In den letzten Jahren häufen sich hierzulande Sichtungen der weltweit größten und einst auch in Deutschland heimischen Hirschart. In Brandenburg haben sich erste Elche bereits langfristig angesiedelt. Die Tiere wandern dabei aus Polen oder Tschechien ein. Die meisten verschlägt es aber nach vergeblicher Partnersuche wieder zurück dorthin. Noch im Mittelalter erstreckte sich der Lebensraum der Art von den Alpen bis nach Finnland. Durch Besiedlung, Entwaldung, dem Rückgang von Sumpfgebieten und schließlich der direkten Verfolgung durch den Menschen verschwand der Elch aus weiten Teilen Mittel- und Zentraleuropas. Durch Schutzbemühungen unserer Nachbarländer erholt sich nun der Elchbestand.

Der Elch als „Ökosystemingenieur“

Ein junger Elch beobachtet aufmerksam die Umgebung. © Ola Jennersten / WWF-Sweden
Ein junger Elch beobachtet aufmerksam die Umgebung. © Ola Jennersten / WWF-Sweden

Der Elch ist der größte, heute noch lebende Vertreter der Familie der Hirsche und beeindruckt allein schon durch seine Größe und Masse. Bis zu einer halben Tonne schwer und über zwei Meter hoch können vor allem männliche Elche werden. Seine faszinierende Erscheinung gewinnt er zudem durch die langen Beine, die überhängende Oberlippe (Muffel genannt) und das beeindruckende, bis zu 20 Kilogramm schwere Schaufelgeweih.

Als „Ökosystemingenieur“ beeinflusst er wie alle Pflanzenfresser seinen Lebensraum stark. Indem er selektiv bestimmte Pflanzen beweidet, wirkt er auf den Pflanzenbewuchs ein. So trägt der Elch zu einem strukturreichen und heterogenen Wald bei, in dem viele andere Arten die Bedingungen vorfinden, die sie zum Überleben benötigen. Somit können Elche einen positiven Beitrag zur Artenvielfalt leisten.

Das macht der WWF zum Schutz der Elche

Was das Überleben der Elche am stärksten bedroht

Elchkuh mit Nachwuchs © SBTheGreenMan / iStock / Getty Images
Elchkuh mit Nachwuchs © SBTheGreenMan / iStock / Getty Images

Lebensraumverlust und -fragmentierung sowie Infektionskrankheiten zählen noch immer zu den Hauptgefährdungsursachen für Elche. Auch der Verkehr trägt wesentlich zu den nicht-natürlichen Todesursachen bei.

Zudem könnte nun eine neue, vom Menschen verursachte Katastrophe die Art bedrohen: die Klimakrise.

Pflanzen wie Gräser, Kräuter, Bäume und Sträucher leiden unter den trockenen Sommern. Elchkühe können sich dadurch nicht die Energie anfressen, die sie für das Austragen und die Aufzucht der Kälber benötigen. Erste Studienergebnisse aus Schweden weisen auf weniger und bei der Geburt deutlich leichtere Kälber hin.

Auch tödliche Krankheitserreger und Parasiten könnten in Zukunft vermehrt die immer milder werdenden Winter überleben. In Nordamerika sterben Elche bereits immer öfter an massenhaftem Befall durch die Winterzecke. Die langfristige Rückkehr des Elches nach Deutschland bedarf daher engagierten Natur-, Klima- und Artenschutzes.