Der Afrikanische Waldelefant gehört zu den größten an Land lebenden Säugetieren. Weil es immer weniger von ihnen gibt, gelten sie als vom Aussterben bedroht. Die meisten Waldelefanten leben sehr versteckt im Regenwald.

Hier leben Afrikanische Waldelefanten

Einige wenige Afrikanische Waldelefanten leben in Westafrika, die meisten sind im Kongobecken zu Hause. Dort leben sie in dichten Regenwäldern und sind für Menschen nur schwer im dichten Unterholz zu entdecken.

Das Kongobecken ist eine Ökoregion in Zentralafrika. Der Regenwald dort erstreckt sich über 1,7 Millionen Quadratkilometer. Er ist also fast fünfmal so groß wie Deutschland. Zum Kongobecken gehören diese Länder: Kamerun, Gabun, Äquatorialguinea, Republik Kongo, Zentralafrikanische Republik (ZAR), die Demokratische Republik Kongo und Uganda. Dort gibt es vor allem Sümpfe und dichte tropische Regenwälder und es ist die Heimat vieler weiterer besonderer Tiere wie von Gorillas, Schuppentieren und Okapis.

Gärtner des Regenwalds

Waldelefanten Dung in Messok Dja © Jaap van der Waarde / WWF Netherlands
Waldelefanten Dung in Messok Dja © Jaap van der Waarde / WWF Netherlands

Afrikanische Waldelefanten verspeisen jede Menge Früchte und Samen. Streifen sie auf Nahrungssuche umher, hinterlassen sie dabei ihren Kot. In dem Kot befinden sich Samen und aus denen können neue Pflanzen wachsen. Der Elefant verteilt die Samen in einem Umkreis von ungefähr 57 Kilometern! Kein anderer Regenwaldbewohner macht das. So trägt er dazu bei, den Regenwald zu erhalten und manche Pflanzen weit zu verbreiten.

Weil er so groß ist, trampelt der afrikanische Waldelefant auf seinen Streifzügen unzählige Büsche platt und entwurzelt immer wieder Bäume. Genau darum ist er auch wichtig für den Regenwald: Die Trampelpfade dienen anderen Tieren als Wege durch den dichten Wald. Sie schaffen Lücken, durch die mehr Sonnenlicht auf den Boden gelangt. Manchmal entstehen große Lichtungen. Sie werden Bais genannt und sind für viele Tiere im Regenwald wichtige Treffpunkte.

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Schon gewusst?

Ein ausgewachsener Afrikanischer Waldelefant hat keine tierischen Feinde. Kälber müssen sich aber vor Leoparden in Acht nehmen.

Verwandt! Afrikanischer Waldelefant und Afrikanischer Savannenelefant - So unterscheidest du die beiden

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Schon gewusst?

In Asien leben Asiatische Elefanten. Die sind kleiner als der Afrikanische Savannenelefant, aber größer als der Afrikanische Waldelefant. Damit ist der Waldelefant der Kleinste unter den Riesen.

So leben Afrikanische Waldelefanten

Vegetarier

Der Afrikanische Waldelefant verspeist Früchte, Samen, Blätter und sogar Rinde und Wurzeln. Außerdem futtert er manchmal Erde, die voller wichtiger Nährstoffe und Mineralien steckt. Dabei gräbt er mit Rüssel und Stoßzähnen nach mineralreichem Schlamm, um seine Ernährung zu ergänzen. Um satt zu werden, muss ein Elefant täglich um die 100 Kilo Pflanzen futtern. Also kein Wunder, dass die Tiere rund 22 Stunden am Tag wach sind und auf Nahrungssuche viele Kilometer durch den Regenwald streifen.

