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Stand: 15.11.2019

Engagement für Alpenflüsse in Oberbayern

Ammer: Altenauer Schleife © Sigrun Lange / WWF
Ammer: Altenauer Schleife © Sigrun Lange / WWF

Die Ammer – teilweise noch wildes Naturjuwel am Rand der Alpen

Der WWF arbeitet seit 2011 an der Ammer. Zusammen mit ihrem Oberlauf, der Linder, macht sie ihrem Namen als Wildfluss noch alle Ehre. Die Linder wälzt große Mengen an Kies und Geröll aus dem Gebirge ins Tal. Kein Speicher, kein Großkraftwerk bremst den Lauf der Ammer, ihre Ablaufdynamik ist weitgehend intakt. Sie ist ein Hotspot der biologischen Vielfalt. 28 Fischarten leben in dem Gewässer. In der Canyon-artigen, fast 30 Kilometer langen Ammerschlucht kann man erahnen, wie viel Kraft in dem Wildfluss steckt. Fast alle deutschen Spechtarten besiedeln die totholzreichen Schluchtwälder entlang der Ammer und auch der Uhu, der in Felsen brütet, und der Flussuferläufer sind in der Ammerschlucht zu Hause.

Hotspotprojekt „Alpenflusslandschaften“

Im Hotspot-Projekt „Alpenflusslandschaften“ engagiert sich der WWF seit 2015 mit 18 Partnern dafür, die ökologische Situation von Ammer, Isar und Lech zu verbessern. Aber der Schutz und die ökologische Entwicklung von Flüssen brauchen einen langen Atem. Viele Interessen müssen berücksichtigt werden. Ein Wildfluss braucht Platz! Zentral ist die Frage, wie die Flächen genutzt werden, die an ein Gewässer angrenzen: Darf der Fluss seinen Lauf verändern und dadurch einige der artenreichsten Lebensräume unserer Naturlandschaft formen? Das bestimmt maßgeblich der Eigentümer der Flächen. Deshalb arbeitet der WWF eng mit Flächeneigentümern zusammen, beispielsweise mit den Bayerischen Staatsforsten und dem Freistaat Bayern (Wasserwirtschaftsamt Weilheim) bei der Planung der Deichrückverlegung an der Ammer im Bereich des Schnalzwehres. Zukünftig soll die Ammer in diesem Abschnitt, der in den 1960er Jahren nach einer Haldenrutschung begradigt wurde, wieder frei fließen können.

Kleinkunstwettbewerb „Am Fluss dahoam“

Dam Removal goes Alps

Unseren Flüssen fehlt heutzutage nicht nur der Raum zur Ausbreitung in der Fläche. Ihr Lauf wird von vielen Querbauwerken behindert. Rein rechnerisch findet sich in deutschen Flüssen alle zwei Kilometer eine Barriere. Nur etwa sieben Prozent unserer deutschen Flüsse sind in einem guten ökologischen Zustand! In den Alpen wird der Ausbau der Wasserkraft politisch weiter forciert. Auch in Bayern gibt es vielerorts Pläne, bestehende Querbauwerke mit Kleinwasserkraftwerken nachzurüsten. Ein Rückbau der Querbauwerke wird damit verhindert. Das Ziel, mehr frei fließende Flüsse, gerät in weite Ferne. Gesetze verpflichten uns, die flusstypische Artenvielfalt zu erhalten. Doch Fakt ist: Die Bestände von Süßwasserarten sind seit 1970 weltweit um 83% eingebrochen (Living Planet Report 2018, WWF). Konsequenter Dammrückbau könnte helfen, mehr Leben in unsere Flüsse zurück zu bringen. Das zeigen Beispiele aus Europa. WWF Deutschland, Österreich und Schweiz wollen sich von der weltweiten Dammrückbau-Bewegung inspirieren lassen und von ihren Erfahrungen lernen. Zusammen mit regionalen und internationalen Partnern organisieren sie von 14.-16. Mai 2020 die Tagung „Dam Removal goes Alps“ in Utting am Ammersee

Christine Miedl, Direktorin Unternehmenskommunikation der Sparda-Bank München, überreicht eine Spende der Sparda-Bank an Dr. Diana Pretzell, Leiterin Naturschutz Deutschland © Gerhard Schmolke
Christine Miedl, Direktorin Unternehmenskommunikation der Sparda-Bank München, überreicht eine Spende der Sparda-Bank an Dr. Diana Pretzell, Leiterin Naturschutz Deutschland © Gerhard Schmolke

Spende der Sparda-Bank München

„Wir freuen uns, dass wir die Sparda-Bank München als Unterstützer für das Engagement des WWF Deutschland an den bayrischen Wildflüssen gewinnen konnten“, betont Diana Pretzell. Die jährliche Fördersumme von 15.000 Euro bis 2020, also insgesamt 75.000 Euro, überreicht Christine Miedl, Direktorin Unternehmenskommunikation der Sparda-Bank München, bei einem Festakt mit der bayerischen Umweltministerin Scharf in der Stadthalle Weilheim. Mit der Spende kann der WWF seinen Eigenanteil im Projekt „Alpenflusslandschaften“ finanzieren. „Die Sparda-Bank ist in der Region fest verwurzelt. Daher finden wir es wichtig, Verantwortung für die Natur zu übernehmen“, erklärt Christine Miedl das Engagement der Bank.

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