Der illegale Handel mit Löwen und ihren Körperteilen hat sich zu einer der größten Bedrohungen für das Überleben der Art entwickelt. Anders als schleichende Gefahren wie Lebensraumverlust wirkt diese Entwicklung schneller und direkter: Löwen werden gezielt gewildert, weil ihre Knochen, Krallen, Felle und sogar Jungtiere auf dem internationalen Markt hohe Preise erzielen.
Der Handel ist komplex, bislang nur unzureichend erforscht, schwer zu kontrollieren und zunehmend Teil organisierter, grenzüberschreitender Kriminalität. Er findet sowohl international als auch innerhalb Afrikas statt: In vielen Regionen werden Körperteile von Löwen für traditionelle Praktiken genutzt, während gleichzeitig ein globaler Markt existiert, der bis nach Asien reicht.
Besonders betroffen sind Populationen in Ostafrika – Forscher:innen gehen davon aus, dass die Bestände dort mit hoher Wahrscheinlichkeit bis 2035 um mehr als 50 Prozent schrumpfen könnten. Gleichzeitig zeigen Beschlagnahmungen und Berichte aus vielen Ländern, dass die Wilderei weiter zunimmt.
Zugleich verschiebt sich die Dynamik vor Ort: Wo Löwen früher vor allem aus Konflikten heraus getötet wurden, etwa weil sie Nutztiere gerissen haben, entsteht heute ein zusätzlicher finanzieller Anreiz. Die Körperteile der Tiere haben einen hohen Marktwert – jeder getötete Löwe kann Geld bringen.