Einst gejagt und vertrieben galt der Wolf 150 Jahre lang in Deutschland als ausgestorben. Heute ist er zurück – und das schon seit 20 Jahren. Für den WWF ist das ein Riesenerfolg, denn der Wolf steht mit seiner Symbolkraft für den Schutz der Wälder und sorgt als großer Beutegreifer für die Gesundheit des Ökosystems.

Verbreitungsgebiet der Wölfe in Deutschland © WWF
Verbreitungsgebiet der Wölfe in Deutschland © WWF

Allerdings bleibt der Wolf ein gejagter Jäger, denn nicht überall ist er willkommen. Immer wieder gibt es Mensch-Tier-Konflikte mit Nutztierhalter:innen und die Wolfsrisse nehmen Jahr um Jahr zu. Die Rückkehr des Wolfes stellt Weidetierhalter:innen und Naturschutz vor neue Herausforderungen. Herdenschutzmaßnahmen müssen etabliert und flächendeckend angewendet werden.

Ein Vorreiter auf diesem Gebiet ist Swen Keller. Seine Schafsherde beweidet Flächen des WWF in der Nähe von Dessau und betreiben so Landschaftspflege. 2017 hatte er einen Wolfsriss. Seitdem engagiert er sich bundeweit für besseren Herdenschutz und berät andere Weidetierhalter.

Noch immer ist diese Region Wolfsgebiet, doch seitdem er mit Unterstützung des WWF einen Elektrozaun gebaut hat und Herdenschutzhunde einsetzt, kam es zu keinen weiteren Wolfsübergriffen. „Es gibt immer ein Restrisiko von 5 Prozent, das kann man nicht ausschließen“, erklärt Keller, aber mit diesen beiden Maßnahmen sei der bestmögliche Schutz gewährleistet.

Die Herdenschutzhunde Bolek und Hans arbeiten als Sicherheitschefs rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Jeder Eindringling wird sofort verbellt – ob Mensch, Rehe oder eben Wölfe, die immer wieder in den umliegenden Wäldern langstreifen, wie Kamerafallen und Spuren zeigen.

20 Jahre – wie geht es weiter?

Der Wolf ist zwar wieder heimisch, doch seine Zukunft ist ungewiss. Die Erfolgsgeschichte Wolf hängt schlussendlich von einer Erfolgsgeschichte im Herdenschutz ab. Nur wenn wir es schaffen, flächendeckend wirksame Schutzmaßnahmen aufzubauen und so Konflikte zu minimieren, gelingt auch die Akzeptanz in der Gesellschaft. Damit der Wolf nicht nur in unseren Wäldern, sondern auch in unseren Köpfen heimisch wird.

Projektpartner -LIFE EuroLargeCarnivores Projekt

Die Idee für einen Herdenschutz Echtzeit-Stream, entstand im Rahmen unserer Arbeit im LIFE EuroLargeCarnivores Projekt. In dem Projekt arbeiten wir grenzübergreifend mit 16 europäischen Partnern zusammen. Ziel des Projektes ist es über das Zusammenleben zwischen Menschen und Großen Beutegreifern (Wolf, Luchs, Bär, Vielfraß) aufzuklären und in ländlichen Gebieten Lösungsansätze zu finden. Langfristig sollen diese Lösungsansätze europaweit verbreitet und verbessert werden, um langfristig das Zusammenleben mit wilden Tieren zu erleichtern.

Mehr Informationen gibt es auf unserer Projektseite: LIFE EuroLargeCarnivores

Helfen Sie den Wölfen bei der Rückkehr

Ein wichtiger Bewohner unserer Wälder ist zurück. Damit sie bleiben können, brauchen sie vor allem eines: Akzeptanz. Und Ihre Hilfe!

Loading …
  • Wolf © iStock Getty Images Wölfe

    Der Wolf, seit dem Mittelalter systematisch bejagt und in Deutschland im Jahr 1904 schließlich ausgerottet, kehrt wieder zurück. Weiterlesen ...

  • Wolf © Ralph Frank / WWF Verbreitung des Wolfs

    Die meisten Wölfe leben in der Lausitz, die sich vom Nord-Osten Sachsens bis nach Süd-Brandenburg erstreckt. Weiterlesen...

  • Wolf hinterm Dickicht © Ralph Frank / WWF Zeit der Wölfe: 20 Jahre Wolf in Deutschland

    Auf dem WWF Blog berichtet Moritz Klose über seine Erfahrungen mit den Wölfen Weiterlesen...

  • Wolf betrachtet Schafherde © Staffan Widstrand / WWF Schutz der Herden und des Wolfes

    Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland stellt viele Interessengruppen vor neue Herausforderungen. Weiterlesen...