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Stand: 09.03.2018

Modellprojekt: Reduzierung des Eintrags von Plastikmüll in der Provinz Long An im Mekong-Delta (Vietnam)

Morgendlicher Markt Mekong-Delta (Vietnam) © Elizabeth Kemf / WWF
Morgendlicher Markt Mekong-Delta (Vietnam) © Elizabeth Kemf / WWF

Situation vor Ort

Angeschwemmter Müll an der Küste des Mekong-Deltas in Kien Tuong, Provinz Long An © Heide Kerber
Angeschwemmter Müll an der Küste des Mekong-Deltas in Kien Tuong, Provinz Long An © Heide Kerber

Die Provinz Long An befindet sich im nördlichen Teil des Mekong-Deltas. In Long An leben etwa 1,4 Millionen Menschen, meist in dem östlichen Teil der Provinz. Das Mekong-Delta ist von einem Netzwerk von Flüssen und Kanälen durchzogen. In der Regenzeit von Juni bis Dezember kommt es vor allem in den westlichen Teilen von Long An zu Überflutungen. Der WWF ist in Vietnam mit einem Projektbüro in Hanoi und in Ho Chi Minh City vertreten und führt im Mekong Delta bereits andere Projekte zum Natur- und Umweltschutz durch. Vietnam ist an vierter Stelle der Länder, von denen aus der meiste Plastikmüll in die Meere gelangt. Nach Berechnungen gehört der Mekong-Fluss zu den 20 bedeutendsten Eintragsquellen in die Meere. Ursache des Eintrags von Meeresmüll aus dem Mekong Delta sind die fehlenden Kapazitäten zur Abfallentsorgung, also Deponien, Verbrennungsanlagen und Anlagen für Sortierung und Recycling von Müll. Meistens wird der Müll in offenen Haufen in der Landschaft abgelagert, manchmal illegal in die Kanäle entsorgt oder kleine Müllhaufen liegen entlang der Straßenseiten. Verschärfend kommt hinzu, dass durch die Überflutungen in der Regenzeit der abgelagerte Müll in die Flüsse und Kanäle gelangen kann.

Modellprojekt des WWF

Offene Müllablagerungen sollen entfernt werden © Berhard Bauske / WWF
Offene Müllablagerungen sollen entfernt werden © Berhard Bauske / WWF

Um die Gefahr des Eintrags von Müll in die Gewässer des Mekong-Deltas zu reduzieren, müssen die vorhandenen Deponien und Verbrennungsanlagen entlastet werden. Dies kann erreicht werden, wenn der Müll schon auf Haushaltsebene getrennt wird. So kann vor allem der hohe organische Anteil des Mülls heraussortiert und kompostiert werden. Plastikabfälle können dem Recycling zugeführt werden, statt im Meer zu landen. In dem Projekt ist es in Zusammenarbeit mit der örtlichen Umweltbehörde DONRE vorgesehen, die getrennte Sammlung von Haushaltsabfällen in dem Distrikt Than Hoa zu testen und dieses Modellprojekt auf andere Distrikte und Provinzen im Mekong-Delta zu übertragen. Vor dem Start des Projektes wird untersucht, inwieweit die getrennten Müllbestandteile, sogenannte Fraktionen, im Markt aufgenommen werden, d.h. welche Absatzkanäle für den Kompost oder andere Wertstoffe existieren und sinnvoll genutzt werden können. Anschließend sollen spezielle Müllkarren mit getrennten Sammelbehältern beschafft werden, um von den Haushalten die einzelnen Wertstoff-Fraktionen getrennt einzusammeln. So wird die Menge des verbleibenden Restmülls deutlich reduziert und die neu geschaffenen Kapazitäten können dafür genutzt werden, die in der Landschaft herumliegenden Müllhaufen zu entfernen.

 

Wenn Projekte zur Abfallsammlung und Recycling durchgeführt werden, müssen die regionalen Besonderheiten berücksichtigt werden. Konzepte aus Deutschland können nicht einfach auf andere Länder übertragen werden. So leben im Mekong-Delta auch Menschen davon, bestimmte Verpackungsabfälle wie Getränkedosen oder Plastikflaschen einzusammeln und als Wertstoffe zu verkaufen. Diese Menschen und Kleinunternehmen müssen mit in das Projekt eingebunden werden. Der WWF wird das geplante Modellprojekt auch durch Kommunikationsmaßnahmen unterstützen. Dies bedeutet zum Beispiel, die Haushalte im Projektgebiet über die getrennte Sammlung von Wertstoffen auf Haushaltsebene zu informieren und für Unterstützung des Projektes zu werben. Sobald das Projekt auf andere Regionen in Vietnam übertragen werden kann, wird der Eintrag von Plastikmüll in Flüsse und Meere an der Quelle gestoppt werden können.

Projektfortschritt September 2019

Mitglieder der Jugendunion bei einer Schulung © WWF Vietnam
Mitglieder der Jugendunion bei einer Schulung © WWF Vietnam

Insgesamt läuft das Projekt in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnern nach Plan. So wird z. B. der organische Abfall in den Hauptstraßen sechsmal die Woche eingesammelt, Restmüll einmal pro Woche. Haushalte, die ihren Abfall nicht oder nur unzureichend trennen, werden verwarnt und bekommen nach wiederholten Auffälligkeiten eine erneute Schulung durch Vertreter der Frauenunion.

 

Da die Müllsammlung durch die Trennung aufwendiger wird, braucht es mehr Personal. Der WWF wird daher für die Dauer des Pilotvorhabens 22 weitere Mitarbeiter der Müllabfuhr (URENCO) anteilig finanzieren.

 

Im Mai 2019 wurden in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität der Stadt Ho Chi Minh neun Schulungen zur Abfalltrennung in Haushalten durchgeführt. Daran nahmen 426 Schlüsselpersonen aus neun Quartieren von Bezirk 3 in Tan An teil. Nach diesen Schulungen werden diese Schlüsselpersonen als Trainer die Haushalte in ihrem Quartier schulen, um Abfälle von ihren Häusern zu trennen.

 

Auch Jugendliche werden geschult. Die jungen Teilnehmer diskutierten sehr aktiv über die Auswirkungen von Abfällen auf die Umwelt, wie Abfälle reduziert werden können und wie das Bewusstsein der Menschen für Plastikabfälle, die in die Umwelt gelangen, geschärft werden kann.

 

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