Großkatzen in Asien sind weiterhin gefährdet. Sie werden nicht nur Opfer von Wilderer:innen, sondern verenden immer wieder in Drahtschlingen. Der neue Report „Snaring of Big Cats in Mainland Asia“ von TRAFFIC und WWF analysiert rund 400 Fälle aus den vergangenen zehn Jahren und beinhaltet Analysen aus sieben asiatischen Ländern: Bangladesch, China, Indien, Malaysia, Nepal, Pakistan und Sri Lanka.

Schneeleopard verletzt durch Schlagfalle © WWF Mongolia
Schneeleopard verletzt durch Schlagfalle © WWF Mongolia

Überall geraten Tiger, Leoparden und weitere Großkatzen in Schlingfallen, die meist aus Haushaltsgegenständen, Drähten und Kabeln angefertigt wurden. Gut versteckt unter Laub und Schnee sind sie häufig schlecht zu sehen. Gefangen in der Schlinge verenden viele Tiere durch Verdursten oder Verhungern oder sterben durch Infektionen ­– selbst nach einer geglückten Befreiung.

Dabei sind die registrierten Fälle vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Die tatsächliche Todeszahl dürfte höher liegen, vermutet Susanne Gotthardt vom Fachbereich Asien vom WWF Deutschland.

Vor allem außerhalb der Schutzgebiete landen viele Tiere in den Schlingfallen. Rund 65 Prozent der Tiger und 93 Prozent der Leoparden starben außerhalb dieser Gebiete in den Fallen.

Infografik: 387 Schlingfallen / Großkatzen-Sterblichkeit / Gründe für Schlingfallenwilderei © TRAFFIC / WWF
Infografik: 387 Schlingfallen / Großkatzen-Sterblichkeit / Gründe für Schlingfallenwilderei © TRAFFIC / WWF

Tiger sind nicht das primäre Ziel

Neben der Wilderei ist das Problem, dass viele Großkatzen in Fallen landen, die nicht für sie bestimmt sind. Laut Schätzungen des WWF sind Wilderer:innen für die Hälfte aller getöteten Tiger verantwortlich. Viele Tiere sind allerdings Opfer von Fallen, die Landwirt:innen aufstellen, um ihre Felder zu schützen. Diese sollen Wildschweine, Hirsche und andere Huftiere fernhalten.

Infografik: Empfehlungen zur Eindämmung der Schlingfallenkrise © TRAFFIC / WWF
Infografik: Empfehlungen zur Eindämmung der Schlingfallenkrise © TRAFFIC / WWF

Lokale Zusammenarbeit, um Raubkatzen zu schützen

Um diese Problematik unter Kontrolle zu bekommen, ist es unerlässlich die Zusammenarbeit vor Ort zu intensivieren und gemeinsam für den Schutz der Großkatzen zu kämpfen. Lokale Gemeinden müssen durch Aufklärungsarbeit für das Thema sensibilisiert werden.

Auch Ranger:innen spielen eine wichtige Rolle. Zum einem sollte die Zahl gut ausgebildeter Wildhüter:innen erhöht werden. Zum anderen ist es sinnvoll sie mit Metalldetektoren und Spürhunden auszustatten. So können sie die Schlingfallen besser aufspüren und entfernen.

Eine Zusammenarbeit zwischen den lokalen Gemeinden und Ranger:innen ist essentiell, um den Schutz der Tiger und Leoparden in und außerhalb von Schutzgebieten zu gewährleisten.

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