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Stand: 06.08.2018

Zu Besuch bei den Bärenwaisen

Im vergangenen Jahr haben wir erstmals die einzige Auffangstation für Braunbärenwaisen in Rumänien besucht. Dort werden kleine Bärenkinder aufgepäppelt, bis sie wieder in die Freiheit entlassen werden können. Bald ist es wieder so weit: Im Herbst können die Bärenwaisen aus dem vergangenen Jahr die ersten Schritte in Freiheit wagen. Immer wieder ein schöner Moment, der die Arbeit der Helfer belohnt, die nach wie vor finanzielle Hilfe brauchen, um das Projekt weiter stemmen zu können. Aktuelle Aufnahmen zeigen: Die Bärenwaisen entwickeln sich prächtig.

Gefahren für die Bärenkinder

Schon mehr als 100 Bärenkindern hat Leonardo Bereczky, Gründer der Auffangstation, zusammen mit seinen Helfern die Freiheit geschenkt. Ohne seine Arbeit wäre der Bestand der Bären in Rumänien noch stärker gefährdet. Denn immer wieder verlieren Bären ihre Mütter, weil diese von Wilderern getötet werden oder auch Unfällen zum Opfer fallen - erst kürzlich wurde ein Bärenjunges aufgenommen, dessen Mutter tot an den Bahnschienen gefunden wurde. Wilderei, Abholzung und der Verlust des Lebensraums sind nach wie vor die größten Gefahren für die Bären, besonders für den Nachwuchs. Auf sich allein gestellt könnten die Bärenjungen nicht überleben. Wie gut, dass es das Waisenhaus gibt, das mit Hilfe von Spenden finanziert wird.

 

Der WWF unterstützt die Auffangstation für Bärenkinder; die Hilfe dafür ist Teil des groß angelegten Engagements des WWF zu großen Beutegreifern. Ziel des Projekts LIFE EuroLargeCarnivores ist es, einen europaweiten Austausch zu ermöglichen und bestehende Lösungen für das Zusammenleben mit Wildtieren bekannter zu machen.

Aktuelle Aufnahmen der Bären aus dem letzten Jahr

Eines der Bärenkinder aus dem vergangenen Jahr © Gabriel Galgoczy / WWF Rumänien
Eines der Bärenkinder aus dem vergangenen Jahr © Gabriel Galgoczy / WWF Rumänien

Normalerweise kommen Leonardo Bereczky und sein Team nicht sehr häufig in die unmittelbare Nähe der Bärenwaisen. Die Tiere sollen so wenig Kontakt mit dem Menschen haben wie möglich, damit ihr natürliches Verhalten dem Menschen gegenüber nicht beeinträchtigt wird. Einem Sturm ist es zu verdanken, dass das Team erst vor Kurzem aktuelle Aufnahmen von den Bären aus dem vergangenen Jahr machen konnte.

 

Umgestürzte Bäume hatten die Elektrozäune beschädigt, die die Gehege umgeben. Die Pfleger nutzten die Gunst der Stunde und stellten während der Reparaturarbeiten Videokameras auf. "Fünf Bärenkinder kamen im vergangenen Jahr in unser Waisenhaus", erzählt Leonardo. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen befanden sie sich im zweiten Gehege, wo sie auch den Winter zusammen verbracht haben.

Die Bären entwickeln sich gut

Die Bären wachsen heran. © Gabriel Galgoczy / WWF Rumänien
Die Bären wachsen heran. © Gabriel Galgoczy / WWF Rumänien

"Die Jungen haben sich prächtig entwickelt und sind so schnell gewachsen, dass wir Schwierigkeiten haben, sie auseinander zu halten", sagt Leo. "Zur Zeit finden sie im Gehege Erdbeeren und Blaubeeren, bald werden auch die Himbeeren reif sein". Die Pfleger unterstützen die Ernährung der Bären noch mit Futter, das mit Hilfe von Drohnen über dem Gehege abgeworfen wird. "Die Bären sind die meiste Zeit des Tages damit beschäftigt, nach den Leckereien zu suchen", erzählt Leo. Überhaupt ist das Leben im Waisenhaus sehr ruhig: Die Waisen suchen zusammen nach Futter und spielen, als wären sie Geschwister.

 

Leo und sein Team freuen sich für jedes Waisenkind, das eine so tolle Entwicklung durchmacht. "Selbst das Junge, das wir halb gelähmt aufgenommen haben, hat Spielkameraden gefunden und wächst. Es ist zwar noch kleiner und schwächer als die anderen, spielt und tobt aber genau wie die Großen", so Leo. Ein Beleg dafür, wie gut und wichtig die Arbeit des Waisenhauses für Bärenkinder in Rumänien ist.

Im Herbst werden die Bären ausgewildert

Lieblingsbeschäftigung: Futtersuche. © Gabriel Galgoczy / WWF Rumänien
Lieblingsbeschäftigung: Futtersuche. © Gabriel Galgoczy / WWF Rumänien

Bald dürfen die Bärenwaisen aus dem vergangenen Jahr in das letzte Gehege, das größer und wilder ist als die vorhergehenden. Die Bären entscheiden selbst, wann sie ihr neues zu Hause erkunden wollen. Der Aufenthalt der Bären gliedert sich in der Regel in vier Gehege: Im ersten gewöhnen sie sich ein und lernen ihre Kameraden kennen, im zweiten bekommen sie erstmals feste Nahrung, im dritten Gehege verbringen sie ihren Winterschlaf und im vierten werden sie auf den Aufenthalt in der freien Natur vorbereitet, es ist das größte und gleicht einem unberührten Wald.

 

„Die Bären aus dem vergangenen Jahr sind jetzt etwa eineinhalb Jahre alt, im Herbst wollen wir das letzte Gehege öffnen und sie auswildern“, so Leo. „Sie treten direkt in die Wildnis, ganz selbständig, ohne unser Zutun. Dort werden sie sich mit der Zeit aufteilen und neue Heimatreviere finden.“ 

Das können Sie zur Unterstützung der Auffangstation tun

Braunbären © Leonardo Bereczky

Mit 50 € leisten Sie einen sehr wichtigen Beitrag zu unserem breit angelegten Engagement für die großen Beutegreifer in Europa.

Braunbär © Leonardo Bereczky

Mit 80 € können wir für ein Bärchen, das krank oder unterernährt in die Station kommt, die nötigen Medikamente beschaffen.

Braunbär © Leonardo Bereczky

Mit 150 € finanzieren Sie das Futter für ein Bärchen für fast einen ganzen Monat. Aktuell leben in der Station 12 kleine Bären.

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