Ammerschlucht © Claire Tranter / WWF
Ammerschlucht © Claire Tranter / WWF

Mit Ausnahme der energetischen Nutzung an den beiden Wasserkraftwerken Kammerl und Ammermühle fließt die Ammer in ihrem Schluchtabschnitt zwischen Altenau und Peißenberg noch überwiegend wild und frei. An wenigen Stellen wächst dort auch noch die Deutsche Tamariske, eine „Zeigerart“ für alpine Wildflüsse. Sie gedeiht auf frischen Kiesbänken, die nur dann entstehen, wenn ein Fluss frei fließen und bei Hochwasserereignissen sein Bett immer wieder neu formen kann. Damit ist das Vorkommen der Art ein Indikator für gute ökologische Bedingungen in einem Gebirgsfluss.

Auch der Flussuferläufer benötigt offene Kiesbänke, weil er dort seine Eier ablegt. Auf den blanken Kiesflächen des Ammeroberlaufs leben seltene Heuschrecken wie die Gefleckte Schnarrschrecke und der Kiesbankgrashüpfer. Das sind unauffällige Arten. Ihre Anwesenheit aber signalisiert: hier ist die Natur intakt und wild. Unter den 28 Fischarten, die in der Ammer vorkommen, sind einige gefährdete Vertreter wie Bachforelle, Äsche, Koppe und Huchen.

Aufgrund der Bemühungen, bestehende Barrieren in der Ammer zu entfernen, verbessern sich die Voraussetzung für die Seeforelle, einem Wanderfisch, der zum Laichen aus dem Ammersee in die Zuflüsse schwimmt. 

In den Bereichen um Ober- und Unterammergau sowie zwischen Peißenberg und der Mündung in den Ammersee wurde die Ammer in der Vergangenheit begradigt und eingedeicht, um die Siedlungen vor Hochwasser zu schützen und fruchtbare Böden entlang des Flusses zu bewirtschaften. Immer wieder werden Ideen geäußert, bestehende Wehre an der Ammer für die Energiegewinnung zu nutzen. Aktuell läuft die Planung eines Kleinwasserkraftwerks an der Halbammer, einem wichtigen Zufluss zur Ammer. Derartige Planungen stehen dem Abbau alter Wehre und der gewünschten Renaturierung der veränderten Flussbereiche im Weg.

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