Schwarze Rußpartikel überziehen ihr Fell, sie sind durstig, haben verbrannte Pfoten, die kleinen Ohren sind von den Flammen versengt. Mit einer großen Spritze flößt Tierärztin Leanne Wicker im Gemeindezentrum in Mallacoota einem geschwächten Koala vorsichtig Flüssignahrung ein. Gierig trinkt das kleine Tier, dessen Pfoten in dicken Verbänden stecken. Die Wildschutzorganisation Zoos Victoria hat das Gemeindezentrum des kleinen Küstenortes kurzerhand in eine Notaufnahme für verletzte Wildtiere umfunktionieren - ermöglicht durch die vielen Spenden!

Erste Hilfe für verletzte Koalas

Mehr als eine Million Australische Dollar konnte der WWF bis zum 20. Januar dank zahlreicher Spenden von Menschen auf der ganzen Welt schon bereitstellen, um von den Feuern verletzte Wildtiere zu retten und wieder aufzupäppeln. "Doch das ist erst der Anfang", sagt Dermot O'Gorman, Geschäftsführer des WWF Australien. "Dies ist eine Katastrophe von globaler Bedeutung, und wir sind von der Großzügigkeit so vieler unserer Unterstützer und Partner in Australien und auf der ganzen Welt berührt. Jetzt ist es an der Zeit, unsere Anstrengungen zu verdoppeln." 

Der WWF Deutschland sagt "DANKE"! Wir sind dankbar und begeistert über Ihre unermüdliche Hilfe und Spendenbereitschaft. Jeder gespendete Euro hilft unseren Kolleg:innen vor Ort, den verletzten Tieren schnell zu helfen und, sobald die Brände eingedämmt sind, Lebensräume für die Tiere wieder aufzubauen.

Dies sind jetzt die drei wichtigsten Sofortmaßnahmen

  • Futter und Wasser für hungernde Wildtiere bereitstellen, die in den verbrannten Gebieten keine Nahrung mehr finden.
  • Koalas finden, die die Brände überlebt haben und Hilfe benötigen. Dafür werden auch Spürhunde eingesetzt.
  • Medizinische Hilfsgüter wie Medikamente, Verbandsmaterial und medizinische Geräte zu den Notaufnahmen vor Ort bringen.

Nisthilfen, Futter, Medizin: Wo und wie hilft der WWF?

Weil die Brände riesige Gebiete betreffen, wird überall dringend Hilfe benötigt. Der WWF ist in diesen besonders betroffenen Regionen mit seinen Partnerorganisationen aktiv:

 

New South Wales

  • Friends of the Koala, Lismore: Finanzierung von Hilfsgütern, zum Beispiel eines Ultraschallgerätes. Bau weiterer Koala-Häuser, um die Kapazität der hauseigenen Klinik zu erweitern, so dass mehr Koalas vor Ort versorgt werden können und der Stress für die verletzten Tiere minimiert wird.
  • Biolink: Suchaktionen zum Aufspüren von überlebenden Koalas, Vermessung der verbrannten Wälder an der Nordküste zur Erfassung der Schäden. 
  • Ecological Australia: Einschätzung der Auswirkungen der Buschbrände auf Reptilien, Vögel, Säugetiere und möglicherweise Frösche in vier Gebieten des von den Bränden an der Nordküste betroffenen Gebietes.
  • Wildcare Australia: Versorgung von in der Wildnis verbliebenen Wildtieren mit ausgelegter Nahrung im Tallaganda-Nationalpark, tiermedizinische Versorgung geretteter Tiere wie dem Östlichen Grauen Riesenkänguru, Sumpfwallaby, Rotmackenwallaby, verschiedene Possumarten und Gleitbeutler.

 

Queensland

  • RSPCA Queensland: Dringende medizinische Versorgung verletzter Wildtiere, insbesondere Koalas, in den Wildschutzeinrichtungen in Queensland.
  • OWAD-Koala-Spürhunde: Einsatz der Koala-Spürhunde "Taz" und "Missy" in den verbrannten Wäldern um Cunningham's Gap, westlich von Brisbane - Taz und Missy haben bereits mehrere verletzte, dehydrierte oder hungernde Koalas aufgespürt.

