Starker Rückgang der wild lebenden Population. Neben Sumatra-Orang-Utans, Sumatra-Tiger und Sumatra-Nashorn gelten nun auch die Elefanten der Insel Sumatra als vom Aussterben bedroht. WWF und IUCN fordern Schutzmaßnahmen für die natürlichen Lebensräume in Indonesien.

Seit dem Jahr 1985 hat sich der Bestand der Sumatra-Elefanten stark dezimiert. Innerhalb nur einer Generation ist die Zahl der in freier Wildbahn lebenden Tiere um die Hälfte zusammengeschrumpft. Der WWF schätzt die derzeitige Population auf etwa 2.400 bis 2.800 Tiere – mehr nicht.

Die Weltnaturschutzunion IUCN als Herausgeberin der Roten Liste stufte aus diesem Grund den Elephas maximus sumatranus von “gefährdet“ auf „vom Aussterben bedroht“ herauf. Die Hauptursache für den schwindenden Bestand ist der Verlust der Lebensräume. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die endemische, also nur auf Sumatra lebende Elefantenunterart, schon in weniger als 30 Jahren gänzlich ausgerottet sein könnte.

Obwohl die Sumatra-Elefanten vom Indonesischen Gesetz offiziell unter Schutz gestellt wurden, befinden sich nach wie vor etwa 85 Prozent ihrer Habitate außerhalb von geschützten Gebieten. Dort drohen die Regenwälder zu landwirtschaftlichen Nutzflächen umgewandelt zu werden wie die IUCN erklärt.

Orang-Utans, Tiger, Nashörner und nun auch Elefanten

Sumatra-Elefanten © Sri Mariati / WWF Indonesia
Sumatra-Elefanten © Sri Mariati / WWF Indonesia

Mit dem Sumatra-Elefant bekommt die traurige Liste „Indonesiens vom Ausstreben bedrohte Tierarten“ einen prominenten Neuzugang. Auch die auf Sumatra lebenden Orang-Utans, Tiger und Nashörner stehen unmittelbar vor der Ausrottung. „Ohne die dringend erforderlichen Schutzmaßnahmen der Habitate werden diese wundervollen Tiere schon bald nicht mehr existieren“, warnt daher Dr. Carlos Drews, der Leiter des WWF-Global-Species-Programmes.

Bislang galt die Elefanten-Population auf Sumatra aufgrund seiner Größe als besonders bedeutend. Nur in Indien und in Sri Lanka befinden sich noch größere Bestände der Asiatischen Elefanten. In den vergangenen 25 Jahren hat die indonesische Insel Sumatra jedoch fast zwei Drittel ihrer natürlichen Tieflandregenwälder durch großflächige Abholzung verloren.

Aufruf zum Handeln – bevor es zu spät ist

Der WWF und die IUCN rufen aus diesem Grund Indonesien dazu auf, unbedingt den Schutz ihrer Wälder zu forcieren. „Es ist sehr wichtig, dass die Indonesische Regierung zusammen mit den Land- und Forstwirtschaftsunternehmen den kritischen Status dieser Tiere anerkennt und Maßnahmen zum effektiven Schutz der Elefanten und anderer Arten zeitnah umsetzt“, sagt Volker Homes, Leiter Artenschutz des WWF Deutschland. „Indonesien muss jetzt handeln, bevor es zu spät ist, die letzten natürlichen Tieflandregenwälder und vor allem die Habitate der Elefanten zu schützen.“

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