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Es stinkt zum Himmel – Ein Müllprojekt für den Mekong

An manchen Tagen gleichen die Ufer des Mekong-Flusses einer gigantischen, stinkenden Müllkippe: Kaputte Eimer, leere Shampooflaschen, Cremedosen, Folien, Plastikbesteck, Strohhalme, Plastiktüten, Kartons und unzählige Take-Away-Boxen aus Kunststoff.
Vietnam ist an vierter Stelle der Länder, von denen der meiste Plastikmüll in die Meere gelangt.

Der Grund: Weil nur ein geringer Teil (ca. 15 Prozent) des Plastikmülls sortiert und recycelt wird, gelangt das Gros auf Deponien oder in die Landschaft. Während der Regenzeit zwischen Juni und Dezember ist ein Großteil des riesigen, weit verzweigten Mekong-Deltas wochenlang überflutet. Die Wassermassen spülen Tag für Tag tonnenweise Müll ins Meer.

Ozeanretter werden © WWF
Müllbehälter für Gemeinde in Vietnam © GettyImages

Mit 50 € tragen Sie beispielsweise zur Bereitstellung von Müllbehältern für Schulen und Gemeinden bei, damit der Müll korrekt gesammelt werden kann.

Müllkarren für Gemeinde in Vietnam © GettyImages

Mit 80 € können Sie zum Beispiel die Anschaffung von Müllkarren für die Gemeinden unterstützen, damit der Müll eingesammelt und abtransportiert werden kann.

Aufklärungsarbeit Vietnam © Thomas Cristofoletti / WWF US

Mit 150 € leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Bevölkerung in Vietnam, um Druck auf die Regierungen und Unternehmen zu erzeugen.

Es wird wenig recycelt, gar nicht getrennt: Vietnam steht ganz am Anfang

Welche katastrophalen Folgen die ungebremste Plastikflut für Meere, Tiere und Menschen hat, ist nur den wenigsten im Land klar. Take-Away-Essen in Plastikboxen ist weit verbreitet, Plastiktüten gelten im tropischen Klima als hygienisch und praktisch. Mehrwegsysteme gibt es nur für große Wasserbehälter, aber nicht für die Millionen von Wasser- oder Saftflaschen. Müllabfuhr ist in abgelegenen Gegenden, gerade während der Regenzeit, oft unmöglich. Wer seinen Müll wegwirft, wird nicht bestraft. Es gibt kaum Mülldeponien und die wenigen kleinen Verbrennungsanlagen funktionieren wegen des hohen organischen Anteils im Müll schlecht oder gar nicht. „Diese Verbrennungsanlagen arbeiten oft ohne Filter und sind wahre Dioxinschleudern“, sagt Stefan

Ziegler vom WWF Deutschland: „Wahrscheinlich sind viele von ihnen genau deshalb außer Betrieb.“ Also schmeißen die Menschen ihren Müll häufig in den Fluss. Oder der Müll wird zwar eingesammelt, aber dann auf wilde Deponien einfach abgekippt. Eine Praxis, die bis vor 50 Jahren auch in Deutschland verbreitet war. Der Mekong gehört zu den zehn bedeutendsten Eintragsquellen von Müll in die Meere weltweit. Um das zu stoppen, braucht Vietnam dringend eine funktionierende Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft. Dafür fehlt es der Regierung vor allem an Geld und Infrastruktur wie geordnete Deponien oder Müllverbrennungsanlagen mit wirksamen Filteranlagen. Und der Bevölkerung an Problembewusstsein.

Offene Müllablagerungen Kien Tuong © Bernhard Bauske
Offene Müllablagerungen Kien Tuong © Bernhard Bauske

Das Problem an der Wurzel stoppen: durch Mülltrennung

Genau hier setzt das neue Pilotprojekt des WWF an: Mülltrennung zu Hause ist für Vietnamesen ein Fremdwort. Dabei ist sie der entscheidende erste Schritt. Denn: „Über 80 Prozent des Mülls im Mekong-Delta sind organisch“, sagt Trinh Thi Long vom WWF Vietnam. Wird der Biomüll von vorneherein in jedem Haushalt aussortiert und in zentralen Anlagen kompostiert, dann hat das Produkt auch eine gute Qualität erzielt einen guten Preis, so dass auch ein Teil der Entsorgungskosten bezahlt werden kann. Ein weiterer Vorteil der Mülltrennung: Auch Plastik und andere Wertstoffe können besser sortiert und recycelt werden, statt im Meer zu landen. Die zu deponierende oder verbrennende Restmüllmenge ist dann viel kleiner als es jetzt der Fall ist. Zusammen mit den örtlichen Umweltbehörden baut der WWF im Distrikt Than Hoa in der Provinz Long An im nördlichen

Bereich des Mekong-Deltas jetzt ein Recycling-System auf. Und das funktioniert nur, wenn alle Einwohner überzeugt werden und aktiv mitmachen. Durch verständliche Informationen und intensive Aufklärung, auch an Schulen. Nur wer das gigantische Müllproblem als globale und persönliche Bedrohung erkennt, ist auch bereit, sich umzustellen. Mülltrennung zu Hause ist aufwendig. Dafür braucht es guten Willen und Disziplin, außerdem passende Behälter und genügend Platz. Der WWF arbeitet jetzt dafür, dass dieses Modellprojekt gelingt und später auf andere Regionen im Mekong-Delta übertragen werden kann. Dann könnten auch die bestehenden Deponien und Verbrennungsanlagen in der Region effektiv arbeiten. Und die Plastikflut in die Flüsse und Meere würde nachhaltig und dauerhaft an der Quelle gestoppt.

Der Mekong: Schlüsselrolle für das Plastikmüll-Problem

WWF-Plastikmüllprojekte in Vietnam © WWF
WWF-Plastikmüllprojekte in Vietnam © WWFLupe


Der Mekong ist ein gewaltiger Strom, der durch sechs asiatische Länder fließt. Er gehört zu den zehn Flüssen, die weltweit am meisten Plastik in die Meere eintragen.

Lage:
Südostasien

Länder: China, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam

Länge: mit über 4.300 km der zwölftlängste Fluss der Welt

Bedeutung: eine der größten Binnenfischereien der Welt, Transport von Menschen und Waren, Bewässerung und Fruchtbarkeit der Böden, Touristenmagnet

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