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Stand: 15.01.2020

"Sobald die Brände aufhören, werden wir die ersten Bäume pflanzen"

Zehn Millionen Hektar Land  - ein Gebiet, größer als die Fläche Österreichs - sind bereits verbrannt. Mehr als 1,25 Milliarden Tiere  starben laut Schätzungen bisher in den Flammen. 28 Menschen  sind durch die Feuer ums Leben gekommen. Australien erlebt zurzeit eine nationale Krise ungeahnten Ausmaßes, die auch für den WWF eine riesige Herausforderung bedeutet.

Verletzter Koala © WWF Australien
Verletzter Koala © WWF Australien

Wie kann den von Flammen und Hunger bedrohten Tieren schnellstmöglich geholfen werden? Und wie begegnet man den massiven Verlusten von Lebensraum für Mensch und Tier, wenn die Feuer irgendwann gelöscht sind? Diese Fragen beschäftigten seit Wochen Umweltschutzorganisationen, nicht nur in Australien.

 

Um hungernde Säugetiere in besonders betroffenen Gebieten mit Nahrung zu versorgen, haben Ranger per Hubschrauber schon Möhren und Süßkartoffeln über einigen Nationalparks abgeworfen. Zahllose verletzte Wildtiere wurden in den letzten Wochen von Wildtierzentren aufgepäppelt. Solche Maßnahmen können wenigstens kurzfristig dafür sorgen, die größte Not der Tiere zu lindern. Um akut betroffenen Wildtieren schnell helfen zu können, hat der WWF Australien Anfang Januar zunächst 500.000 australische Dollar (rund 300.00 Euro) bereitgestellt.

 

"Aber das ist erst der Anfang", verspricht Dermot O'Gorman, Geschäftsführer des WWF Australien. "Wir rufen dazu auf, einen Fonds zur Renaturierung der Lebensräume in Höhe von 30 Millionen Dollar (rund 18 Millionen Euro) einzurichten. Denn die Verwüstung ist beispiellos und die vor uns liegende Aufgabe immens."

 

Doch es gibt auch einen Hoffungsschimmer: Menschen auf der ganzen Welt lassen die Bilder flüchtender Koalas und verbrannter Kängurus nicht unberührt. Eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft ist angerollt. Nicht nur in Australien, sondern überall auf der Welt leisten Menschen Unterstützung oder spenden einen Teil ihres Einkommens, um zu helfen. 

 

 

Nach dem Brand: Bäume pflanzen und Bewusstsein schaffen

Dringend notwendig: Neue Bäume © WWF Australien
Dringend notwendig: Neue Bäume © WWF Australien

Das schafft Hoffnung, dass der WWF seinen Aktionsplan "Towards Two Billion Trees" (zu Deutsch in etwa "Bis zu zwei Milliarden Bäume ") mittelfristig umsetzen kann, wenn sich die Lage im Südosten Australiens entspannt. "Sobald die Brände aufhören, werden wir so schnell wie möglich 10.000 Bäume in besonders betroffenen Gebieten pflanzen. So werden wir dazu beitragen, die von Bränden zerstörten Lebensräume von Koalas und anderen Wildtieren wiederherzustellen", so Dermot O'Gorman.

 

O'Gorman hebt auch hervor, dass die Unterstützung bei der Verbreitung von Informationen ebenso wichtig wie finanzielle Hilfe ist. Er ruft dazu auf, im eigenen Freundes- und Familienkreis, aber auch in sozialen Medien auf die dramatische Situation im Bundestaat News South Wales aufmerksam zu machen. "Ihre Stimme ist kraftvoll und kann helfen, das Bewusstsein dafür zu schärfen, wo sofortige Unterstützung erforderlich ist und welche Maßnahmen und Veränderungen langfristig notwendig sind".

Gemeinsam für Waldschutz und energiepolitischen Wandel

Auch wenn australische Eukalyptuswälder Buschbrände überleben können, wird es Jahrzehnte dauern, bis sich die Wälder erholt haben und Tier- und Pflanzenarten hier wieder Nahrung und Lebensraum finden. Einige Wälder werden wohl nie wieder ihren früheren Zustand erreichen. Dabei war Australien schon vor der Brandkatastrophe ein Abholzungs-Hotspot , vergleichbar mit dem Amazonas.

 

Der WWF Australien kämpft dafür, dass die Abholzung der verbliebenen Wälder gestoppt wird und sich die bereits gerodeten Wälder regenerieren können. Mit dem WWF-Aktionsplan "Towards Two Billion Trees" könnte Australien in Zukunft sogar eine weltweit führende Rolle bei der Wiederaufforstung von Wäldern und Waldflächen einnehmen.

 

Langfristig wird es aber auch innovativer Lösungen bedürfen, um den Klimawandel einzudämmen, Tier- und Pflanzenarten bei der Anpassung an die Folgen der Erderwärmung zu unterstützen und ihre Lebensräume zu schützen. Dermot O'Gorman: "Wenn Gemeinden, Regierungen und Industrie zusammenarbeiten, können wir Lösungen für erneuerbare Energien entwickeln und einige unserer intensivsten Industriezweige dekarbonisieren."

 

Neben der Zusammenarbeit vor Ort und der großen Hilfs- und Spendenbereitschaft von Menschen auf der ganzen Welt gibt es noch einen weiteren Hoffnungsschimmer: Für die nächsten Tage ist im Bundesstaat New South Wales Regen angekündigt.

Helfen Sie mit Ihrer Spende den Koalas!

50 € können dazu beitragen, die ersten 10.000 dringend benötigten Bäume in einem der kritischsten Koala-Lebensräume zu pflanzen.

Mit 75 € tragen Sie dazu bei, dass verletzte Koalas, die von Buschbränden betroffen sind, in Notfällen medizinisch versorgt werden

150 € helfen, dass der WWF Australien politischen Druck auf die australische Regierung ausüben kann, die das übermäßige Fällen von Bäumen verhindern.

Die Internationale Rote Liste der Weltnaturschutzunion IUCN bewertet den Koala folgerichtig seit 2016 als eine gefährdete Tierart – wenn der Mensch den Koala nicht beschützt droht Australien, sein neben dem Känguru bekanntestes Symboltier zu verlieren.

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