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Stand: 08.12.2017

Die Ammer – wildes Naturjuwel am Rand der Alpen

Ammer: Altenauer Schleife © Sigrun Lange / WWF
Ammer: Altenauer Schleife © Sigrun Lange / WWF

Zusammen mit ihrem Oberlauf, der Linder, macht die Ammer ihrem Namen als Wildfluss noch alle Ehre. Die Linder wälzt große Mengen an Kies und Geröll aus dem Gebirge ins Tal. Kein Speicher, kein Großkraftwerk bremst den Lauf der Ammer, ihre Ablaufdynamik ist weitgehend intakt. Die Ammer ist ein Hotspot der biologischen Vielfalt. 28 Fischarten leben in dem Gewässer. In der Canyon-artigen, fast 30 Kilometer langen Ammerschlucht kann man erahnen, wie viel Kraft in dem Wildfluss steckt. Fast alle deutschen Spechtarten besiedeln die totholzreichen Schluchtwälder entlang der Ammer und auch der Uhu, der in Felsen brütet, und der Flussuferläufer sind in der Ammerschlucht zu Hause.

Bedrohte Tier- und Pflanzenarten der Ammer

Nur noch selten wächst die Deutsche Tamariske, eine „Zeigerart“ für alpine Wildflüsse, entlang der Ammer. Sie gedeiht auf frischen Kiesbänken, die nur dann entstehen, wenn ein Fluss frei fließen und bei Hochwasserereignissen sein Bett immer wieder neu formen kann. Damit ist das Vorkommen der Art ein Indikator für gute ökologische Bedingungen in einem Gebirgsfluss. Auch der Flussuferläufer benötigt offene Kiesbänke, weil er dort seine Eier ablegt. Auf den blanken Kiesflächen des Ammeroberlaufs leben seltene Heuschrecken wie die Gefleckte Schnarrschrecke und der Kiesbankgrashüpfer. Das sind unauffällige Arten. Ihre Anwesenheit aber signalisiert: hier ist die Natur intakt und wild. Unter den 28 Fischarten, die in der Ammer vorkommen, sind einige gefährdete Vertreter wie Bachforelle, Äsche, Koppe und Huchen. Aufgrund der Bemühungen, bestehende Barrieren in der Ammer zu entfernen, verbessern sich die Voraussetzung für die Seeforelle, einem Wanderfisch, der zum Laichen aus dem Ammersee in die Zuflüsse schwimmt.

Bedrohungen für die Ammer

Ammerschlucht © Sylvia Becker / WWF
Ammerschlucht © Sylvia Becker / WWF

In ihrem Schluchtabschnitt fließt die Ammer noch wild und frei. In den Bereichen um Ober- und Unterammergau sowie zwischen Peißenberg und der Mündung in den Ammersee wurde sie in der Vergangenheit jedoch begradigt und eingedeicht, um die Siedlungen vor Hochwasser zu schützen, fruchtbare Böden entlang des Flusses zu bewirtschaften und Energie zu gewinnen. Immer wieder werden Ideen geäußert, bestehende Wehre an der Ammer für die Energiegewinnung zu nutzen. Aktuell läuft die Planung eines Kleinwasserkraftwerks an der Halbammer, einem wichtigen Zufluss zur Ammer. Derartige Planungen stehen dem Abbau alter Wehre und der gewünschten Renaturierung der veränderten Flussbereiche im Weg

WWF Hotspotprojekt „Alpenflusslandschaften“

Der WWF arbeitet seit 2011 an der Ammer und hat sich seit 2015 im Rahmen des Hotspot-Projektes „Alpenflusslandschaften“ mit vielen Partnern zusammengetan, um die ökologische Situation der Gebirgsflüsse zu verbessern. Aber der Schutz und die ökologische Entwicklung von Flüssen brauchen einen langen Atem und viele Interessen müssen berücksichtigt werden. Ein Wildfluss braucht viel Platz!
Zentral ist die Frage, wie die Flächen genutzt werden, die an ein Gewässer angrenzen: Darf der Fluss hier seinen Lauf verändern und dadurch einige der artenreichsten Lebensräume unserer Naturlandschaft formen? Wie geht man mit dem Spannungsfeld Flächenfraß um, welches die Bedürfnisse von Siedlungsentwicklung, forst- und landwirtschaftlicher Nutzung sowie Naturschutz einander gegenüberstellt? Maßgeblich bestimmt das der Eigentümer der Flächen, weshalb der WWF langfristig das Ziel hat, eigene Flächen an der Ammer zu erwerben, Partner beim Flächenerwerb zu unterstützen oder deren Nutzung zu beeinflussen. So können zukünftig Renaturierungsprojekte an einem der wertvollsten Alpenflüsse Deutschlands realisiert werden. „Aktuell koordiniert der WWF Deutschland die Planung einer Deichrückverlegung an der Ammer im Bereich des Schnalzwehres. Zukünftig soll die Ammer in diesem Abschnitt, der in den 1960er Jahren nach einer Haldenrutschung begradigt wurde, wieder frei fließen können.“

Christine Miedl, Direktorin Unternehmenskommunikation der Sparda-Bank München, überreicht eine Spende der Sparda-Bank an Dr. Diana Pretzell, Leiterin Naturschutz Deutschland © Gerhard Schmolke
Christine Miedl, Direktorin Unternehmenskommunikation der Sparda-Bank München, überreicht eine Spende der Sparda-Bank an Dr. Diana Pretzell, Leiterin Naturschutz Deutschland © Gerhard Schmolke

Spende der Sparda-Bank München

„Wir freuen uns, dass wir die Sparda-Bank München als Unterstützer für das Engagement des WWF Deutschland an den bayrischen Wildflüssen gewinnen konnten“, betont Diana Pretzell. Die jährliche Fördersumme von 15.000 Euro bis 2020, also insgesamt 75.000 Euro, überreicht Christine Miedl, Direktorin Unternehmenskommunikation der Sparda-Bank München, bei einem Festakt mit der bayerischen Umweltministerin Scharf in der Stadthalle Weilheim. Mit der Spende kann der WWF seinen Eigenanteil im Projekt „Alpenflusslandschaften“ finanzieren. „Die Sparda-Bank ist in der Region fest verwurzelt. Daher finden wir es wichtig, Verantwortung für die Natur zu übernehmen“, erklärt Christine Miedl das Engagement der Bank.

KONTAKT

Wolfgang Hug

Büroleiter
WWF-Büro Weilheim
Tel.: 0881-122333-11
wolfgang.hug(at)wwf.de

Sigrun Lange

Projektkoordination / Öffentlichkeitsarbeit
WWF-Büro Weilheim
Tel.: 0881-122333-13
sigrun.lange(at)wwf.de

Mathias Fischer
Renaturierung von Wildflüssen
WWF-Büro Weilheim
mathias.fischer(at)wwf.de

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