Löwen sind eine der symbolträchtigsten Tierarten des afrikanischen Kontinents. Doch sie stehen zunehmend unter Druck. Lebensraumverlust, wachsende Konflikte zwischen Mensch und Tier sowie Wilderei gefährden ihr Überleben. Ein neues WWF-Projekt im Hwange-Nationalpark will dieser dramatischen Entwicklung entgegenwirken und die Zukunft der Löwen Afrikas sichern – Hand in Hand mit den Menschen vor Ort.

Löwe in Afrika © Ralph Frank / WWF
Löwe in Afrika © Ralph Frank / WWF

Noch in den 1970er-Jahren lebten schätzungsweise 90.000 Löwen auf dem afrikanischen Kontinent – heute ist ihre Population auf etwa 23.000 Tiere geschrumpft.

Hauptursachen für diesen dramatischen Rückgang sind der Verlust und die Zerschneidung ihres Lebensraums, zunehmende Konflikte zwischen Mensch und Tier sowie Wilderei – befeuert durch die wachsende Nachfrage nach Löwen-Körperteilen.

Knochen, Felle, Krallen und Zähne finden unter anderem in der Traditionellen Asiatischen Medizin Verwendung und erzielen auf dem Schwarzmarkt hohe Preise. Der Handel mit Löwen-Körperteilen ist ein lukratives Geschäft, der dazu führt, dass Löwen gezielt getötet werden. Dabei machen die Wilderer auch vor Schutzgebieten wie dem Hwange-Nationalpark nicht Halt.

Größter Feind: der Mensch

Material aus abgebauten Zäunen von Wildtierkorridoren konnte für Viehgehege, die Löwen und andere Prädatoren sicher abhalten, sinnvoll wiederverwendet werden
Material aus abgebauten Zäunen von Wildtierkorridoren konnte für Viehgehege, die Löwen und andere Prädatoren sicher abhalten, sinnvoll wiederverwendet werden © WWF Kenia

Auch die Wilderei auf andere Tiere wird den Löwen zum Verhängnis: Viele Löwen verenden qualvoll in Fallen aus Drahtschlingen, die die Menschen eigentlich für die Jagd auf Antilopen (Buschfleisch) ausgelegt haben.

Gravierend sind auch die Auswirkungen der Konflikte zwischen Mensch und Tier: Wenn Löwen Nutztiere reißen, kommt es außerhalb der Schutzgebiete häufig zu Vergeltungstötungen. Gleichzeitig führt die Überjagung natürlicher Beutetiere dazu, dass Löwen immer häufiger auf das Vieh der Menschen ausweichen müssen – ein Teufelskreis, der die Spannungen weiter verschärft.

Hinzu kommt die fortschreitende Zerschneidung ihres Lebensraums. Landwirtschaft, Siedlungen und Zäune schränken die Wanderbewegungen der Tiere ein und erhöhen das Risiko genetischer Verarmung. Auch Vergiftungen sind eine ernste Gefahr: Köder oder Kadaver werden gezielt oder unbeabsichtigt mit Gift versetzt und töten Löwen ebenso wie andere Wildtiere.

Es liegt in Ihrer Hand, den König der Savanne zu retten

Wichtig für ein gesundes Ökosystem

Signet "Mehr Schutz. Mehr Leben."

Der Druck, der auf der Löwen-Population in und um den Hwange-Nationalpark lastet, gefährdet nicht nur die Art selbst, sondern bringt auch das gesamte Ökosystem aus dem Gleichgewicht. Denn Löwen spielen eine zentrale Rolle für die Gesundheit des Ökosystems.

Als Spitzenprädatoren regulieren sie die Bestände von Pflanzenfressern und tragen so maßgeblich dazu bei, das ökologische Gleichgewicht zu erhalten. Ihr Einfluss wirkt sich auf die gesamte Nahrungskette aus und stabilisiert die Artenvielfalt im Park.

 

Besonders in Sinamatella, einem der nördlichen Bereiche des Hwange-Nationalparks, in dem auch der WWF arbeitet, gibt es noch eine vergleichsweise stabile Löwenpopulation, aber auch hier sind sie nicht mehr sicher – immer wieder kommt es zu gezielten Tötungen oder Verstümmlungen von Löwen, um ihre Körperteile illegal zu verkaufen.