Voll gesprächig

Junge afrikanische Waldelefanten
Afrikanische Waldelefanten © Martin Harvey / WWF

Die Rüsseltiere reden auf verschiedene Arten miteinander. Sie setzen zum Beispiel auf Körpersprache. Manche Bewegung von Ohren, Schwanz und Rüssel haben eine Bedeutung. Sie erzeugen mit dem Rüssel Laute. Dabei verständigen sie sich oft per Infraschall: Das sind ganz tiefe Töne, die Menschen nicht hören. Die verbreiten sich durch die Luft oder über den Boden. Dafür setzt der Waldelefant seinen Rüssel auf die Erde. Artgenossen, die kilometerweit entfernt sind, nehmen den Infraschall mit ihren Füßen wahr.

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Schon gewusst?

Afrikanische Waldelefanten sind mit 20 Jahren ausgewachsen und werden rund 60 bis 65 Jahre alt.

(Fast) Frauenbande

Die Weibchen der Afrikanischen Waldelefanten leben in kleinen Gruppen zusammen. Diese umfassen drei bis sieben Tiere und bestehen meist aus einem Weibchen, Kuh genannt, und seinen Kälbern. Ausgewachsene männliche Elefanten, die Bullen, bleiben meist allein. Sie kommen nur zur Paarung zu den Weibchen.

Wenig Nachwuchs

Junges afrikanisches Waldelefanten-Kalb mit Familie
Junges afrikanisches Waldelefanten-Kalb mit Familie © naturepl.com / Bruce Davidson / WWF

Eine Elefantenkuh bringt nach 22 Monaten ein Jungtier zur Welt. Das ist die längste Tragezeit bei Säugetieren. Das Kalb kann kurz nach der Geburt stehen und laufen. Es wird um die fünf Jahre gesäugt. In der Zeit paart sich die Elefantenkuh nicht, darum bekommen die Tiere nur selten Nachwuchs. Auch wenn ein neues Kalb geboren wird, bleibt das ältere Jungtier in der Nähe seiner Mutter.

Elefantenjunge stolpern übrigens anfangs häufig über ihren Rüssel. Sie müssen erst lernen, ihn richtig zu halten und zu bewegen, damit er nicht im Weg ist.

Bauplan der Natur

Männlicher Afrikanischer Waldelefant

  • Bis zu 2,86 Meter Schulterhöhe
  • Bis zu 2.700 Kilogramm schwer

Bullen sind größer und schwerer als Elefantenkühe.

Afrikanischer Waldelefant trinkt mit seinem Rüssel © Carlos Drews / WWF
Afrikanischer Waldelefant trinkt mit seinem Rüssel © Carlos Drews / WWF

Haut: An manchen Stellen, wie beispielsweise den Schultern, ist die Haut des Elefanten bis zu fünf Zentimeter dick. Deshalb wird der Elefant auch Dickhäuter genannt. Trotzdem ist sie sehr empfindlich: Der Waldelefant fühlt zum Beispiel, wenn eine Fliege auf ihm landet. Die dicke Haut ist wichtig, um die enorme Körpermasse zusammenzuhalten.

Stoßdämpfer: Hinter den Zehen sind weiche Fettpolster. Weil Elefanten auf Zehenspitzen laufen, sind die Polster sehr wichtig: Durch sie liegt nicht ihr ganzes Körpergewicht auf den Zehen.

Ohren: Der Dickhäuter kann sehr gut hören und kühlt sich mit den Ohren ab. Sie sind nämlich stark durchblutet. Bei Hitze erweitern sich die Blutgefäße. So fließt mehr warmes Blut durch die Ohren und sie geben die Wärme ab. Außerdem wedelt der Elefant sich mit den Ohren frische Luft zu.

