Das Ausmaß der Buschbrände in Australien war beispiellos und katastrophal. 34 Menschen kamen auf tragische Weise ums Leben, fast 3.000 Häuser wurden zerstört und die Auswirkungen auf Wälder und Wildtiere waren immens.

Jeder Euro macht einen Unterschied

Die globale Reaktion auf diese Krise war unmittelbar und überwältigend. Zwischen Januar und Juni 2020 konnte der WWF Australien mehr als acht Millionen Australische Dollar (umgerechnet fast 5 Mio. Euro) für 34 verschiedene Projekte zur Verfügung stellen.

"Doch das ist erst der Anfang", sagt Dermot O'Gorman, Geschäftsführer des WWF Australien. "Dies ist eine Katastrophe von globaler Bedeutung, und wir sind von der Großzügigkeit so vieler unserer Unterstützer und Partner in Australien und auf der ganzen Welt berührt. Jetzt ist es an der Zeit, unsere Anstrengungen zu verdoppeln." 

Der WWF Deutschland sagt "DANKE"! Wir sind dankbar und begeistert über Ihre unermüdliche Hilfe und Spendenbereitschaft. Jeder gespendete Euro hilft unseren Kolleg:innen vor Ort, den verletzten Tieren schnell zu helfen und deren Lebensräume wieder aufzubauen.

Nisthilfen, Futter, Medizin: Wo und wie hilft der WWF?

Bei einer Katastrophe dieser Größenordnung kann sich keine Organisation alleine um die Bedürfnisse aller Wildtiere im ganzen Land kümmern. Der WWF Australien hat sich daher mit über 40 lokalen Rettungs- und Pflegeorganisationen für Wildtiere zusammengetan und Mittel bereitgestellt, die dringend benötigt wurden. Diese wurden u. a. verwendet für:

  • Unterstützung von spezialisierten Tierärzten, die verletzte Wildtiere in ganz Australien versorgen und medizinisch behandeln.
  • Versorgung der Wildtiere mit Nahrung und Wasser in von Buschbränden betroffenen Regionen.
  • Einsatz von Koala-Erkennungshunden und -drohnen, um nach überlebenden Koalas zu suchen.
  • Beschaffung von Veterinärbedarf 
     

Mit diesen Partnerorganisationen ist der WWF in den betroffenen Regionen aktiv:
 

New South Wales

  • Friends of the Koala, Lismore: Finanzierung von Hilfsgütern, zum Beispiel eines Ultraschallgerätes. Bau weiterer Koala-Häuser, um die Kapazität der hauseigenen Klinik zu erweitern, so dass mehr Koalas vor Ort versorgt werden können und der Stress für die verletzten Tiere minimiert wird.
  • Biolink: Suchaktionen zum Aufspüren von überlebenden Koalas, Vermessung der verbrannten Wälder an der Nordküste zur Erfassung der Schäden. 
  • Ecological Australia: Einschätzung der Auswirkungen der Buschbrände auf Reptilien, Vögel, Säugetiere und möglicherweise Frösche in vier Gebieten des von den Bränden an der Nordküste betroffenen Gebietes.
  • Wildcare Australia: Versorgung von in der Wildnis verbliebenen Wildtieren mit ausgelegter Nahrung im Tallaganda-Nationalpark, tiermedizinische Versorgung geretteter Tiere wie dem Östlichen Grauen Riesenkänguru, Sumpfwallaby, Rotmackenwallaby, verschiedene Possumarten und Gleitbeutler.

 

Queensland

  • RSPCA Queensland: Dringende medizinische Versorgung verletzter Wildtiere, insbesondere Koalas, in den Wildschutzeinrichtungen in Queensland.
  • OWAD-Koala-Spürhunde: Einsatz der Koala-Spürhunde "Taz" und "Missy" in den verbrannten Wäldern um Cunningham's Gap, westlich von Brisbane - Taz und Missy haben bereits mehrere verletzte, dehydrierte oder hungernde Koalas aufgespürt.

