Roter Panda © AB photography/iStock/Getty Images Plus

Roter Panda: Kleiner Bär in Gefahr

„Das schönste Säugetier auf Erden!“ So hat es zumindest der Forscher Frédéric Cuvier gesehen, der den Roten Panda 1825 erstmals beschrieb. Doch so knuffig der Katzenbär auch ist – das Überleben des scheuen Einzelgängers ist bedroht.
Schützen Sie Rote Pandas

Bislang wurde der Rote Panda als eine Art geführt, die sich in eine nördliche Unterart in China und eine südliche Unterart in Nepal, Indien und Bhutan aufspaltete. Moderne genetische Untersuchungen legen nun den Verdacht nahe, dass die beiden morphologisch fast identischen Unterarten genetisch so unterschiedlich sind, dass eine Artauftrennung gerechtfertigt ist. Die südliche Art lebt in den Bergregionen Nepals, Bhutans und Myanmars sowie im Norden Indiens. Vor etwa 250.000 Jahren breitete sich die nördliche Art in den tibetisch-chinesischen Bambuswälder aus.

Die Vorfahren des Roten Pandas waren vor etwa vier Millionen Jahren auch in Nordamerika und Europa verbreitet. Mit Beginn der letzten Kaltzeit und der Ausbreitung von Steppen und Wüsten starben sie dort jedoch aus. Heute findet man den Roten Panda nur noch in den Bergwäldern des Himalaja und seiner Randgebirge, sie leben in Höhen zwischen 1.500 und 4.200 Metern.

Weltweit gibt es weniger als 10.000 geschlechtsreife Katzenbären. In den letzten zwei Jahrzehnten ist ihre Population um 50 Prozent gesunken. Daher stuft die Weltnaturschutzunion IUCN den Roten Panda seit 2015 auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten als „stark gefährdet“ ein.

In dieser Region arbeitet der WWF zum Schutz des Roten Pandas

Schüchterner Einzelgänger

Das rund einen Meter große Tier wird Katzenbär, Feuerfuchs oder Roter genannt. Allerdings hat es weder mit Füchsen noch mit seinen schwarz-weißen Namensvettern viel gemeinsam. Genetisch ist das Tier eher zwischen Marder, Stinktier und Waschbär einzuordnen und bildet eine eigene Familie im Tierreich. Rote Pandas sind die sogenannten Katzenbären.

Im Gegensatz zum Großen Panda frisst der Rote Panda neben Bambus auch Wurzeln und Beeren oder hin und wieder auch mal ein Mäuschen, Eier oder junge Vögel. Etwa die Hälfte des Tages verbringt er damit, Futter zu suchen. Der Rote Panda ist ein geschickter Kletterer und sucht sich für seine Ruhe- und Schlafzeiten Plätze in Bäumen, die ihm Schutz bieten.

Der Rote Panda ist eher ein Einzelgänger, nur zur Paarung etwa Ende Dezember bis Mitte Februar finden die Tiere zusammen.

Sind Rote Pandas gefährlich?

Rote Pandas sind für den Menschen nicht gefährlich. Mit ihren scharfen Krallen und spitzen Zähnen können sie sich aber durchaus wehren. Wenn sie sich bedroht fühlen, flüchten Rote Pandas. Können sie einem Angreifer nicht mehr ausweichen, stellen sie sich auf die Hinterbeine, um bedrohtlicher zu wirken und mit den Vorderpfoten Hiebe austeilen zu können. Begegnungen zwischen Roten Pandas und Menschen sind in freier Wildbahn selten, denn die Tiere sind sehr scheu und halten sich meist in den Baumkronen auf. In ihrem natürlichen Lebensraum werden Rote Pandas etwa zehn Jahre alt, in Zoos werden die Tiere etwas älter.

Das macht der WWF zum Schutz des Roten Pandas

Harte Zeiten für den Roten Panda

Der Rote Panda lebt heute nur noch an den Hängen des Himalaja-Gebirges in Asien. Wilderei, Abholzung und Überweidung seines Lebensraumes durch Nutztiere haben seinem Bestand stark zugesetzt.

Die größte Gefahr für sein Überleben ist die Abholzung der Bergwälder. In vielen Teilen seines Verbreitungsgebiets hat sich die Bevölkerung in den vergangenen 30 Jahren mehr als verdoppelt. Die Menschen brauchen Platz für Äcker, Feuerholz und Baumaterial. All das holen sie sich aus dem Wald.

Der Lebensraum des Roten Pandas wird dadurch immer kleiner und zunehmend von Straßen, Siedlungen und anderer menschlicher Infrastruktur zerschnitten. Ein Austausch der verschiedenen Populationen wird damit schwieriger. Inzucht und eine besondere Anfälligkeit für Krankheiten sind die Folgen.

Auch Wilderei ist nach wie vor ein Problem, denn trotz zahlreicher Verbote wird der Rote Panda immer noch wegen seines schönen Fells gejagt.

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