Ein afrikanischer Waldelefant gräbt mit Rüssel und Stoßzähnen in mineralreichem Schlamm
Ein afrikanischer Waldelefant gräbt mit Rüssel und Stoßzähnen in mineralreichem Schlamm © Martin Harvey / WWF

Rüssel: Der Rüssel wird aus Oberlippe und Nase gebildet. Er ist einen bis eineinhalb Meter lang, enorm stark und beweglich: Er besteht aus rund 40.000 Muskeln! Wir Menschen haben im ganzen Körper nur 650. Dank der vielen Muskeln ist der Rüssel auch richtig stark. Der Elefant kann mit ihm schwere Baumstämme tragen oder mit einem gezielten Hieb Feinde umwerfen. Der lange Rüssel ist so beweglich, weil in ihm keine Knochen stecken. Er kann ihn nach oben strecken, nach unten hängen lassen oder krümmen. Und oft streicheln Elefantenkühe mit ihrem Rüssel ganz sanft ihr Kalb.

Zähne: Der Waldelefant nutzt immer nur vier seiner 24 bis 28 Backenzähne, um seine Nahrung zu zermahlen. Sind diese abgenutzt, fallen sie aus und von hinten rücken vier neue nach. Im Alter von 60 bis 65 Jahren ist das letzte Backenzahnset aufgebraucht. Ohne sie kann der Dickhäuter keine Nahrung mehr kauen und verhungert.

Stoßzähne: Zwei umgewandelte Schneidezähne des Oberkiefers dienen als Werkzeuge und Waffen. Sowohl Bullen als auch Kühe tragen welche. Die Stoßzähne eines Elefanten bestehen aus Elfenbein. Sie wachsen ein Elefantenleben lang. Bricht aber einer ab, wächst kein neuer nach. Jeder Elefant hat einen Lieblingsstoßzahn, den er häufiger benutzt, also so, wie es bei Menschen Links- und Rechtshänder gibt.

Gedächtnis: Elefanten gehören zu den intelligentesten Tieren, die es gibt. Sie haben ein super Gedächtnis und vergessen nichts. Noch Jahre später finden sie Wasserstellen und wichtige Futterplätze wieder oder erkennen Verwandte oder befreundete Elefanten.

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Schon gewusst?

Elefanten haben die Fähigkeit zur Empathie. Das bedeutet, dass sie die Gefühle anderer verstehen. Wenn ein Elefant zum Beispiel traurig ist, wird er von anderen getröstet. Elefanten trauern auch um ihre Toten.

Afrikanische Waldelefanten in Not

Den Waldelefanten geht es sehr schlecht. Die Rote Liste sagt, dass sie vom Aussterben bedroht sind. Das heißt, es gibt immer weniger der scheuen Tiere auf der Welt. Wie konnte es dazu kommen? Was bedroht die Afrikanischen Waldelefanten?

Konflikte zwischen Mensch und Waldelefant

Waldelefanten auf der Dzanga Bai © Andy Isaacson / WWF-US
Waldelefanten auf der Dzanga Bai © Andy Isaacson / WWF-US

Weil Menschen immer mehr in den Lebensraum des Waldelefanten eindringen, leben sie zu nah zusammen und das führt zu Problemen. Fühlen sich Elefanten zum Beispiel auf dem Weg zu ihrer Wasserstelle von Menschen bedroht, kann es passieren, dass die Dickhäuter angreifen. Dabei können sie Menschen schwer verletzen. Oder die Tiere dringen auf Nahrungssuche in menschliche Siedlungen ein, plündern Felder und richten manchmal enorme Schäden an Häusern und Ackerflächen an. Für die Bäuerinnen und Bauern ist so ein „Besuch“ ein großes Problem. Sie wollen ihr Land beschützen. Darum versuchen manche, die Elefanten zu töten.

Wilderei

Menschen machen aus Elfenbein zum Beispiel Schmuck und Skulpturen oder nutzen es für den Bau von Musikinstrumenten, wie für Klaviertasten. Außerdem werden die Tiere selbst gegessen. Deshalb jagen und töten manche Menschen Waldelefanten, obwohl es illegal ist.

