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Kegelrobben - Rückkehr an die deutsche Ostsee

Kegelrobben waren zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts an der gesamten Ostseeküste verbreitet, es waren weit über 100.000 Tiere. Jedoch wurden sie vom Menschen als direkte Konkurrenten auf der Jagd nach Fisch gesehen: Eine gezielte Ausrottungskampagne wurde ins Leben gerufen. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten wurde die Kegelrobbe in der südlichen Ostsee nahezu ausgerottet. 

Kegelrobben im WWF-Artenlexikon

Bedrohung für Kegelrobben

Mitte des 20. Jahrhunderts ließ zwar der Jagddruck nach, jedoch gelangten nun zunehmend Giftstoffe aus Industrie und Landwirtschaft, überwiegend Quecksilber, aber auch chlorierte Kohlenwasserstoffe wie DDT und PCB, in die Ostsee. Die Kegelrobbenweibchen erkrankten an Tumoren und Gebärmutterverschlüssen. Die eingeschränkte Fortplanzungsfähigkeit führte dazu, dass die Ostseepopulation Anfang der 80er Jahre mit etwa 2.500 Tieren ihren Tiefpunkt erreichte. 

Kegelrobben-Bestände erholen sich

Durch Jagdverbot und den Rückgang von Umweltgiften haben sich die Bestände inzwischen erholt. In der nördlichen Ostsee gibt es bereits mehr als 24.000 Kegelrobben. Von hier aus versucht die Kegelrobbe, nun die deutsche Ostseeküste wiederzubesiedeln. Im Greifswalder Bodden, einem 500 km² großen Randgewässer der Ostsee zwischen der Insel Rügen und dem südlichen Festland, werden mittlerweile ganzjährig Kegelrobben gesichtet, teilweise bis zu 60 Tiere gleichzeitig. 44 Kegelrobben hat der WWF dort am 20. März 2015 gezählt. An der Greifswalder Oie waren es 31 Tiere. Das bedeutet, dass im Moment mehr als die gezählten 75 Kegelrobben bei uns unterwegs sind und Heringe jagen. Die letzte Rekordzählung 2014 lag bei 61 Kegelrobben, ebenfalls zur Heringszeit. Der Bestand wächst langsam, aber stetig. Die Rückkehr der Kegelrobbe an die deutsche Ostsee ist aus naturschutz-, aber auch aus touristischer Sicht ein Highlight.

Das macht der WWF zum Schutz der Kegelrobben

Der WWF unterstützt die Rückkehr der Kegelrobbe an die deutsche Ostseeküste mit Projekten zu Monitoring, Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Im Sinne eines präventiven Konfliktmanagements steht er in engem Dialog mit lokalen Küstenfischern.

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