1. Hoch und schwer
Giraffen sind nicht nur das höchste Tier der Welt, sondern gehören auch zu den schwersten Säugetieren der Welt. Giraffenbullen können bis zu 1,9 Tonnen schwer werden.
2. Lange, blaue Wunderzunge
Die Zunge von Giraffen kann fast einen halben Meter lang werden und ist sehr kräftig. Sie können sich damit die Augen reiben und nutzen sie zum Greifen von Ästen und dem Abstreifen der Blätter. Die bläuliche Färbung schützt vermutlich vor der intensiven Sonneneinstrahlung beim Fressen. Außerdem ist sie so beschaffen, dass Giraffen die Dornen ihrer Lieblingsnahrung – der Akazien – nicht spüren.
3. Die Kraft der zwei Herzen
Dass Giraffen zwei Herzen haben, ist ein Gerücht. Das Giraffenherz ist noch nicht einmal besonders groß. Doch es vollbringt eine enorme Leistung, schließlich muss es das Blut rund zwei Meter bis zum Gehirn hochpumpen. Die Muskelwand der linken Herzseite, die dafür zuständig ist, ist besonders dick und kräftig. Dadurch ist der Blutdruck einer Giraffe etwa doppelt so hoch wie der vergleichbar großer Säugetiere, der höchste unter den landlebenden Tieren überhaupt. Zusätzlich tragen Giraffen sozusagen Stützstrümpfe: Die Haut ihrer langen Beine sitzt besonders eng, damit das Blut nicht versackt. Wenn die Giraffe sich hinunterbeugt, verhindern Verschlussklappen in den Venen das Zurückfließen von Blut ins Gehirn. Außerdem können elastische Blutgefäße unter dem Gehirn – das sogenannte Wundernetz — überschüssiges Blut aufnehmen. Wenn die Giraffe den Kopf wieder hebt, verengen sie sich und sichern den Blutfluss ins Gehirn, damit die Riesen nicht ohnmächtig werden.
4. (Nicht) lautlos
Giraffen kommunizieren miteinander – und das sogar über sehr weite Distanzen. Doch die Frequenz ihrer Laute liegt im Infraschallbereich und ist damit so tief, dass wir Menschen das nicht hören können.
5. Ganz schön schnell
Mit ihrer enormen Schrittlänge können Giraffen bis zu 56 km/h schnell werden. Selbst die Jungtiere halten dabei mit.
Löwen, die vor allem für die Jungtiere zur Gefahr werden können, erreichen zwar ebenfalls Geschwindigkeiten von 60 km/h, halten dieses Tempo allerdings nur auf sehr kurzen Strecken durch.
6. Giraffen fressen den ganzen Tag ...
Giraffen sind Pflanzenfresser und ernähren sich hauptsächlich von Akazien, manchmal auch von Blättern, Früchten und Blüten anderer Baumarten oder Sträucher. Mit dem Fressen und Wiederkäuen verbringen sie täglich 15 bis 20 Stunden.
7. ... und trinken selten
Giraffen können mehrere Wochen auskommen, ohne zu trinken – länger als Kamele – und ziehen Flüssigkeit aus ihrer Nahrung, den Akazienblättern. Um mit ihrem langen Hals trinken zu können, müssen die großen Tiere ihre Beine weit spreizen und in die Knie gehen. Das ist nicht nur ungemütlich, sondern macht auch angreifbar.
8. Wie schlafen Giraffen?
Noch mehr als das Trinken erschweren der lange Hals und die langen Beine den Giraffen das Aufstehen aus dem Liegen. Deshalb dösen Giraffen meistens im Stehen und legen sich nur selten und kurz für einen tieferen Schlaf hin.
9. Geburt im freien Fall
Auch beim Gebären bleiben Giraffenmütter stehen. Deshalb fallen Giraffenjunge bei ihrer Geburt fast zwei Meter in die Tiefe. Das schadet ihnen nicht und schon nach etwa einer Stunde stehen sie zum Schutz vor Feinden auf eigenen Beinen: Bereits größer als die meisten Menschen – mit einer Schulterhöhe von 1,50 bis 1,80 Meter, Hals noch nicht mitgezählt. Ganz schön riesig für so einen Winzling.
10. Warum hat die Giraffe Flecken?
Die schönen, dunklen Flecken der Giraffe dienen nicht nur der Tarnung, sondern regulieren auch die Körpertemperatur: Um jeden Fleck verläuft ein ringförmiges Blutgefäß mit kleineren Gefäßen direkt unter den Flecken. Dadurch wird Körperwärme abgegeben.