Es ist ein Naturwunder, einzigartig und bedroht: Im Lobéké Nationalpark im Südosten Kameruns mit mehr als 250.000 Hektar Fläche gibt es eine der größten Dichten an Menschenaffen und Waldelefanten. Neben dem kritisch bedrohten Flachlandgorilla finden sich noch weitere 13 Primatenarten, darunter Schimpansen. 215 Schmetterlingsarten wurden bisher hier gezählt, 283 Vogelarten – unter anderem Graupapageien, eine der intelligentesten Vogelarten. Der Wald selbst ist in großen Teilen noch unberührter Primärwald!

Die Waldlichtungen (Bais) sind wahre Magnete für viele Tierarten, wegen ihrer lebenswichtigen Mineralien, die sonst sehr schwer im Regenwald zu finden sind. Hier lassen sich Waldelefanten, Sitatunga-Antilopen, Pinselohrschweine, Gorillas, aber auch Tausende Graupapageien und Grüntauben beobachten. 2012 wurde Lobéké (mit den benachbarten Schutzgebieten Nouabalé-Ndoki in der Republik Kongo und dem Dzanga-Ndoki Nationalpark in der Zentralafrikanischen Republik) als Teil des Sangha Trinational in die Liste des UNESCO-Welterbe aufgenommen.

Im Südosten Kameruns leben schon seit Jahrtausenden die Baka, eines der ältesten Völker der Erde. Die Zahl der halbnomadischen Jäger und Sammler wird auf ca. 25.000 Menschen geschätzt.

Wussten Sie das?

Der Nationalpark ist von einer Pufferzone umgeben, die mehr als zweimal so groß ist wie der Nationalpark selbst. Darin gibt es vom Staat verpachtete Forst- und Jagdkonzessionen für deren nachhaltige Bewirtschaftung sich der WWF einsetzt.

Wilderei bedroht Tierbestände

Graupapageie © Ola Jennersten / WWF-Sweden
Graupapageie © Ola Jennersten / WWF-Sweden

Doch auch die scheinbar unberührte Natur von Lobéké ist kein Paradies mehr. Wie im gesamten Kongobecken nehmen auch in Lobéké die Bestandszahlen der Tierpopulationen kontinuierlich ab; besonders aufgrund illegaler Wilderei. Davon besonders betroffen ist der Waldelefant. Aber auch andere Tiere sind gefährdet, besonders Duckerantilopen und anderes "Buschfleisch". Den Gorillas geht es in Lobéké zum Glück relativ gut.

Die organisierte Wilderei von professionell und teilweise grenzüberschreitend vorgehenden Verbrechersyndikaten ist ein großes Problem. Gewildert werden Waldelefanten wegen ihrer gewinnbringenden Stoßzähne, aber auch in Masse alle möglichen Tiere für den kommerziellen Buschfleischhandel. Dies führt besonders in der Pufferzone des Lobéké Nationalparks zu nahezu tierleeren Gebieten. Die Bevölkerung dort kann sich nur noch sehr schwer mit tierischem Protein ernähren.

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Illegaler Holzeinschlag lässt Wälder schwinden

Aber nicht nur die Jagd auf Buschfleisch und die Wilderei lassen die Tiere verschwinden. Holzeinschlag und die Förderung von Bodenschätzen gibt es hier sowohl legal als auch illegal. Der Bau von Pisten, Siedlungen, Feldern und Minen übt Druck auf die Umwelt aus und verschafft den Wilderern Zugang in die entlegenen Gebiete.

Der WWF übernimmt in der Region Verantwortung für die Lösung der Schwierigkeiten. Als Partner des kamerunischen Ministeriums für Forst und Fauna (MINFOF) leistet der WWF finanzielle und technische Unterstützung; das Ministerium trifft die Entscheidungen im Namen der Regierung Kameruns.

Hilfe für die Bevölkerung

Dorfbewohner zeigt seine Ausbeute © Daniël Nelson
Dorfbewohner zeigt seine Ausbeute © Daniël Nelson

Als eine der wenigen internationalen Nichtregierungsorganisationen, die durchgehend vor Ort ist, versucht der WWF die bitterarmen Bakas, aber auch die anderen lokalen Gemeinden in die Schutzgebietsarbeit einzubinden und deren Lebensgrundlage zu verbessern. Die Umsiedlung der Baka entlang der Straßen nach der Kolonialzeit hat die Baka in eine prekäre Situation gebracht. Es gibt große Probleme mit Überschuldung und Alkoholmissbrauch. Dazu werden die Baka von der Mehrheitsbevölkerung, den Bantu, als Menschen zweiter Klasse betrachtet – und entsprechend behandelt. Der WWF unterstützt die Bevölkerung mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen. Unter anderem wurden Brunnen gebaut und die Bakas haben Zugang zu eigenen Schul-Stipendien, die bisher 250 Menschen zugutekamen.

Gemeindewälder für die Baka

Mit Hilfe des WWF wurden Gemeindewälder eingerichtet. Die Gemeindewälder dienen dazu, den Druck auf die Nationalparks durch die Nutzung zu mildern – vor allem aber helfen sie, die Armut zu reduzieren und fördern eine lokale Entwicklung. Für diese Gemeindewälder werden Schulungen zu einer nachhaltigen Bejagung durchgeführt.

Die indigenen Baka im ostkamerunischen Dorf Mboli verwalten und nutzen fortan die Einnahmen aus dem eigenen Gemeindewald. Ihrem Antrag auf Erwerb und Bewirtschaftung eines 5.000 Hektar großen Waldes wurde vom Ministerium für Wald und Wildtiere (MINFOF) stattgegeben.

Der Gemeinschaftswald, der sich an den Rändern der Nationalparks Boumba Bek und Lobéké im Bezirk Salapoumbe in der Boumba- und Ngoko-Abteilung befindet, wird rund 250 Baka zugutekommen. Damit steigt die Zahl der Gemeinschaftswälder, die vollständig von Baka bewirtschaftet werden, auf drei.

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