Und welche Tiere legen Eier? Tiere vermehren sich auf ganz verschiedene Weise. Das hat sich im Laufe von vielen Millionen Jahren so entwickelt. Die meisten Tiere legen Eier. Dabei gibt es so manche Überraschungen!

Kleiner Vogel, großes Ei

Kiwi mit Ei
Kiwi mit Ei © Imago / Nature Picture Library / Tui de Roy

Kiwis sind seltene Vögel auf Neuseeland, die nicht fliegen können. Rund einen Monat nach der Paarung legt das Weibchen meist ein einzelnes Ei. Es ist das größte Ei der Welt im Verhältnis zur Körpergröße der Mutter!

Das Ei eines Kiwis-Weibchens wiegt etwa 500 Gramm. Das ist rund ein Viertel von dessen Körpergewicht. Stell dir das mal vor, ein Menschenbaby wäre bei der Geburt rund 15 Kilogramm schwer – 5-mal so viel wie die meisten Babys bei der Geburt. In den letzten Tagen vor der Eiablage ist das Ei so groß, dass ein Kiwiweibchen keine Nahrung mehr aufnehmen kann.

Sonnen-Eier

Nilkrokodile schlüpfen aus Eiern
Nilkrokodile schlüpfen aus Eiern © Martin Harvey / WWF

Krokodile vergraben ihre Eier entweder im Boden oder bauen Nester aus Erde und Pflanzenmaterial. Da sie in warmen bis heißen Regionen leben, werden die Eier sozusagen von der Sonne ausgebrütet.

Ob weibliche oder männliche Krokodile zur Welt kommen, hängt von der Temperatur der Eier in einem bestimmten Abschnitt während der Entwicklung des Eis ab. In einem Gelege entstehen normalerweise Weibchen und Männchen, wenn die Eier unterschiedlich tief eingegraben wurden. Denn da ist es auch verschieden warm. Sind es weniger als 30 Grad Celsius, schlüpfen Weibchen, sind es rund 34 Grad Celsius, Männchen.

Bei Temperaturen, die dazwischenliegen, können beide Geschlechter entstehen. Viele Krokodilweibchen bewachen ihre Eier, bis die Kleinen schlüpfen.

Eier, die nicht lange halten

Blindschleiche mit Nachwuchs
Blindschleiche mit Nachwuchs © IMAGO / Nature Picture Library / Laurie Campbell

Die Blindschleiche sieht aus wie eine Schlange, ist aber eine Echse. Die Blindschleiche produziert Eier, die sie im Mutterleib behält und dort ausbrütet. Die Eihülle ist dünn und durchsichtig. Die Babys der Blindschleiche ernähren sich etwa drei Monate von dem in den Eiern gespeicherten Dotter.

Dann legt die Blindschleichenmutter ihre Eier ab. Die Babys durchstoßen ihre Eihülle und kriechen gleich nach draußen. Bei der Geburt sind sie 7 bis 10 Zentimeter groß. Zwischen 8 und 12 Jungen bringt eine Blindschleichenmutter zur Welt. Neugeborene Blindschleichen sind sofort selbstständig.

Das Säuger-Ei

Echidna Kurzschnabel Ameisenigel
Echidna Kurzschnabel Ameisenigel © Robert Styppa

Die allermeisten Säugetiere legen keine Eier. Es gibt aber zwei Ausnahmen: Schnabeltiere und Ameisenigel. Ameisenigel sind in Australien, Tasmanien und Neuguinea zuhause. Sie ähneln den Igeln, sind aber nicht näher mit ihnen verwandt.

Ameisenigel legen etwa drei bis vier Wochen nach der Paarung meist ein einziges Ei. Zur selben Zeit bildet sich am Bauch des Weibchens ein kleiner Brutbeutel. Dort legt der Ameisenigel das Ei hinein und brütet es rund zehn Tage lange aus. Ist die Zeit gekommen, öffnet das Ameisenigeljunge mit Hilfe eines Eizahns die Schale und schlüpft.

