WWF Deutschland

https://www.wwf.de/


Content Section

Stand: 27.08.2018

Wisente für den Kaukasus

Ihr wuchtiger, tief sitzender Schädel erscheint klein im Vergleich zu ihrem kräftigen Vorderkörper. Bis zu zwei Meter groß und eine knappe Tonne schwer können Wisente werden und sind damit die größten und schwersten Landsäugetiere Europas. Doch ohne Schutz- und Zuchtbemühungen würde es sie gar nicht mehr geben. Ihr Lebensraum schwindet und lange wurden die stattlichen Tiere bejagt – für ihr Fleisch, vor allem aber als Trophäe und Statussymbol.

Wisent © Ola Jennersten / WWF Schweden
Wisent © Ola Jennersten / WWF Schweden

Wiederkehr einer verschwundenen Art

1927 wurde der letzte Wisent im Kaukasus erschossen. Damit waren freilebende Wisente dort ausgerottet. Trotzdem kehren die Wildrinder heute zurück in den Kaukasus - im Flugzeug! Die ersten zehn Wisente sollen jetzt im Shahdag-Nationalpark im Norden Aserbaidschans ausgewildert werden. Weitere werden folgen. Sie kommen aus Zoos und Wildgehegen aus Belgien, Frankreich und Deutschland und werden in einer aufwendigen Reise zunächst über Land, dann auf dem Luftweg nach Aserbaidschan gebracht. Das Ganze ist Teil eines großen Wiederansiedlungsprogramms im gesamten Kaukasus. „Auf russischer Seite konnten wir bereits dazu beitragen, dass Wisente wieder heimisch sind. Im Tseyskiy-Schutzgebiet beispielsweise freuen wir uns jedes Jahr über Nachwuchs. Die letzte Winterzählung ergab einen Wisentbestand von 83 freilebenden Tieren.“, berichtet Aurel Heidelberg vom WWF, der das Programm leitet. Er wünscht sich, dass eines Tages wieder große Herden von Wisenten durch Eurasiens Wälder ziehen. Denn die Wälder brauchen die gewaltigen Tiere.

Wisentkuh mit Kalb © Tomas Hulik
Wisentkuh mit Kalb © Tomas Hulik

Faszination Wisent

Wisente sind genügsame und ruhige Tiere, dabei aber sehr neugierig. Ihre Schritte messen anderthalb Meter und sie fressen bis zu 60 Kilogramm Gräser, Laub, junge Triebe und Baumrinde am Tag. Wisente ernähren sich vegetarisch und sind als sogenannte Megaherbivore - also Großpflanzenfresser - unersetzlich für die Natur. „Durch ihren enormen Nahrungsbedarf nehmen Wisente Einfluss auf die Vegetation“, sagt WWF-Experte Aurel Heidelberg. „Im Wald halten sie große Flächen offen, sorgen also für Lichtungen und Sonneneinstrahlung bis zum Boden. Dies erhöht die biologische Vielfalt des Waldes.

 

Wisente sind eng verwandt mit den etwas kleineren, amerikanischen Bisons. Europäische Bisons werden sie auch genannt und sie lebten einst fast überall in Europa, selbst in Teilen des heutigen Russlands und der Mongolei. Langfristig lässt sich ihre Art nur erhalten, wenn es gelingt, heute wieder überlebensfähige Wisentbestände in der Wildnis aufzubauen.

Mit dem Transport ist es nicht getan

Eine Wiederansiedlung ist kein leichtes Unterfangen und ein kostspieliger und langwieriger Prozess. Das beginnt mit der Auswahl eines geeigneten Geländes und der richtigen Tiere, endet aber noch lange nicht nach erfolgreicher Eingewöhnung. Denn auch wenn Wisente heute nicht mehr gejagt werden dürfen, müssen sie in ihrer neuen Heimat vor Wilderei geschützt, muss ihre Entwicklung überwacht und die Tiere zum Beispiel vor Gefahren wie Rinderkrankheiten und dem Verhungern in harten Wintern bewahrt werden.

Die Auswilderung der Wisente in Aserbaidschan ist ein gemeinsames Programm der KfW-Entwicklungsbank, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit dem WWF, um langfristig eine gesunde Population im Kaukasus aufzubauen und ihr Überleben nachhaltig zu sichern.

 

Helfen Sie uns, die Wisente zurück in ihre alte Heimat zu bringen und die letzten Wildrinder Europas dauerhaft zu retten!

Ihre Spende für die Auswilderung der Wisente im Kaukasus:

Wisente © Hartmut Jungius / WWF

80 € helfen uns dabei, Kamerafallen in Aserbaidschan zu installieren, damit wir die Wisente und ihren Gesundheitszustand überwachen können.

GPS-Halsband © Julia Thiemann / WWF

Mit 170 € tragen Sie zur Ausstattung der Wisente mit GPS-Halsbändern bei. Nur so können wir ihr Verhalten erforschen und ihr Überleben sichern.

Wisent-Transport © WWF Russland / North Ossetian Nature Reserve/ Z. Dzutsev/ P. Weinberg

Mit einer großzügigen Spende von 350 € unterstützen Sie weitere Auswilderungen von Wisenten im Kaukasus. Die Tiere reisen per Flugzeug und LKW.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken

Wisente für den Kaukasus

   
Helfen Sie den Wisenten
zurück in die Wildnis!
Helfen Sie den Wisenten
zurück in die Wildnis!