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Stand: 22.12.2017

Der Südschwarzwald – Mensch und Natur in Einklang

Schwarzwald-Karsee / Ellbachsee © Karl Gutzweiler / WWF
Schwarzwald-Karsee / Ellbachsee © Karl Gutzweiler / WWF

Das im Südwesten von Baden-Württemberg gelegene Biosphärengebiet Schwarzwald will zeigen, dass Mensch und Natur im Einklang sein können. Im Januar 2016 wurde das Biosphärengebiet aus der Taufe gehoben. Im südlichen Schwarzwald eröffnet sich damit die Chance, die nachhaltige Entwicklung der Region zu fördern und zugleich eine jahrhundertealte Kulturlandschaft zu erhalten. Drei Prozent der Fläche sollen – den Regularien der UNESCO entsprechend – der Natur ganz überlassen bleiben: Urwälder von morgen, verwunschene Moore und karge Felsen, als so genannte Kernzonen. Lebensraum für Seltenheiten unserer heimischen Flora und Fauna wie etwa Dreizehenspecht, unzählige Pilzarten und dutzende seltener Totholzkäfer.

Diese naturschutzfachlich besonders wertvollen Kernzonen sollen durch Flächenkauf sukzessive weiter ausgebaut werden. Als Kernzonen wurden bisher vor allem ältere, strukturreiche, von Buchen- und Tannen dominierte Waldbestände im öffentlichen Besitz ausgewählt. Bei 47 Prozent der Kernzonenfläche handelt es sich um alte Bannwälder, die teilweise seit 45 Jahren eine Walddynamik ungehindert von menschlicher Einflussnahme erfahren.

Tier- und Pflanzenarten im Schwarzwald

In den Kernzonen des Biosphärengebietes Schwarzwald können seltene Tier- und Pflanzenarten überleben, die vor allem auf die Zerfallsphase des Waldes angewiesen sind. Der Dreizehen- und Schwarzspecht zählen hierzu genauso wie Raufuß- und Sperlingskauz. Die Ungestörtheit und Ruhe der geschützten Gebiete genießen auch Auerhuhn, Luchs und Wildkatze. Die badische Quellschnecke, Präger Dammläufer sowie der Badische Riesenregenwurm kommen gar nur hier im Südschwarzwald vor.

Bedrohungen für den Schwarzwald

Nordschwarzwald © Karl Gutzweiler / WWF
Nordschwarzwald © Karl Gutzweiler / WWF

Das Nebeneinander von Mensch und Natur stellt die Verantwortlichen aber auch vor Herausforderungen. Die meisten Wälder werden immer noch forstwirtschaftlich genutzt, „Urwälder von morgen“ sind die große Ausnahme. Pflanzenschutzmittel, Düngemittel oder sonstige Chemikalien beeinflussen sensible Flächen wie magere Wiesen und Weiden. Insbesondere die Moore leiden unter dem Eintrag von Stickstoff durch die landwirtschaftliche Nutzung und aus der Luft.

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