Brüten im Maul

Streifen-Augenfleckbuntbarsch schwimmt im Rio Tapajos, Brasilien © Michel Roggo / WWF
Streifen-Augenfleckbuntbarsch schwimmt im Rio Tapajos, Brasilien © Michel Roggo / WWF

Eier abzulegen kann gefährlich sein. Bruträuber lauern überall. Um die Brut bei Gefahr schnell in Sicherheit zu bringen, haben manche eierlegenden Tierarten im Laufe der Evolution eine innere Brutpflege entwickelt. Manche Buntbarschweibchen gehen auf Nummer sicher und brüten ihre befruchteten Eier im eigenen Maul aus. Deshalb werden sie auch Maulbrüter genannt. Solange bis die Jungen schlüpfen, müssen die Buntbarschmütter leider auf jedes Fressen verzichten. Sonst würden sie aus Versehen ihre Brut verschlucken oder nach draußen verlieren.

Ei im Eis

Kaiserpinguine © Fritz Pölking / WWF
Kaiserpinguine © Fritz Pölking / WWF

Kaiserpinguine leben in der Antarktis, wo kein anderes Wirbeltier überleben könnte. Dafür hat sich bei den Kaiserpinguinen ein ungewöhnlicher Lebenslauf entwickelt. Zu Beginn des antarktischen Winters ziehen die Kaiserpinguine zu ihren Brutplätzen. Diese liegen bis zu über 100 Kilometer landeinwärts.

Dort angekommen beginnt die Paarungszeit der Kaiserpinguine. Dann legt das Weibchen ein einziges Ei und übergibt es sofort an das Männchen. Das ist gar nicht so einfach! Bei der Eiübergabe darf nichts schief gehen. Sollte das Ei kurzzeitig wegrollen, wäre der Embryo darin nach wenigen Minuten verloren.

Wenn alles klappt, bewahrt das Männchen das Ei auf seinen Füßen auf und bedeckt es schützend mit seiner Bauchfalte. Das Weibchen macht sich nach der Eiübergabe auf den Weg zurück zum Meer, um sich neue Reserven für die Kükenaufzucht anzufressen. Das Männchen brütet in der Zwischenzeit das Ei allein aus. Nach etwa zwei Monaten schlüpft das Küken und die Mutter kehrt zurück, um es zu füttern.

Das größte Ei der Welt

Vogelstrauss mit Nachwuchs im Nest
Vogelstrauss mit Nachwuchs im Nest © Martin Harvey / WWF

Natürlich legt der Vogel Strauß das größte Ei, schließlich ist er auch der größte Vogel der Welt: Ein Straußenei ist bis zu 20 Zentimeter lang, hat bis zu 15 Zentimeter Durchmesser und wiegt bis zu 1,8 Kilogramm – so viel wie etwa 15 Hühnereier.

Ein Straußenhahn lebt mit mehreren Straußenhennen zusammen. Jede Henne legt 2 bis 12 Eier in ein großes Gemeinschaftsnest. Nur die größten werden von der Haupthenne und dem Hahn ausgebrütet. Die Küken schlüpfen nach sechs Wochen.

Natürliche bunte Eier

Die Schale von Vogeleiern besteht aus Kalk und ist in Schichten aufgebaut. In den Schichten können natürliche Farbstoffe eingelagert werden. Zu den buntesten Eiern in der Vogelwelt gehören die grünen, wie glasiert wirkenden Eier der Perlsteisshühner, die hellblauen Eier der Wanderdrosseln und die rotbraun gefleckten Eier der Wanderfalken.

Spiegelei

Spiegeleiqualle
Spiegeleiqualle © AlexeyMasliy / iStock / GettyImages

Wusstest du, dass es Quallen mit dem Namen Spiegeleiquallen gibt? Sie heißen so, weil sie genauso aussehen wie ein Spiegelei. Sie besitzen einen weißlichen Schirm mit einer durch Algenbesatz orange gefärbten Erhebung in der Mitte.

Spiegeleiquallen leben im Mittelmeer und werden vor allem von Grünen Meeresschildkröten verspeist. Sie halten sich besonders auf hoher See knapp unter der Wasseroberfläche auf. Im Unterschied zu manchen anderen Quallen werden Spiegeleiquallen nicht nur durch Meeresströmungen transportiert, sie können sich auch durch ihren Rückstoßantrieb selbst aktiv fortbewegen.

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