Weltweit sind viele Flüsse reguliert und verbaut – für die energetische Nutzung, den Landgewinn, den Hochwasserschutz und die Beförderung von Gütern. Dies hat Konsequenzen: In Deutschland sind lediglich sieben Prozent der Fließgewässer in einem „guten ökologischen Zustand“. 93 Prozent müssen dringend renaturiert werden, das fordert die Europäische Wasserrahmenrichtlinie.

Selbst in Bayern, wo es den Flüssen etwas besser geht, blockiert rein rechnerisch alle 500 Meter ein Querbauwerk die Wanderung der Fische. Nur elf Prozent dieser Barrieren sind für Fisch flussaufwärts durchwanderbar. Der „Living Planet Report“ des WWF von 2018 zeigt: Weltweit sind die Bestände von Süßwasserarten seit 1970 um 83% eingebrochen. Das Artensterben im Süßwasser ist also weitaus dramatischer, als in den Landökosystemen. Die zahlreichen Querbauwerke in Flüssen und Bächen sind hierfür mitverantwortlich. Die wesentlichen Folgen, nämlich die Unterbrechung des Fließgewässerkontinuums, sowie die Einschränkung der Längsdurchgängigkeit, können mit keiner anderen Maßnahme so effektiv behoben werden wie mit dem Rückbau der Querbauwerke.

Dam removal goes Alps 2021 – die internationale Tagung

Dem Rückbau von Querbauwerken widmet sich die „Dam removal goes Alps 2021“- Tagung, organisiert durch den WWF in Deutschland, Österreich und der Schweiz in Kooperation mit regionalen und internationalen Partnerorganisationen. Bereits für Mai 2020 geplant, wird sie aufgrund der Corona-Pandemie verschoben und findet nun vom 6. bis 8. Mai 2021 im BVS Bildungszentrum Holzhausen in Utting am Ammersee (Bayern, Deutschland) statt.

Bei der Tagung wollen wir von den Erfahrungen aus ganz Europa lernen, den ökologischen, ökonomischen, aber auch den sozialen Nutzen von Dammrückbauten diskutieren, die Potentiale für Rückbau auch im Alpenraum aufzeigen und die notwendigen Rahmenbedingungen für Dammrückbau skizzieren.

Erfolgreiche Rückbauprojekte – Experten im Interview

In den vergangenen knapp 30 Jahren wurden weltweit etliche Querbauwerke an Fließgewässern zurückgebaut. Spektakulärstes Beispiel war der Staudammabriss 2011 am Elwha River im Olympic National Park, Washington. Aber auch in Europa wurden und werden mittlerweile viele Wehre und Dämme entfernt, insbesondere in Frankreich, Schweden, Finnland, Spanien, Großbritannien und dem Baltikum.

Was macht diese Rückbauprojekte erfolgreich? Wir haben internationale Experten gefragt: Was zeichnet einen frei fließenden Fluss aus? Warum sind diese bedroht? Und was können wir tun, um den Zustand unserer Flüsse zu verbessern? Welche Vorteile entstehen durch Dammrückbau und Renaturierung? Diese und viele weitere Fragen stellt der Journalist Matthias Schickhofer und erhält klare Antworten.

Zu den ungekürzten Interviews der befragten Experten und weitere Hintergrundinformationen.

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