Der Luchs kehrt zurück nach Deutschland. Auf der Suche nach geeigneten Lebensräumen bewegt sich der Einzelgänger durch Europa und breitet sich immer weiter aus. So sind in den Wäldern des Dreiländerecks Bayern, Tschechien und Österreich derzeit rund 50 Luchse zu Hause und bilden eine Population. Ebenso wie die Tiere im Alpenraum und im Dinarischen Gebirge stehen sie dort unter strengem Schutz. Gemeinsam mit zehn Partnern setzt sich der WWF Deutschland in dem EU-geförderten Projekt 3Lynx daher für ein grenzübergreifendes Management der Raubkatzen-Populationen ein.

Das Ziel - Transnationales Luchsmanagement

Viele europäische „Luchsländer“ begrüßen die Rückkehr unserer wilden Nachbarn und engagieren sich für stabile Bestände. Doch die Tiere haben hohe Ansprüche: Sie benötigen viel Platz, gute Verstecke und ein reichhaltiges Nahrungsangebot, um sich wohlzufühlen. Daher bewegen sich die großen Katzen über große Strecken und Ländergrenzen hinweg. Um sie und ihre Lebensräume langfristig zu schützen, entwickeln die beteiligten Länder in 3Lynx ein übergreifendes Monitoring-System und tauschen Daten zu den unterschiedlichen Regionen miteinander aus. Darüber hinaus binden die Partner regionale Naturschutzbehörden, Jäger, Forstwirte und Kommunen aktiv in den Dialog ein. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse dienen ebenso wie die gesammelten Erfahrungen als Basis für die Entwicklung gemeinsamer Strategien.

Folgende Ziele sollen bis 2021 erreicht sein:

  • Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit der einzelnen Interessengruppen der betroffenen Länder
  • Entwicklung einer gemeinsamen Strategie zum Schutz der  der tschechisch-bayerischen-österreichischen Luchspopulation
  • Einrichtung eines umfassenden Luchs-Monitorings in Mitteleuropa
  • Datenaustauch zwischen Partnerorganisationen

Die Umsetzung – Von der Kamerafalle bis zum Tag des Luchses

Kamerafalle © Robert-Guenther / WWF
Kamerafalle © Robert-Guenther / WWF

Um die europaweite Zusammenarbeit zu verbessern, führen die Partner Workshops und Diskussionsrunden durch. Dabei geht es um die Frage, wie Jäger und Förster systematisch in das Monitoring einbezogen werden können, aber auch um wissenschaftliche Aspekte wie Methoden zur Datenerhebung und -analyse.

Dafür werden die Populationen im Projektgebiet (Tschechische Republik, Deutschland, Österreich sowie Slowenien, Italien, Kroatien) konsequent überwacht. Genetische Untersuchungen, ein dichtes Netz aus Kamerafallen, Sendehalsbänder und die traditionelle Spurensuche liefern die nötigen Daten, um dem Luchs auf die Spur zu kommen.

Auch der Kampf gegen die Wilderei ist ein Ziel von 3Lynx, denn die illegale Tötung von Luchsen ist eine der Hauptgefährdungsursachen. Darüber hinaus ist begleitende Öffentlichkeitsarbeit geplant, um die Bürger der jeweiligen Regionen für den Schutz der heimlichen Katze zu sensibilisieren. Die Projektpartner rufen beispielsweise einen internationalen "Tag des Luchses" ins Leben, der begleitet von einer breiten Palette an öffentlichen Aktivitäten über den Luchs, seine Gewohnheiten und ein friedliches Zusammenleben informiert.

Die Partner – Internationales Konsortium

Die Zerstörung von Lebensraum, Isolation, illegale Verfolgung – während sich die rechtliche und sozioökonomische Situation in den Partnerländern unterscheiden mag, sind die Herausforderungen für den Schutz der Luchse sehr ähnlich. Die Kooperation in einem europäischen Konsortium bietet die Möglichkeit, gemeinsam Konfliktursachen zu identifizieren, Lösungsstrategien zu erarbeiten und Schutzmaßnahmen umzusetzen. Um die Projektziele erfolgreich zu realisieren, arbeiten in 3Lynx daher elf Partner aus Forschung, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Der WWF Deutschland ist ebenso vertreten wie Nationalparks, Ministerien und Umweltämter und Nichtregierungsorganisationen, die sich dem Schutz des Luchses verpflichtet fühlen.

So helfen Sie den Luchsen

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