschen trifft auch direkt den Naturschutz.

Kaum Zugang zu Krankenhäusern

Dramatisch wird sich in den kommenden Wochen die Ausbreitung des Covid-19-Virus auch auf die bereits jetzt mangelhafte Gesundheitsversorgung der Menschen auswirken. Noch sind die Infektionszahlen niedrig, aber welche Folgen steigende Infektionszahlen für die Landbevölkerung haben werden, mag man sich kaum ausmalen. Schon in den Städten ist das Gesundheitssystem schlecht. Die Landbevölkerung hat häufig weder Zugang zu Ärzt:innen noch zu Krankenhäusern. Auf einen Arzt kommen im Durchschnitt etwa 2.700 Menschen (zum Vergleich: in Deutschland sind es etwa 285 Menschen).

Keine Touristen bedeutet große Not für Mensch und Natur

Gemeindewildhüter in East Caprivi © Gareth Bently / WWF USA
Gemeindewildhüter in East Caprivi © Gareth Bently / WWF USA

Nach Schätzungen der namibischen Tourismusindustrie werden in den nächsten drei bis vier Monaten überhaupt keine Tourist:innen mehr ins Land reisen. Das sind katastrophale Perspektiven für die Landbevölkerung Namibias, die ohnehin schon unter den Folgen einer seit vier Jahren anhaltenden Dürre leidet. Die Landwirtschaft liegt brach und die Mehrheit der Menschen lebt hier am Rande des Existenzminimums.

Durch die Arbeit in Projekten, die Naturschutzorganisationen seit dreißig Jahren gemeinsam mit der Regierung erarbeitet haben, konnten viele sich aus der Not befreien.
Ihre Arbeit in den Lodges, als Gemeinewildhüter:innen oder Fahrer:innen auf ökotouristischen Safaris kam sowohl dem Tourismus als auch dem Naturschutz zu Gute. Der Zusammenbruch dieser langjährigen und mühsamen Aufbauarbeit für den Naturschutz und die Landbevölkerung Namibias scheint kaum noch aufzuhalten zu sein.

Elefanten in Namibia © Tania Curry/WWF-US
Elefanten in Namibia © Tania Curry/WWF-US

Wilderei als letzter Ausweg aus der Armut

Elefanten, Antilopen, Büffel und Löwen sind nur einige der charismatischen und bedrohten Arten Namibias, deren Bestand sich in den letzten Jahren durch die gute Zusammenarbeit von Gemeinden, Naturschutz und Regierung allmählich erholt hat.

Wenn die verarmte Landbevölkerung jetzt nur noch mit Wilderei und illegalem Wildtierhandel ihr Überleben sichern kann, werden viele Tierarten erneut an den Rand des Aussterbens gedrängt.

Notfallfonds für Namibias Wildhüter

Helfen Sie uns, die Menschen in Namibia in dieser schwierigen Situation zu unterstützen. Mit Ihrer Spende tragen Sie dazu bei, dass die Arbeitsplätze der Gemeindewildhüter:innen für ein Jahr gesichert werden. Das kann ein ganzes Dorf retten, denn von diesem Einkommen leben bis zu zehn Familienmitglieder in den Gemeinden! Ihre Spende wirkt: Sie ist eine unverzichtbare Maßnahme zur Armutsbekämpfung in den Gemeinden und zur Verhinderung von Wilderei. Die unvergleichliche Natur Namibias braucht jetzt so dringend wie nie unsere Hilfe. Und die Menschen, die für ihren Erhalt kämpfen, unsere Solidarität und Unterstützung.

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