Die Leoparden-Dame „Burla“ ist für die Mitarbeiter:innen des WWF-Leopardenschutzprogramms im Südkaukasus eine alte Bekannte: 2018 zog sie das erste Jungtier groß, 2020 tappte sie im Zangezur-Nationalpark in Aserbaidschan mit Zwillingen in eine Kamerafalle.

Aktuelle Aufnahmen zeigen: Die inzwischen zwei Jahre alten Jungtiere sind abgewandert und Burla ist wieder mit dem – den Leopardenschützer:innen ebenfalls bekannten – Männchen „Basat“ unterwegs. Die Chancen stehen also gut, dass Burla bald erneut Nachwuchs erwartet.

Kamerafallenaufnahme der Leoparden in Aserbaidschan © WWF
Kamerafallenaufnahme der Leoparden © WWF

Die Bilder vom Sommer 2020 waren eine kleine Sensation und Grund zur Freude für alle, die am WWF-Programm zum Schutz des Persischen Leoparden in der Region arbeiten.

Zeigten sie doch Leoparden-Teenager, die wohlauf waren – für die Wildbiolog:innen ein wichtiger Indikator, dass Mutter Burla genug Beutetiere, wie Steinböcke, für die beiden hungrigen Sprösslinge im Zangezur-Gebirge findet.

Kamerafallen-Daten ausgewertet

Die Covid-19-Pandemie und der bewaffnete Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um Berg-Karabach machten die Naturschutzarbeit in der Region kompliziert und anspruchsvoll. Trotz der Herausforderung durch Krieg und Pandemie konnte der WWF seine Arbeit zum Schutz des Persischen Leoparden sowohl in Armenien als auch in Aserbaidschan fortführen.

Wildbiolog:innen des WWF und freiwillige Leopardenhelfer:innen machten Patrouillengänge, wechselten die Speicherkarten der knapp 200 in der Region verteilten Kamerafallen und werteten rund 100.000 Fotos und Videos aus. Auf 204 Bildern und 53 Videos waren Leoparden zu sehen. Die Analyse der Fellstruktur zeigte, dass es sich dabei um acht verschiedene Individuen handelte, darunter Basat, Burla und ihre Zwillinge sowie ihr älterer Nachkomme „Neo“.

Schutzmaßnahmen zahlen sich aus

Kaukasus-Leoparden-Junges © Minprirody of Russia / WWF
Kaukasus-Leoparden-Junges © Minprirody of Russia / WWF

Die Ergebnisse stimmen positiv, denn sie zeigen, dass die WWF-Naturschutzarbeit in der Region Früchte trägt: In Aufnahmen vom November 2020 war die Leoparden-Dame noch in Begleitung ihrer Jungtiere unterwegs, Aufnahmen vom Februar 2021 zeigen Burla während der Ranzzeit mit Leoparden-Männchen Basat. Ein Zeichen dafür, dass die Zwillinge kurz nach den Aufnahmen im November abgewandert sind und ein eigenes Revier suchen.

Burlas Nachwuchs und auch die gemeinsame Sichtung mit Basat sind ein Hoffnungsschimmer für die weitere Wiederbesiedlung des Persischen Leoparden im Südkaukasus und ein Beweis, dass die langjährigen Schutzmaßnahmen – wie die Ausweisung von Schutzgebieten oder die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung in den abgelegenen Bergdörfern – erfolgreich sind.

Die Mitarbeiter:innen des WWF-Leopardenschutzprogramms hoffen nun, Burlas Zwillinge bald in einem bisher noch nicht besetzten Revier vor die Kamera zu bekommen und Burla mit den nächsten Jungtieren zu sehen.

Helfen Sie mit, Leoparden wie Burla zu schützen:

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    Ob trockene Savanne, feuchter Regenwald oder eisiges Hochgebirge – Leoparden und Schneeleoparden haben sich an verschiedene, teilweise extreme Lebensräume, angepasst. Weiterlesen ...