Und die Entwicklung setzt sich fort: In Südafrika, dem Land mit der mit Abstand größten Nashorn-Population (rund 70 bis 80 Prozent der weltweit verbliebenen Tiere leben hier), ist die Wilderei auf Nashörner im Jahr 2025 um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. „Nur“ 352 Nashörner wurden getötete, im Vorjahr waren es 420 Tiere.
„Der Rückgang ist ermutigend und unterstreicht, dass der Nashorn-Schutz wirkt“, sagt Dr. William Crosmary, Afrika-Referent beim WWF Deutschland. Zu den entscheidenden Maßnahmen zähle ein nationales Enthornungsprogramm und eine intensivere Verfolgung der organisierten Kriminalität.
„Die Wildtiermafia ist schnell und fällt überall ein, wo sich eine Gelegenheit bietet“, betont Crosmary die Bedeutung des verstärkten Schutzes und von Patrouillen in Nashorn-Gebieten. Das zeigt das Beispiel des weltbekannten Kruger-Nationalparks: Dort hat sich die Zahl der gewilderten Nashörner innerhalb eines Jahres von 88 auf 174 beinahe verdoppelt. Der Grund: Weil die Schutzmaßnahmen anderswo erhöht wurden, haben Wildererbanden ihr Geschäft in den Kruger-Park verlegt.
Um den landesweit positiven Trend der letzten Jahre zu unterstützen, fordert der WWF eine Verstärkung der Ressourcen für Patrouillen, bessere Kooperationen zwischen Parks und Privatreservaten und eine konsequente Verfolgung der global vernetzten Wildtiermafia.