Die temperierten Regenwälder und Feuchtgebiete der Kolchis Georgiens wurden im Juli 2021 von der UNESCO in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen.

Atemberaubende Natur und eine reiche biologische Vielfalt zeichnen die georgische Schwarzmeerküste aus. Der jetzt verliehene Titel „Weltnaturerbe“ unterstützt den ökoregionalen Naturschutz im Kaukasus und hilft auch bei der wirtschaftlichen Entwicklung der Region.  

Mit der Aufnahme in die Liste der Weltnaturerbe erkennt die UNESCO den besonderen Wert dieser Wälder und Feuchtgebiete an. Das Gebiet liegt innerhalb eines 80 Kilometer langen Streifens entlang der warm-gemäßigten und extrem feuchten Ostküste des Schwarzen Meeres und reicht bis in Hochlagen des kleinen Kaukasusgebirges.

Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung

Laubfrosch in Tieflandwäldern Georgiens © Hartmut Jungius / WWF
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In den hier liegenden georgischen Schutzgebieten Mtirala-Nationalpark, Kintrishi-Schutzgebiet, Kobuleti-Schutzgebiet, Kolchic-Nationalpark finden sich Ökosysteme wie Regenwälder, Moore, Sümpfe und andere Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung.  
 
Dieses UNESCO-Naturerbe beherbergt – wie auch die hykranischen Wälder im Iran und Aserbaidschan –  die ältesten Laubwälder in Westeurasien. Es handelt sich dabei um sogenannte „Reliktwälder“. Also Wälder, die die Gletscherzyklen der Eiszeiten überlebt haben. 

Gleichzeitig sind es weltweit die feuchtesten Laubwälder (bis zu 4.500 mm Jahresniederschläge) in der warm-gemäßigten Klimazone. Diese Regenwälder beherbergen eine erstaunlich vielfältige Flora und Fauna, viele davon gibt es nur hier (Endemismus).  
 
Zu den georgischen Feuchtgebieten gehören auch die Torfgebiete der Kolchis-Moorregion. Es sind sogenannte Regendurchströmungsmoore, ein einzigartiger Moortyp, der bisher nur in den Kolchis beschrieben wurde. Die Moore sind eng mit den Regenwäldern der Kolchis verbunden und konnten nur aufgrund der hohen Niederschlagsmengen entstehen.  

Das georgische Umweltministerium und die georgische Schutzgebietsbehörde wurden vom WWF, der Michael Succow Stiftung und der deutschen Regierung während des Nominierungsprozesses unterstützt.
 

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