Bartenwale besitzen keine Zähne, sondern hunderte bis zu vier Metern lange Barten im Oberkiefer. Barten bestehen, wie unsere Haare und Fingernägel, aus der Hornsubstanz Keratin und werden auch als 'Fischbein' bezeichnet.

Die Bartenplatten liegen ein bis drei Zentimeter auseinander, sind mit haarigen Fasern gesäumt und bilden zusammen eine Art Sieb. Zur Nahrungsaufnahme öffnen Wale ihr Maul, Wasser und Nahrung strömen ein und anschließend wird das Wasser zwischen den Bartenplatten hindurch wieder ausgedrückt. Ihre Nahrung bleibt gefiltert im Maul zurück: Krill, Plankton und andere Kleinorganismen. Manche Wale können auch mit geöffnetem Maul schwimmen und dabei ständig Nahrung filtern. Im Gegensatz zu den Zahnwalen, wachsen die 'Fresswerkzeuge' der Bartenwale ihr Leben lang weiter, was aufgrund der Abnutzungserscheinungen auch notwendig ist.

Barten eines Grauwals © naturepl.com / David Fleetham / WWF
Barten eines Grauwals © naturepl.com / David Fleetham / WWF

Die 15 Bartenwalarten werden in vier Familien untergliedert: Grauwale (1 Art), Furchenwale (9 Arten), Glattwale (4 Arten) und Zwergglattwale (1 Art). Zu den Furchenwalen, die „modernsten“ der Großwalarten, gehören beispielsweise Minkwal, Brydeswal, Buckelwal, Seiwal, Grauwal, Nord- und Südkaper, Finn- und Blauwal. Ihren Namen tragen die Tiere auf Grund der Furchen am Hals, die sich beim Wassereinsaugen zur Nahrungsaufnahme wie ein Akkordeon ausdehnen und dabei eine rosa Haut zeigen.

Bartenwale fressen im allgemeinen nur während eines Zeitraums von vier oder fünf Monaten im Jahr. Dazu begeben sie sich in den Sommermonaten der jeweiligen Erdhalbkugel in die kühleren, nahrungsreicheren Gewässer rund um die Pole der Erde, wo ein großer Wal jeden Tag bis zu zwei Tonnen Nahrung aufnehmen kann, vor allem Krillkrebse. Solche Mengen werden zum Aufbau einer dicken Fettschicht, dem Blubber, benötigt. Die Energiereserven benötigen Wale für ihre jährlichen, langen Wanderungen zu ihren Fortpflanzungsgründen in subtropischen und tropischen Breiten, welche sie den Winter über aufsuchen. Mitunter eine Reise von mehreren tausend Kilometern. Im Frühjahr wandern die Wale dann wieder zurück in die polaren Gewässer, wo sie den Sommer verbringen.

Bei Bartenwalen ist bisher, im Gegensatz zu Zahnwalen, keine Echolotpeilung nachgewiesen worden. Vermutlich reicht ihr Sehvermögen aus, um die Plankton- und Krillschwärme aufzuspüren. Allerdings können sie sehr laute, niederfrequente Töne ausstoßen, die hunderte von Kilometern weit zu hören sind und der Kommunikation untereinander dienen.

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