Um auf den dringenden Schutz von Bienen aufmerksam zu machen, haben die Vereinten Nationen den 20. Mai zum Weltbienentag ausgerufen. Es ist gleichzeitig auch der Geburtstag von Anton Janŝa, dem Begründer der modernen Imkerei.

In Deutschland sind 84 Prozent der Nutzpflanzen von der Fremdbestäubung abhängig. Der Wert der Bestäubungstätigkeit durch Bienen lässt sich hierzulande mit 3,8 Milliarden Euro beziffern. Weltweit sind es gar 577 Milliarden Euro. Zusätzlich steigt der Marktwert der Frucht, da durch die Fremdbestäubung ein besseres Ergebnis erzielt wird. Man muss sich das so vorstellen: Bei der Selbstbestäubung gelangen nur kleine Mengen Pollen an vereinzelte Blütenstempel, während eine Biene durch ihre Pollen- oder Nektarsammeltätigkeit alle Blütenstempel fast gleichmäßig mit Pollen bestreicht.

Gut zu wissen

Um einen Hektar Obstplantage zu bestäuben, benötigt man die Leistung von vier Honigbienenstaaten (ein Staat umfasst dabei mehrere tausend Honigbienen). Oder 600 Mauerbienen. Diese Wildbiene ist also wesentlich effizienter.

Komplexe Vorgänge

Dabei darf man nicht übersehen, dass Honig- und Wildbienen in einem Konkurrenzverhältnis stehen. Ist die an einem Ort vorherrschende Wildbienenart auf eine besondere Pflanze spezialisiert, die zeitgleich von Honigbienen angeflogen wird, entsteht eine Ressourcenknappheit, die in diesem Szenario die spezialisierte Art bedroht. Außerdem sorgt die Spezialisierung auf eine Pflanze eigentlich für deren Fortbestand, da die Biene immer nur diese Pflanzenart anfliegt und somit sicherstellt, dass sie nur mit ihren eigenen Pollen bestäubt wird. Geraten „falsche“ Pollen an ihre Stempel führt dies im schlimmsten Fall dazu, dass sich keine Frucht entwickelt, was wiederum Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem hat, da sich die Frucht so nicht vermehren oder anderen als Nahrungsquelle dienen kann. Stirbt die spezialisierte Art aus, ist auch der Fortbestand der Pflanze bedroht. Und umgekehrt.

Florentiner Wollbiene (Anthidium florentinum) © Florian Lauer / WWF
Florentiner Wollbiene (Anthidium florentinum) © Florian Lauer / WWF

Auswirkungen der Erderwärmung

Sandhummel © Florian Lauer / WWF
Sandhummel © Florian Lauer / WWF

Aber nicht nur dadurch kann das Ökosystem aus dem Gleichgewicht geraten, auch der Klimawandel spielt eine Rolle.

Jedes Insekt hat spezielle Anforderungen ans Klima. Die Hummel beispielsweise ist an Kälte angepasst. Da es in den Alpen sukzessive wärmer wird, wandert die Hummel immer weiter am Berg hinauf. Dort spitzt sich ihre Lage buchstäblich zu. Der Abstand zu anderen Gipfeln vergrößert sich, wodurch der Austausch mit anderen Hummelvölkern entfällt, und sobald sich der Genpool verkleinert, wird die Art immer anfälliger. Gleichzeitig schrumpft die verfügbare Fläche, je weiter sie sich dem Gipfel nähern. 

Doch auch an anderer Stelle hat die Erderwärmung Folgen und kann zu einem Missverhältnis führen. Mancherorts treiben die Pflanzen oder Obstbäume immer früher aus und sind oft schon verblüht, wenn die Wildbienen schlüpfen. Ein weiterer Nachteil der Erderwärmung ist, dass sich Krankheiten unter den Insekten schneller verbreiten können.

Mohn-Mauerbiene (Osmia papaveris) © Florian Lauer / WWF
Mohn-Mauerbiene (Osmia papaveris) © Florian Lauer / WWF

Die Gewinner und Verlierer des Klimawandels

Viele Völker wandern weiter nach Norden, so lässt sich die eigentlich in Italien heimische Bienenart Anthidium florentinum mittlerweile auch in Deutschland beobachten. Weitere eingewanderte Arten sind beispielsweise Halictus scarbiosae und Osmia papaveris. Durch Landnutzung und Klimawandel stark bedroht sind beispielsweise die Alpenhummel, die Deichhummel und die Sandhummel.

Was können wir tun?

Wer einen Garten hat, kann eine Ecke für Wildbienen abzwacken und dort heimische Wildblumen oder -kräuter aussähen (keine gefüllten Blüten). Ausreichend ist schon ein leicht verwilderter Bereich von zwei bis drei Quadratmetern. Da 70 Prozent der Wildbienen im Boden nisten, ist es wichtig, ihnen offenen Boden anzubieten. Dazu reicht schon ein Quadratmeter freiliegender Sandboden. Die Wildbiene braucht kein Wasser (andere Insekten und Vögel selbstverständlich schon), lieber eine Senke mit Moos oder einen Teller mit befeuchtetem Kies zur Abkühlung anbieten. Und gern Laub aufhäufen. Weniger für die Wildbiene, aber darüber freuen sich andere Insekten oder Wildtiere.

Der WWF setzt sich nicht nur für die Erhaltung der Artenvielfalt, die Verringerung des Pestizideinsatzes, sondern auch direkt für die Biene ein.

So können Sie den WWF beim Kampf gegen das Insektensterben unterstützen:

Weitere Informationen:

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    Insekten bilden das Fundament der Nahrungskette der meisten an Land lebenden Tierarten, mit ihrem Verschwinden verlieren hunderte Tierarten ihre Nahrungsgrundlage. Weiterlesen...

  • Biene als Teil des Insektschutzprogrammes © Ola Jennersten / WWF-Sweden Das Projekt BROMMI

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  • Gartenernte @ Yana Tatevosian / iStock / Getty Images Tipps für den Garten

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