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Jaguare: Warum ihr Schutz so wichtig ist

Er ist die größte Raubkatze Amerikas und steht in seinem Lebensraum an der Spitze der Nahrungspyramide. Trotzdem ist der Jaguar in ständiger Gefahr, vertrieben oder gejagt zu werden. Fast die Hälfte seines ursprünglichen Lebensraums hat er bereits verloren. In zwei Ländern gilt er sogar als ausgerottet. Der Jaguar ist bedroht – und mit ihm ein ganzes Ökosystem. Schuld daran ist sein einziger natürlicher Feind: der Mensch.

Der Jaguar ist in Südamerika stark bedroht © Richard Barrett / WWF-UK
Der Jaguar ist in Südamerika stark bedroht © Richard Barrett / WWF-UK

Eine ungewöhnliche Katze

Nahezu geräuschlos pirscht er sich an seine Beute heran, lauert ihr auf und schlägt dann mit enormer Wucht zu. Im Verhältnis zur Körpergröße hat der Jaguar die größte Beißkraft unter den Großkatzen – etwa doppelt so viel wie ein Löwe. Auf der Jagd streift er durch das Unterholz, klettert auf Bäume und springt – äußert untypisch für Katzen – sogar in Flüsse.

Die letzten Lebensräume des Jaguars

Schätzungsweise 170.000 Tiere leben noch in freier Wildbahn. Sie verteilen sich auf 34 Subpopulationen in Mittel- und Südamerika. Die mit Abstand größte Jaguarpopulation ist im Amazonasbecken zu finden: Hier leben rund 150.000 Jaguare, also knapp 90 Prozent des Gesamtbestandes.

 

Der Amazonasregenwald ist eine Art Schutzfestung für die Tiere, denn alle 33 Subpopulationen außerhalb  gelten als gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Doch gerade dieser letzte Zufluchtsort ist in großer Gefahr: Jeden Tag werden etliche Hektar Regenwald für Aktivitäten des Bergbausektors, der Agrar- und Energieindustrie vernichtet.

Ein Jäger auf der Flucht

Neben der Zerstörung und Zerschneidung seiner Lebensräume durch massive Brandrodungen, gehören illegale Wilderei und Vergeltungstötungen zu den großen Gefahren für den Jaguar. Auch sterben jedes Jahr etliche Tiere, weil sie als Konkurrenz bei der Jagd oder als Bedrohung für die Sicherheit der Menschen angesehen werden.

Die entscheidende Rolle des Jaguars

Der Jaguar hat einen hohen Anspruch an seinen Lebensraum. So benötigt er ein großes Revier, genügend Beutetiere, Zugang zu Wasser und Deckung durch eine dichte Vegetation. Genau das macht ihn zu einer sogenannten Indikator-Art: Wenn es dem Jaguar gut geht, ist das ein sehr positives Zeichen für den Zustand des Ökosystems, in dem er lebt. Die Natur ist intakt.

 

Schützen wir also den Jaguar, schützen wir zugleich auch seine Lebensräume und die Gemeinschaften, welche von ihnen abhängig sind.

Unser Ziel: Jaguarschutz bevor es zu spät ist

Der WWF ist bereits in 90 Prozent der Jaguar-Länder stark repräsentiert und übernimmt eine wichtige Rolle beim Schutz der Großkatze. Wir setzen uns dafür ein, dass die Jaguar-Populationen erhalten bleiben und sich erholen. Wir wollen erreichen, dass die Korridore zwischen den Populationen gesichert, Wilderei reduziert und Konflikte zwischen Mensch und Tier vermindert werden.


Um diese Ziele zu erreichen, arbeiten wir eng mit den indigenen Völkern des Amazonas zusammen. Denn sie sind Verbündete beim Schutz des Regenwaldes: Gemeinsam wollen wir erreichen, dass Indigene Territorien geschützt werden und dass die Lebensgemeinschaften des Regenwaldes fortbestehen.

Unsere Arbeit auf verschiedenen Ebenen

Politisch-/strategische Arbeit

Jaguar-Deklaration:

Wir unterstützen den Ansatz einer gemeinsamen Strategie zum Jaguarschutz in seinem gesamten Verbreitungsgebiet. Im Vorfeld des UN-Weltartenschutztages 2018 in New York kamen hochrangige Vertreter der Länder in einem vom WWF und anderen NGOs organisierten Jaguar-Forum zusammen, um eine Jaguar-Deklaration zu unterzeichnen. Hier ist festgeschrieben, dass ein gemeinsames Jaguar-Schutzprogramm entwickelt und eingeführt werden soll. Zur Zeit arbeiten wir an der Unterzeichnung des so wichtigen Vertrages.

 

Jaguar-Roadmap:

Für die Rettung des Jaguars haben wir uns mit führenden internationalen NGOs und Jaguar-Ländern zusammengeschlossen um die „Jaguar 2030 Conservation Roadmap for the Americas“ zu starten. Die Roadmap ist ein Dokument mit dem Ziel, die Bemühungen zum Schutz des Jaguars über Landesgrenzen hinweg zu koordinieren und somit ein neues Level an Kooperation und Koordination zu erreichen. Bis 2030 sollen unter anderem 30 prioritäre Jaguar-Landschaften gesichert, Schutzgebiete miteinander verbunden und Jaguar-Mensch-Konflikte verringert werden.

 

Jaguar-Strategie:

Mit der „Regional Strategic Framework for Jaguar Conservation“ (RSFJC) haben wir einen umfassenden Leitfaden zum Schutz des Jaguars entwickelt.

Sie wird nicht nur die 14 betroffenen WWF-Büros in den Jaguar-Ländern bei ihren Aktionsplänen leiten, sondern auch andere NGOs bei ihrer Arbeit unterstützen. Außerdem dient sie als Referenz für Entscheidungsträger auf politischer und wirtschaftlicher Ebene.

Erfassung grundlegender Daten

Jaguar-Monitoring:

In Zusammenarbeit mit dem ecuadorianischen Umweltministerium (MAE), und indigenen Gemeinden haben wir 2016 ein groß angelegtes, grenzübergreifendes Programm zum Jaguar-Monitoring im nördlichen Amazonas-Gebiet gestartet. Mithilfe von Kamerafallen dokumentieren wir die Artenvielfalt in dem sogenannten Napo-Putumayo-Korridor, der sich über Peru, Ecuador und Kolumbien erstreckt. So können wir Populationstrends erfassen, die aktuelle Bedrohungslage analysieren und entsprechend effektive Schutzmaßnahmen treffen.

 

Anti-Wilderei-Arbeit:

In Bolivien haben wir eine „Illegal-Wildlife-Trade-Einheit“ durch die Finanzierung ihrer Ausrüstung unterstützt. Das Team konnte seitdem über 300 Tiere beschlagnahmen, welche für den illegalen Tierhandel gedacht waren oder sich illegal in Privatbesitz befanden. Der Jaguar, eines der Hauptziele der Einheit, wurde nicht gefunden. Dies ist, unserer Einschätzung nach, eher positiv zu bewerten. Die Ergebnisse zeigen aber deutlich, wie notwendig die Artenschutzarbeit in Südamerika ist.

HELFEN SIE DEM JAGUAR

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