Eine Elefantenherde zieht durch den Amboseli Nationalpark © Bea Binka

Ripoi Conservancy

Stand: 12.06.2026

Durch Bernhard Grzimeks Filme „Serengeti darf nicht sterben“ und „Kein Platz für wilde Tiere“ wurde die einzigartige Mara-Serengeti-Landschaft weltberühmt. Die Entwicklung ausgedehnter Schutzgebiete zählt zu den großen Erfolgen des Naturschutzes: Heute leben dort mehr Wildtiere als zu Grzimeks Zeiten.

Doch auch außerhalb der staatlichen Schutzgebiete gibt es weite Flächen, die für den Erhalt dieser großartigen Landschaft unerlässlich sind. Ihr Schutz gelingt beispielsweise durch die Errichtung von Gemeindeschutzgebieten, die auch als „Conservancy“ bezeichnet werden.

So war die Gründung der Siana-Conservancy im Jahr 2016 für die Mara-Siana-Landschaft in Kenia ein Meilenstein in der Naturschutzarbeit. Der WWF unterstützt die Arbeit vor Ort im Rahmen seines ambitionierten „Unganisha-Programms“ und hat seither viel erreicht: Die Fläche der Siana-Conservancy wuchs von 5.000 auf 10.000 Hektar an. Weitere wichtige Gebiete wurden als Wildtierkorridore geschützt, so dass der WWF insgesamt über 40.000 Hektar wertvollste Lebensräume sichern konnte.  

Im Jahr 2026 ist nun ein weiterer wichtiger Erfolg gelungen: Im Februar fanden Wahlen zur Einrichtung eines weiteren Gemeindeschutzgebiets statt, bei denen sich die Landeigentümer:innen für die Gründung der Ripoi-Conservancy entschieden und eine eigene Selbstverwaltung wählten. Vorausgegangen war ein jahrelanges unermüdliches Engagement des WWF und seiner Partner:innen. Die neue Conservancy ist mit über 20.000 Hektar etwa doppelt so groß wie die Siana-Conservancy. 

Mit der Ripoi-Conservancy vergrößern sich die für den Naturschutz gesicherteren-Flächen noch einmal erheblich: Einschließlich der Wildtierkorridore beträgt das vom WWF und seinen Partnern betreute Gebiet in der Mara-Siana-Landschaft nun rund 60.000 Hektar. Insgesamt sind über 3.500 Landeigntümer:innen daran beteiligt. 

Die Ripoi-Conservancy bildet dabei das Herzstück dieser Landschaft. Ihre bewaldeten Hügel und weiten offenen Savannen sind Lebensraum einer großen Vielfalt an Tierarten und Teil des wichtigsten Elefantenkorridors der nordöstlichen Mara. Zur Ripoi-Conservancy gehören aber auch weites Grasland und Baumsavannen, die den großen Wildtierherden Kenias bieten.

 

 

Informationen zu Ripoi-Conservancy

Lage: östlich des Masai-Mara-Naturschutzgebiets und der Siana Conservancy in der Mara-Siana-Landschaft in Kenia.

Fläche: etwa 20.000 Hektar – verwaltet von einem „Land Trust“ (Eigentümer:innen-Selbstverwaltung) mit mehr als 2.500 Mitgliedern (Landbesitzer:innen)

Lebensraum: bewaldete, hügelige Landschaft, sowie Ebenen mit weitem Grasland und Baumsavannen

Das macht der WWF in der Ripoi Conservancy

Die Landeigner in Kenia werden aktiv an der nachhaltigen Gestaltung ihrer Heimat beteiligt © Austine Okande
Die Landeigner in Kenia werden aktiv an der nachhaltigen Gestaltung ihrer Heimat beteiligt © Austine Okande

Mit der offiziellen Gründung der Conservancy entscheiden sich die Landeigner:innen dafür, einen Teil ihres Landes langfristig an die Gemeinschaft zu verpachten und mit gewählten Vertretern selbst zu verwalten. Aus diesen Flächen entsteht das neue Gemeindeschutzgebiet, das von nun an den Wildtieren überlassen wird. Die für die Viehweide vorgesehenen Gebiete nutzen die Massai gemeinschaftlich und nachhaltig im Einklang mit der Natur.

Damit die Gemeinschaft das Land effektiv verwalten kann, wird ein Naturschutzbüro aufgebaut. Außerdem wird unter Beteiligung aller Mitglieder ein Managementplan entwickelt und umgesetzt. Dieser umfasst eine genaue Landnutzungsplanung, die Etablierung von hindernisfreien Wildtier- und Ökosystem-Korridoren sowie eine Kernzone ohne jegliche Nutzung. Hinzu kommen weitere Zonen mit nachhaltiger, strikt begrenzter Beweidung durch die Landeigentümer:innen sowie umfassende Restaurierungsmaßnahmen auf der gesamten Fläche.

Um all dies umzusetzen und die gemeinschaftlich entwickelten Schutzverordnungen durchzusetzen, werden mindestens 20 Ranger:innen benötigt, die entsprechend ausgebildet und ausgerüstet werden müssen. Stationen für Ranger:innen sollen ebenso entstehen wie eine zuverlässige Wasserversorgung und ein Verwaltungsgebäude. Parallel dazu wird ein Businessplan entwickelt und umgesetzt, mit dessen Hilfe langfristige, nachhaltige Einkommen für die Landeigentümer:innen generiert werden sollen.

Nachhaltige Einkommensquellen schaffen

Schrittweise sollen nachhaltige Einkommensmöglichkeiten für die Gemeinschaft geschaffen werden. Mit den steigenden Einkommen können die Landeigner:innen mittelfristig den Großteil der Kosten für Pacht, Verwaltung und Ranger:innen des neuen Schutzgebiets selbst erwirtschaften. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Natur-Tourismus zu. Geplant sind zertifizierte Öko-Lodges, die Arbeitsplätze bieten und Geld für die Landpachten erwirtschaften. Ökotourist:innen sollen hier exklusiv, ökologisch und sozialverträglich die Natur und die Kultur der Massai erleben können. So entsteht ein neues Gleichgewicht zwischen Nutzung und Natur, welches die einzigartige Tierwelt und die natürlichen Ressourcen erhält und zugleich eine nachhaltige Entwicklung ermöglicht, ohne die einzigartige Kultur der indigenen Massai zu zerstören.

Startschuss für den Aufbau eines großen Wildtierkorridors

Die Gründung der Ripoi-Conservancy ist zugleich der Startschuss für das nächste große Vorhaben: die Erweiterung der Flächen von Gemeindeschutzgebieten und Wildtierkorridoren bis zu den weiter nordöstlich gelegenen Loita-Bergen. Ziel ist die Schaffung eines riesigen, rund 100 Kilometer langen Schutzgebietsgürtels von der Massai Mara bis zu den Wäldern der Loita-Berge. Hier existierte einst eine eigene “kleine” Wildtierwanderung mit immerhin auch über 100.000 Gnus, Zebras und Antilopen. Der Traum, diese „Loita Migration” wieder herzustellen, rückt damit in greifbare Nähe.

Mit Ihrer Spende helfen Sie dabei, weitere Flächen für den Naturschutz zu sichern. Sie wirken mit am Aufbau intakter Landschaften für Menschen und Wildtiere in der Mara Siana.

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