Eine große Gefahr für die Löwen-Population, denn das Vorkommen in Sinamatella ist von zentraler Bedeutung für den Löwenschutz – die Löwen dort sind ein wichtiges genetisches „Reservoir“, das langfristig zur Sicherung der Art beiträgt.

Mit Wissen kommt Veränderung

Löwin mit Sendehalsband
Löwin mit Sendehalsband © Steve Morello / WWF

Um das Überleben der Löwen im Hwange-Nationalpark zu sichern, setzt der WWF verstärkt auf Schutz durch friedliche Koexistenz. Ein zentraler Baustein hierfür ist das Monitoring: Mithilfe von Kamerafallen, GPS-Halsbändern und Berichten von Rangerinnen und Rangern werden die Bewegungen der Tiere erfasst, um Konflikte frühzeitig zu erkennen und zu verhindern und um im Ernstfall schnell auf mögliche Wilderei reagieren zu können – mindestens zehn Löwinnen werden mit GPS-Sendern ausgestattet.

Feldteams überprüfen außerdem regelmäßig die Löwenrudel und melden Auffälligkeiten direkt an die zuständigen Behörden. Ergänzend unterstützt der WWF Anti-Wilderei-Maßnahmen durch Training, Ausrüstung und operative Hilfe vor Ort.

Ein weiterer wichtiger Ansatz ist die enge Einbindung der lokalen Bevölkerung in den Löwenschutz. Der WWF bildet Gemeindemitglieder zu „Lion Guards“ aus, die im Umgang mit Mensch-Tier-Konflikten geschult werden und so sowohl Menschen und ihr Vieh als auch die Löwen schützen.

Darüber hinaus stärkt der WWF die Gemeinden durch Bildungsangebote, Schulprogramme und alternative Einkommensmöglichkeiten wie Imkerei oder Chili-Anbau. Verbesserte agrarökologische Methoden und ein nachhaltigeres Viehmanagement verringern den Druck auf Lebensräume und fördern das friedliche Zusammenleben von Mensch und Löwe. Praxiserprobte Schutzmaßnahmen wie mobile Bomas, Chili-Zäune und weitere Abschreckungsmethoden helfen dabei, Nutztiere und Felder besser zu sichern.

Für die Löwen geht es ums Überleben

Der Schutz der Löwen gelingt nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Deshalb arbeitet der WWF eng mit den lokalen Gemeinden sowie mit Partnerorganisationen wie der Oxford University Wildlife Conservation Research Unit, Wildlife Conservation Action, dem Victoria Falls Wildlife Trust und dem Hwange Lion Project zusammen.

Effektiver Löwenschutz braucht innovative Lösungen, die Natur- und Artenschutz mit den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung verbinden. Ihre Spende hilft, konkrete Maßnahmen umzusetzen: Sie ermöglicht es, Ranger:innen auszurüsten, Patrouillen durchzuführen, Wilderei einzudämmen und den illegalen Handel mit Löwenteilen wirksam zu bekämpfen.

So wird aus Unterstützung echte Veränderung – für die Löwen von Hwange und die Menschen, die mit ihnen leben. Helfen Sie uns, die Löwen von Hwange zu schützen, bevor es zu spät ist!

Jetzt Löwen schützen

Erfahren Sie mehr

  • Ein männlicher Löwe im afrikanischen Tansania © Steve Morello / WWF Löwen in Afrika: Bedrohter König

    Population und Lebensraum des Löwen schwinden dramatisch. Der König der Tiere steht vielerorts vor dem Aussterben. Alles über Löwen

  • Zwei männliche Löwen © Randy Feuerstein Lion Guardians

    Um die Konflikte mit Löwen auf den Gebieten zwischen den Schutzgebieten zu minimieren werden “Lion Guardians” ausgebildet um die Löwen zu schützen. Weiterlesen ...

  • Afrikanische Savannenelefanten © Jeff Muller / WWF US Hwange-Nationalpark

    Das größte Schutzgebiet Simbabwes ist der Hwange-Nationalpark, Teil des KAZA-Schutzgebietes. Hauptattraktion sind die Elefanten. Zur Übersicht