 

Südaustralien

  • Kangaroo Island Land for Wildlife: Maßnahmen zur Rettung des einzigartigen Kangaroo Island Dunnart. Die nur hier vorkommende Schmalfußbeutelmaus mit den dunklen Knopfaugen steht aufgrund der Brände möglicherweise am Rande der Ausrottung.
  • Nature Foundation SA: Versorgung der verbliebenen Kangaroo-Island-Braunkopfkakadus mit Nisthilfen und zusätzlichen Futterquellen. Insgesamt gibt es auf Kangaroo Island nur noch 370 dieser in kleinen Gruppen lebenden Vögel. Wie viele von ihnen die Feuer überlebt haben, ist zurzeit noch unklar, da es dort immer noch brennt. 

 

Victoria

  • Zoos Victoria Australian Wildlife Health Centre: Evakuierung von besonders bedrohten Tierarten und Versorgung von Koalas aus dem Mallacoota-Brand, Einrichtung von Notaufnahmen für Wildtiere in den vom Feuer betroffenen Gebieten.

 

Westaustralien

  • Native Animal Rescue: Bereitstellung von Futter- und Wasservorräten für vom Feuer betroffene Kängurus und Wallabys sowie Fütterung und Rehabilitation von verletzten Braunkopfkakadus und verwaisten Wildtieren.

 

Tasmanien

  • Bonorong Wildlife Sanctuary: Bereitstellung dringender medizinischer Versorgung und Rehabilitation für verletzte Tiere durch eine auf Wildtiere spezialisierte Tierklinik.

Die Verwüstung ist beispiellos. Aber die Hilfe auch.

Verletzter Koala © WWF Australia / Veronica Joseph
Verletzter Koala © WWF Australia / Veronica Joseph

Menschen auf der ganzen Welt nehmen am Schicksal der australischen Tiere teil, die unter den Folgen der menschengemachten Erderhitzung leiden müssen.

Dermot O'Gorman: "Die Verwüstung dieser Brände ist beispiellos und die vor uns liegende Wiederaufbauarbeit ist immens. Wenn Sie unsere Bemühungen bereits unterstützt haben, kann ich Ihnen nicht genug danken. Es ist wirklich unglaublich zu sehen, wie unsere WWF-Community zusammensteht." 

Jetzt sind die Kompetenzen und Ressourcen der gesamten Organisation gefragt: von unseren Naturschutzwissenschaftlern, Ökologen, unseren Team vor Ort, Politik- und Rechtsexperten bis hin zu den Menschen, die Ihre Anrufe und E-Mails beantworten, Ihre Spenden annehmen und weitergeben und Sie über die neuesten Nachrichten auf dem Laufenden halten.

Bei der Weitergabe der Spenden stellt der WWF sicher, dass die Partnerorganisationen vor Ort alle notwendigen Kriterien für eine nachweislich effektive und professionelle Naturschutzarbeit erfüllen. Höchstens 10 Prozent der gespendeten Gelder werden für die Kosten verwendet, die für die Verwaltung der Rettungsaktionen notwendig sind.

Lebensräume retten und Bäume pflanzen

Auch in den kommenden Monaten und Jahren wird Ihre Spende den Wildtieren in Australien zugutekommen. Als die Feuer von 2019/20 gelöscht waren, wurde im Rahmen des neuesten WWF Reports der Umfang und die langfristigen Auswirkungen der Schäden auf die Wildtiere und ihren Lebensraum evaluiert. Er hat ergeben, dass die Buschbrände zu einem Verlust von etwa 71 Prozent der Koalapopulation in den betroffenen Gebieten geführt hat. Darüber hinaus sind alleine in New South Wales über fünf Millionen Hektar Eukalyptus-Wälder verbrannt. Dieser Lebensraum muss wiederhergestellt und bestehende Wälder vor Abholzung geschützt werden. 

Aus diesem Grund startete der WWF Australien die Kampagne: "Towards two billion trees"  (auf Deutsch in etwa: "Auf dem Weg zu zwei Milliarden Bäumen"). So sollen z. B. im Richmond Valley 200.000 Bäume gepflanzt werden, um einen neuen Korridor für die Koalas zu schaffen. Außerdem verpflichtet sich der WWF Australien im nächsten Jahrzehnt zwei Milliarden Bäume zu retten und zu pflanzen.

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