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Stand: 02.03.2018

Wilderei bekämpfen und Arten wieder ansiedeln

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er-Jahre erreichte die Wilderei im Kaukasus einen dramatischen Höhepunkt. In diesen Jahren wurden viele Wildtierpopulationen stark dezimiert (wie Leoparden, Steinböcke und Wildschafe) oder verschwanden regional gänzlich. Seit Mitte der 1990er-Jahre unterstützt der WWF die Behörden und Schutzgebietsverwaltungen dabei, in für den Artenschutz wichtigen Regionen die Wilderei effizient zu bekämpfen. Außerdem führt er Wildtierüberwachungen, wie beispielsweise mit Hilfe von Kamerafallen und DNA-Analysen, durch. Mit den Daten können wichtige Aussagen zum Zustand und Entwicklung wichtiger Schlüsselarten (wie Leopard, Steinböcken und Wildschafen) getroffen werden, um dann entsprechende Naturschutzschutzmaßnahmen einzuleiten bzw. anzupassen.

Steinbock - Wichtige Schlüsselart im Kaukasus © Aurel Heidelberg / WWF
Steinbock - Wichtige Schlüsselart im Kaukasus © Aurel Heidelberg / WWF

In den Schutzgebieten wurden Schutzhütten errichtet und Gebietsgrenzen durch Schlagbäume gesichert. Wildhüter wurden besser ausgebildet und mit dringend benötigter Ausrüstung wie Ferngläsern, Geländewagen, Pferde und GPS-Geräten ausgerüstet. Die Ergebnisse des Monitorings in einigen Projektgebieten lassen darauf schließen, dass die langfristigen, umfangreichen Naturschutzmaßnahmen bereits erste Erfolge zeigen und sich einige Wildtierbestände wie Bezoar-Ziege und Gmelin-Mufflon erholen. Die im Juli 2016 durch den WWF gebrachten Nachweise über fünf Jungleoparden im Zangezur- und Talish-Gebirge lassen hoffen, dass sich dieser Trend auch langfristig auf die gesamte noch zu kleine Leopardenpopulation fortsetzt und diese Art im Kaukasus überleben kann. 

Arten wieder Ansiedeln und Wildtiere überwachen

Wisent © Aurel Heidelberg / WWF
Wisent © Aurel Heidelberg / WWF

Der WWF führt ergänzend zusammen mit den Schutzgebietsverwaltungen und lokalen Behörden ein umfangreiches Wiederansiedlungsprogramm durch und hilft zugleich dabei, die Wilderei effizient zu bekämpfen.

 

  • Im russischen Sotschi-Nationalpark unterstützt der WWF-Russland die Wiederansiedlung des Kaukasus-Leoparden, von dem es nur noch 40 bis 60 Tiere in der Wildnis gibt. Die ersten drei Leoparden aus einem hierfür großflächig angelegten Zuchtgehege wurden im Sommer 2016 in die freie Wildbahn entlassen.
  • Im russischen Teil des Großen Kaukasus unterstützt der WWF ein umfangreiches Auswilderungsprogramm für den Europäischen Wisent (Kaukasus-Tiefland-Zucht-Linie). Die dortige Population konnte in den vergangenen Jahren von 40 auf über 100 Tiere erhöht werden.

  • Im aserbaidschanisch-georgischen Grenzgebiet wurden seit 2013 (mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit) 70 Kropfgazellen ausgewildert und einige davon mit GPS-Senderhalsbändern ausgestattet, um ihre Bewegungsmuster zu beobachten. Die Ergebnisse werden dabei helfen, dort eine neue, eigenständige Gazellen-Population aufzubauen. Um eine vitale Populationsgröße zu erreichen, sollen ab 2017 weitere Tiere ausgewildert werden. Die Population ist heute (Stand Ende 2017) bereits auf natürlichem Wege auf rund 100 Tiere angewachsen.

  • Im nordarmenischen Dilijan-Nationalpark laufen Vorbereitungen für die Wiederansiedlung des Kaukasus-Maral-Hirsches. Neben der Beratung bezahlt der WWF auch den Bau eines zehn Hektar großen Zuchtgatters und unterstützt das armenische Umweltministerium dabei, die ersten Zuchttiere aus dem Iran und Russland zu überführen.

 

Durch die verstärkte Präsenz von Wildhütern und eine zunehmende Sensibilisierung der Bevölkerung konnte in vielen WWF-Projektgebieten die Wilderei eingedämmt werden. Doch noch immer leiden vor allem Leopard und andere Wildarten unter Verfolgung und Lebensraumverlust.

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