Nasaru heißt „retten“, Olosho bedeutet „Gemeinschaft“ – und genau das ist es, was der WWF und seine Partner:innen im Gemeindeschutzgebiet Nasaru Olosho erreichen möchten: Eine Gemeinschaft schützen und erhalten, zu der Menschen und ihr Vieh ebenso gehören wie Wildtiere und die Natur. Nasaru Olosho soll ein friedliches Zusammenleben in einer ökologisch intakten Landschaft ermöglichen und dabei nachhaltige Einkommensquellen für die Menschen schaffen.

Das vom WWF initiierte Gemeindeschutzgebiet Nasaru Olosho ist Teil einer jahrhundertealten, von semi-nomadischer Viehhaltung der Massai geprägten Kulturlandschaft im südlichen kenianischen Wildtierkorridor. Die Landschaft ist geprägt von der Weite der naturnahen Savanne – Lebensraum für Menschen, ihr Nutzvieh und zahlreiche Wildtiere.

Das Nasaru Olosho Gemeindeschutzgebiet fügt sich dabei wie ein Puzzelteil in den Wildtierkorridor ein, der wiederum eine wichtige Verbindung zwischen den Landschaften Mara, Amboseli und Tsavo schafft.

Ziel der Arbeit des WWF in Nasaru Olosho ist es, gemeinsam mit den Menschen vor Ort ihre Lebensbedingungen zu verbessern, die Lebensräume und Wanderkorridore für Wildtiere zu sichern, das Gebiet – wo erforderlich – zu renaturieren und mit Hilfe von Gemeindewildhüter:innen Wilderei zu verhindern und die Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren zu entschärfen.

Informationen zum Nasaru Olosho-Gemeindeschutzgebiets

Lage: Das Nasaru Olosho-Gemeindeschutzgebiet befindet nordöstlich des Amboseli-Nationalparks in Kenia. Es liegt im Bezirk Kajiado East des Kajiado County im südlichen kenianischen Wildtierkorridor. Vom Mara Ökosystem erstreckt sich dieses Richtung Osten über den großen afrikanischen Grabenbruch zur Amboseli-Region und weiter zum Tsavo-Nationalpark. Er ist das bisher fehlende Teil in einem Mosaik aus Schutzgebieten, die im südlichen Wildtierkorridor Kenias das Amboseli–Tsavo-Ökosystem bilden.  Im Osten grenzt das Chyulu Hills Schutzgebiet an.

Fläche: etwa 10.200 Hektar – verwaltet von 1.700 Mitgliedern (Landbesitzer:innen).

Lebensraum: Die Landschaft in Nasaru Olosho ist geprägt von trockener bis halbtrockener Savanne aus offenen Graslandschaften und Wäldern mit Afrikanischem Salbei und Akazien. Das Land ist eben bis sanft hügelig und steigt in Richtung der Chyulu Hills an.

Das bedroht das Nasaru Olosho Gemeindeschutzgebiet

Gruppe Afrikanischer Savannenelefanten © Martin Harvey / WWF
Gruppe Afrikanischer Savannenelefanten © Martin Harvey / WWF

Wo Menschen und Wildtiere sich einen Lebensraum teilen, kommt es zu Konflikten. Um ihr Vieh vor Löwen, Elefanten oder Hyänen zu schützen, errichten die Menschen Zäune – und unterbrechen so die so wichtigen Wanderrouten der Wildtiere. Kommt es einmal doch zu Konflikten, passiert es immer wieder, dass Menschen Wildtiere töten, weil sie sich nicht anders zu helfen wissen.

Hinzu kommt die zunehmende menschliche Infrastruktur bei fehlender Flächennutzungsplanung. All das könnte in den nächsten Jahren dazu führen, dass wichtige Wildtierpopulationen und ihre Lebensräume schwinden.

Deshalb war und ist die Arbeit des WWF im Nasaru Olosho Gemeindeschutzgebiet so wichtig: Mit Hilfe des WWF wurde Nasaru Olosho offiziell als „Conservancy Nature Trust“ anerkannt, der die Flächen dauerhaft schützen und dem Ausverkauf entziehen kann. Außerdem wurde das Schutzgebiet mit Unterstützung des WWF formal als Mitglied der Kenya Wildlife Conservancies Association (KWCA), des nationalen Dachverbands für alle Schutzgebiete in Kenia, anerkannt.

Damit ist modellhaft einer der wichtigsten, bisher unzureichend geschützten Korridore und Wildtierlebensräume in der Region gesichert!

Das macht der WWF in Nasaru Olosho

Solarbetriebener Brunnen © WWF Deutschland
Solarbetriebener Brunnen © WWF Deutschland

Im Nasaru Olosho Gemeindeschutzgebiet arbeitet der WWF zusammen mit der Bevölkerung an der Sicherung wichtiger Lebensräume und ihrer Konnektivität, dem Schutz der Populationen beispielsweise von Löwen, Elefanten und Giraffen und an der Minderung von Mensch-Wildtier-Konflikten.

Zudem entwickelt der WWF gemeinsam mit den Menschen vor Ort alternative Einkommensquellen und erarbeitet Strategien, um die Resilienz der Gemeinden angesichts der Klimakrise zu erhöhen.

Bereits umgesetzt:

  • Um sieben Schulen herum wurden solarbetriebene Schutzzäune aufgestellt, um Mensch-Wildtier-Konflikten vorzubeugen und den Kindern eine sichere Teilnahme am Unterricht zu ermöglichen. Durch diese Maßnahmen erhöht sich die Akzeptanz der Gemeindemitglieder gegenüber den Wildtieren deutlich.
     
  • 14 Gemeindegruppen mit insgesamt 210 Frauen und 210 Jugendlichen profitierten von 100 Bienenstöcken, die der Verbesserung ihrer Lebensgrundlagen dienen.
     
  • Es wurden sechs große Regenwassertanks aus Beton mit einem Volumen von jeweils 50.000 Kubikmetern instandgesetzt und ein Tank mit einem Fassungsvermögen von 100.000 Kubikmetern für eine Schule und Gemeinde neu errichtet. Damit ist für die Gemeinden eine ausreichende Wasserversorgung gesichert und Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren werden verringert. Denn die Viehhirten sind in der Trockenzeit nicht mehr auf die Wasserstellen angewiesen, die innerhalb des Schutzgebiets liegen.
     
  • Vier solarbetriebene Brunnen wurden gebohrt und in Betrieb genommen. Sie helfen, Mensch-Wildtierkonflikte zu mindern, die durch die knappen Wasserressourcen entstehen.
     
  • 20 Gemeindewildhüter:innen, die zuvor auf freiwilliger und unregelmäßiger Basis Aufgaben bei der Wildtierüberwachung übernommen hatten, erhalten nun monatliche Zahlungen für strukturierte Wildtierüberwachungsaufgaben und Patrouillen. Die Scouts wurden mit Motorrädern, Kamerafallen, Ferngläsern, Lampen zur Abschreckung von Löwen und mit GPS-Geräten für ihre Kontrollgänge ausgestattet.
     
  • In besonders gefährdeten Gebieten werden raubtiersichere Viehgehege („Bomas“) an die Landwirt:innen verteilt.

Mit Ihrer Spende helfen Sie, dass das Nasaru Olosho Gemeindeschutzgebiet eine intakte Landschaft für Menschen und Wildtiere schützt und zu einem Modellprojekt für andere Schutzgebietsprojekte wird.

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