 

Südaustralien

  • Kangaroo Island Land for Wildlife: Maßnahmen zur Rettung des einzigartigen Kangaroo Island Dunnart. Die nur hier vorkommende Schmalfußbeutelmaus mit den dunklen Knopfaugen steht aufgrund der Brände möglicherweise am Rande der Ausrottung.
  • Nature Foundation SA: Versorgung der verbliebenen Kangaroo-Island-Braunkopfkakadus mit Nisthilfen und zusätzlichen Futterquellen. Insgesamt gibt es auf Kangaroo Island nur noch 370 dieser in kleinen Gruppen lebenden Vögel. Wie viele von ihnen die Feuer überlebt haben, ist zurzeit noch unklar, da es dort immer noch brennt. 

 

Victoria

  • Zoos Victoria Australian Wildlife Health Centre: Evakuierung von besonders bedrohten Tierarten und Versorgung von Koalas aus dem Mallacoota-Brand, Einrichtung von Notaufnahmen für Wildtiere in den vom Feuer betroffenen Gebieten.

 

Westaustralien

  • Native Animal Rescue: Bereitstellung von Futter- und Wasservorräten für vom Feuer betroffene Kängurus und Wallabys sowie Fütterung und Rehabilitation von verletzten Braunkopfkakadus und verwaisten Wildtieren.

 

Tasmanien

  • Bonorong Wildlife Sanctuary: Bereitstellung dringender medizinischer Versorgung und Rehabilitation für verletzte Tiere durch eine auf Wildtiere spezialisierte Tierklinik.

Die Verwüstung ist beispiellos. Aber die Hilfe auch.

Verletzter Koala © WWF Australia / Veronica Joseph
Verletzter Koala © WWF Australia / Veronica Joseph

Das Ausmaß der Schäden, die die Buschfeuer in Australiens Südosten anrichten, ist in seinem vollen Umfang noch nicht absehbar. Trotzdem kämpfen engagierte Naturschützer:innen unermüdlich gegen die Zerstörung und setzen sich leidenschaftlich für jedes einzelne Tier ein. Das können sie nur tun, weil Menschen auf der ganzen Welt am Schicksal der australischen Tiere teilhaben, die unter den Folgen der menschengemachten Erderhitzung leiden müssen.

Dermot O'Gorman: "Die Verwüstung dieser Brände ist beispiellos und die vor uns liegende Wiederaufbauarbeit ist immens. Wenn Sie unsere Bemühungen bereits unterstützt haben, kann ich Ihnen nicht genug danken. Es ist wirklich unglaublich zu sehen, wie unsere WWF-Community zusammensteht." 

Jetzt sind die Kompetenzen und Ressourcen der gesamten Organisation gefragt: von unseren Naturschutzwissenschaftlern, Ökologen, unseren Team vor Ort, Politik- und Rechtsexperten bis hin zu den Menschen, die Ihre Anrufe und E-Mails beantworten, Ihre Spenden annehmen und weitergeben und Sie über die neuesten Nachrichten auf dem Laufenden halten.

Bei der Weitergabe der Spenden stellt der WWF sicher, dass die Partnerorganisationen vor Ort alle notwendigen Kriterien für eine nachweislich effektive und professionelle Naturschutzarbeit erfüllen. Höchstens 10 Prozent der gespendeten Gelder werden für die Kosten verwendet, die für die Verwaltung der Rettungsaktionen notwendig sind.

Die Internationale Rote Liste der Weltnaturschutzunion IUCN bewertet den Koala folgerichtig seit 2016 als eine gefährdete Tierart – wenn der Mensch den Koala nicht beschützt droht Australien, sein neben dem Känguru bekanntestes Symboltier zu verlieren.

Nach dem Feuer: Lebensräume retten und Bäume pflanzen

Und nicht nur jetzt, sondern auch in den kommenden Monaten und Jahren wird Ihre Spende den Wildtieren in Australien zugutekommen. Sobald die Feuer gelöscht sind, müssen der Umfang und die langfristigen Auswirkungen der Schäden auf die Wildtiere und ihren Lebensraum evaluiert werden. Der Lebensraum muss wiederhergestellt und bestehende Wälder vor Abholzung geschützt werden. Dabei hilft unser Aktionsplan "Towards Two Billion Trees", bei dem bis zu zwei Milliarden Bäume gepflanzt werden sollen.

In Mallacoota arbeiten Freiwillige, Tierärzte und Tierärztinnen weiter auf Hochtouren. Auch Leanne Wicker ist sichtlich erschöpft, aber voller Hoffnung: "Einige der Koalas konnten wir auch schon wieder in sicheren Gebieten auswildern. Das ist wirklich toll! Ich denke, wir alle können ein paar gute Nachrichten gebrauchen."

Helfen Sie mit Ihrer Spende den Koalas!