Waldzerstörung durch ein chinesisches Holzfällerunternehmen nahe Souanke, Republik Kongo © Jaap van der Waarde / WWF Niederlande
Waldzerstörung durch ein chinesisches Holzfällerunternehmen nahe Souanke, Republik Kongo © Jaap van der Waarde / WWF Niederlande

Zerstörung des Lebensraums

Die Regenwälder in Afrika werden durch Rodung und Abholzung immer weiter zerstört. Dort gibt es wertvolle Hölzer, Bodenschätze und Erdöl. Das wollen Menschen nutzen, um Geld zu verdienen. Außerdem legen sie Acker- und Weideflächen an und rauben so den Afrikanischen Waldelefanten und vielen anderen Tierarten den Platz zum Leben.

Klimakrise

Auf der Erde wird es immer wärmer. Das schadet den Regenwäldern und damit den Waldelefanten und anderen Tieren. Denn ist es zu heiß, sterben zum Beispiel manche Pflanzen ab und die sind eine wichtige Nahrungsquelle für den Elefanten. Viele Bäume tragen weniger Früchte, was Unterernährung zur Folge haben kann.

Der WWF im Einsatz - Das sind unsere Ziele im Kongobecken

Wir setzen uns für den Schutz der Waldelefanten im Kongobecken ein. Dort wachsen die zweitgrößten zusammenhängenden Regenwälder der Erde. Regenwälder sind ein wichtiger Kohlenstoffspeicher und damit wichtig für das Klima der Erde. Wir wollen:

  • dazu beitragen, dass wieder mehr Afrikanische Waldelefanten im Kongobecken leben.
  • die Wilderei im Kongobecken stoppen.
  • erreichen, dass Menschen und Afrikanische Waldelefanten in friedlicher Nachbarschaft leben.
  • den Lebensraum des Afrikanischen Waldelefanten erhalten und vergrößern.

Unser Plan

Kamerafallen-Aufnahme eines afrikanischen Waldelefanten im Dzanga Ndoki Nationalpark
Kamerafallen-Aufnahme eines afrikanischen Waldelefanten im Dzanga Ndoki Nationalpark © WWF International

Schutzgebiete vernetzen

Im Kongobecken gibt es in verschiedenen Ländern Schutzgebiete. Elefanten legen auf Nahrungssuche große Strecken zurück und halten sich dabei nicht an die Grenzen. Deshalb arbeiten wir daran, die einzelnen Schutzgebiete über Grenzen hinweg zu vernetzen und dadurch einen großen sicheren Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schaffen.

Ausbildung

Der WWF bildet staatliche Wildhüterinnen und Wildhüter aus, die die Schutzgebiete im Blick haben. Dabei bezieht er besonders die Bevölkerung und Indigene mit ein. Schutzgebiete sind deshalb die letzten Rückzugsgebiete, in denen durch die stärkeren Kontrollen weniger Elefanten gewildert werden.

Konflikte vermeiden

Elefanten sollen nicht in den Lebensraum von Menschen eindringen: Wir errichten zum Beispiel Barrieren wie Zäune und Netze um Felder und Gärten oder sichern Brunnen und Wassertanks. Außerdem setzt der WWF Chili-Rauchbomben, Lichter und sogar Bienenstöcke ein, um die Tiere abzuschrecken, und bildet dafür die lokale Bevölkerung aus. Und der WWF bringt betroffene Gemeinden und die Regierung zusammen, damit alle gemeinsam überlegen, welche Maßnahmen wo Sinn machen.

Freund statt Feind

Der WWF plant im Kongobecken Prämien für Wildtiersichtungen. Das bedeutet: Wer einen Elefanten sieht und das meldet, bekommt dafür Geld. Außerdem arbeitet der WWF am Monitoring. Dabei setzt der WWF auch KI (Künstliche Intelligenz) ein, um die Bilder auszuwerten. Und er bezieht die lokale Bevölkerung und die Indigenen ein. Auch der Elefantentourismus ist eine wichtige Einnahmequelle. Dadurch haben Urlauberinnen und Urlauber die Chance, Elefanten in freier Wildbahn zu beobachten, und die Einheimischen verdienen Geld.

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