Unter dem Motto „Werden Sie Flussbefreier“ konnten sich Kommunen, Besitzer:innen von Kleinwasserkraftwerken und Verantwortliche aus der Wasserwirtschaft von Februar bis Mai 2023 mit Vorschlägen für konkrete Rückbauprojekte bewerben. Neben drei Pilotprojekten in Bayern wird mit Mitteln der Deutschen Postcode Lotterie – zu kleineren Anteilen auch von der PSD Bank München und der Heizungsfirma Vaillant  – der Rückbau einer ungenutzten Wehranlage an der Volme in Nordrhein-Westfalen gefördert.

WWF unterstützt Rückbau der Wasserkraftanlage Roland-Volme

Deutsche Postcode Lotterie

Die ehemalige Wasserkraftanlage Roland-Volme in Hagen-Rummenohl wurde vor über 35 Jahren von der Familie Winkler erworben, die die Anlage ursprünglich wieder in Betrieb nehmen wollte. Doch mit dem Erwerb wurde auch eine offene Auseinandersetzung übernommen. Denn zu Zeiten des Stillstands der Anlage wurden kommunale Rohre durch den Auslaufkanal gebaut.

Nach einigem Hin und Her war klar: Die Rohre bleiben und werden nicht entfernt. So war der Auslaufkanal aber nicht mehr nutzbar für die Wasserkraftanlage; andere Möglichkeiten für den Auslauf wurden aufgrund der dortigen baulichen Gegebenheiten als unwirtschaftlich eingestuft. Zusätzlich hatte sich mittlerweile ein Biotop im ungenutzten Zulaufkanal gebildet, weshalb die Umweltbehörde ein negatives Signal für die Reaktivierung des Wasserkraftstandortes gab.

Nach langem Ringen entschied sich die Familie Winkler schließlich dafür, den Wasserkraftstandort aufzugeben, das Wehr zurückzubauen und das Einlaufbauwerk endgültig zu versiegeln. Sie bewarb sich mit dem Projekt beim Flussbefreier-Wettbewerb und nach einer Vor-Ort-Begehung entschied der WWF im September 2023, den Rückbau mit Restmitteln aus dem Wettbewerb in Höhe von 10.000 Euro zu unterstützen.

Die Arbeiten wurden noch im späten Herbst 2023 begonnen. Aufgrund der schlechten Witterung, der Laichzeit der Forellen sowie den winterlichen hohen Wasserabflüssen war eine Fortsetzung der Arbeit dann aber erst Anfang April 2024 möglich. Mitte Mai 2024 konnten die letzten Erdarbeiten fertiggestellt werden.

Die Familie Winkler ist dem WWF für seine Unterstützung dankbar, da sie gerade dabei ist, ihre Wasserkraftanlagen in anderen Bundesländern auf den neusten ökologischen Stand zu bringen.

Obsolete Querbauwerke zurückzubauen und der Natur an diesen Stellen wieder freien Lauf zu lassen, ist ein zentrales Anliegen der Naturschutzarbeit des WWF.

So können Sie den WWF bei Naturschutzprojekten unterstützen

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